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Definition von Arbitrage im digitalen Zeitalter: Billiger einkaufen – teurer verkaufen 0

In der klassischen Volkswirtschaft bezeichnet Arbitrage sämtliche Strategien an der Börse, bei der Trader kurzfristige Kursunterschiede an verschiedenen Märkten ausnutzen, um Gewinne beim Kauf und Verkauf von Aktien zu erzielen. Im Online-Marketing spricht man immer dann von Arbitrage, wenn etwas günstiger eingekauft als verkauft wird, ohne dass der „Trader“ großartig Arbeit damit hat und/oder Risiken durch den Handel eingeht. So haben früher Affiliates über Google Adwords Werbung geschaltet zu einem bestimmten Klickpreis – und davon profitiert, wenn User auf den Link klickten. Dieser Link führte zu einem Anbieter, der dem Affiliate pro Klick Provision zahlte. Und diese Provision war höher als der Klickpreis bei Google Adwords!

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So sind Preissuchmaschinen sind in der Regel Affiliate-Seiten, die Provision erzielen, wenn ein Kunde auf einen Link von einem Angebot klickt und anschließend bei dem jeweiligen Online-Shop etwas kauft. Diese Preissuchmaschinen schalteten früher massenweise Google Adwords Anzeigen, und verdienten dann an der Differenz zwischen gekauften Adwords-Anzeigen und den Provisionen für Links von ihrer Seite aus. Irgendwann hat Google diese komfortable Art, über Google Adwords Geld mit Links zu verdienen, verboten.

Doch die Arbitrageure fanden immer neue Wege, um risikoarm Gewinne zu erzielen, indem sie etwas billiger einkauften und dann möglichst automatisiert teurer verkauften im Internet. Zunächst haben die Affiliate-Arbitrageure den Umweg über Google Adsence nutzen können, um das automatisierte Spiel zwischen Adwords und Provisionsgewinn zu nutzen: Adwords-Anzeige schalten – User auf eigene Seite schicken – dort Google Adsence Anzeige platzieren – Provision bei Klicks, Leads und Sales erhalten.

Heute gibt es noch viele weitere ausgefeilte Businessmodelle für Arbitrageure. Erst vor Kurzem wurde bekannt, dass es eEay-Händler gibt, die bei Amazon gezielt nach günstigen Produkten fahnden, diese Produkte bei Ebay kopiert einstellen und ein wenig teurer verkaufen als der Online-Händler bei Amazon. Kauft ein Ebay-Kunde, bestellen diese Ebay-Händler den Artikel bei dem Amazon-Händler und lassen das Paket als „Geschenk“ an den Ebay-Käufer liefern. Gibt es eine Retoure, erheben sie beim Kunden womöglich noch eine Rücksendegebühr, an der verdient wird. Der Dumme ist der Amazon-Händler, der kostenlos die Rücksendung abwickeln muss – und an Amazon noch eine Gebühr zahlen.
OMR: Ein krasses Arbitrage-Modell mit amazon und ebay

Doch es gibt viele weitere Arbitrage-Modelle in der digitalen Welt. So kann man bei Geo-Arbitrage die unterschiedlichen Preise in den Märkten einzelner Länder ausnutzen und auf diese Weise Produkte und Dienstleistungen mit Gewinn ein- und verkaufen. Es gibt sogar schon Tools, die Arbitrageuren helfen, auf irgendwelchen Online-Marktplätzen günstigste Preise für Produkte zu finden – die man dann bei Amazon, Ebay und Co teurer verkaufen kann, ohne weitere Kosten zu haben wie Lagerkosten, Verpackung etc. Dadurch, dass die Lieferzeiten heute recht schnell sind, wird womöglich immer erst dann ein Artikel eingekauft, wenn eine Bestellung vorliegt. Arbitrage bedeutet im Gegensatz zur Spekulation: Geringe Gewinne, geringes Risiko.

Wie man das Ganze moralisch bewerten will, bleibt Jedem selbst überlassen. Arbitrage hat viel Nähe zu Affiliate und SEO und spricht wohl ähnliche Menschentypen wie auch Trader an der Börse an. Mit viel technischem Verständnis und Spaß an der Schnäppchenjagd lassen sich sicher viele gute Geschäfte machen – doch auch bei Arbitrage gibt es Kosten und Gebühren, die man unbedingt in die Kalkulation einberechnen sollte! Sonst entpuppt sich so manches tolle Geschäft hinterher als Reinfall – und womöglich wird man auch noch verklagt und gerät in Teufels Küche…

Über Eva Ihnenfeldt

Eva Ihnenfeldt leitet gemeinsam mit Dennis Arntjen das Unternehmensnetzwerk Kmu-digital.net - das Netzwerk von Unternehmen im digitalen Wandel. Als Expertin für Social Media Marketing berät und begleitet Eva Ihnenfeldt Unternehmen und Organisationen bei der Entwicklung von Social Media Strategien - und übernimmt als Dozentin Lehraufträge für Hochschulen, Kammern und andere Bildungsträger. Eva Ihnenfeldt - Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: e.ihnenfeldt@gmail.com

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