Twitter: Vor Allem ein Treffpunkt für Creator? – nur 30% der Accounts sind aktiv

Twitter ist anders als Facebook. In erster Linie ist es ein News-Aggregator. Viele der beliebtesten Twitter-Accounts sind Medienangebote, neben Nachrichten in Echtzeit interessieren sich aktive Twitter-Nutzer vor Allem für Fußball und bestimmte Fernsehformate – vor Allem bei Pro Sieben. Zwar gibt es auch andere Prominente mit imposanten Follower-Zahlen, doch etwa zwei Drittel der Twitter-Accounts sind nicht aktiv – stellen also selbst keine Tweets ein – außerdem lässt das Engagement mit der Zeit immer mehr nach. Kein Wunder, dass Twitter weiterhin in den roten Zahlen steckt – die Nutzerzahl lässt sich schwerlich steigern.

Ist Twitter ein Treffpunkt für Creator?

TwitterRund 320 Millionen User loggen sich monatlich mindestens einmal bei Twitter ein. Im Vergleich zu Facebook mit mehr als einer Milliarde aktiver Nutzer ist Twitter also ein Zwerg. Vor Kurzem hörte ich von einem Geschäftskollegen den Spruch: „Twitter, das ist das Netzwerk, wo alle schreiben und keiner liest“. Damit brachte er eine Menge der Schwierigkeiten auf den Punkt. Twitter ist ein Tummelplatz von Aktivisten im Social Web: Medien, Journalisten, Blogger, Experten… sie alle geben gern ihre Informationen weiter, doch wer liest tatsächlich seine News über den Microblogging-Dienst?

Ich selbst lese auch vor Allem Nachrichten und News über RSS-Feeds (da habe ich mir meine Medien individuell zusammengestellt und erhalte alle neuen Artikel direkt gebündelt). Bei Twitter lese ich nicht gern, da zwischen den Echtzeitnews so viele uninteressante Tweets sind von Accounts, die Unterhaltsames posten wollen wie Sprüche und Bilder, oder Account-Sammel-Tweets erstellen, um neue Follower zu gewinnen.

Ich selbst nutze Twitter täglich, um dort alle News zu archivieren und weiterzureichen, die mir in meinen RSS-Feeds wichtig erscheinen. So habe ich Inspirationen für die SteadyNews, so biete ich immerhin mehr als 2.400 Followern die Möglichkeit, ab und zu durchzuscrollen, was in der Digitalen Welt so Spannendes passiert ist. Da die Tweets direkt auf der SteadyNews-Website sichtbar sind, anscheinend hilfreich. Zumindest habe ich nie etwas getan, um Follower über Tricks und Strategien zu sammeln…

Für den Traffic auf den SteadyNews ist Twitter kaum verantwortlich, obwohl wir dort viel mehr Follwer haben als Fans bei Facebook. Doch die Fans bei Facebook verfolgen zum Teil aufmerksam die News auf der SteadyNews-Fanpage und klicken dann, um den kompletten Beitrag zu lesen. Bei 1.900 Keyword-Aufrufen unserer SteadyNews-Beiträge wöchentlich durch Suchmaschinen (also Google) kommen immerhin 47 über Facebook hinzu – aber nur 15 über Twitter. Kein Wunder, denn bei Twitter rauschen die Tweets nur so durch, das muss schon fast ein Zufall sein, wenn die SteadyNews-Links gefunden werden. Bei Facebook bleiben die Posts etwa einen Tag lang sichtbar – bei Twitter nur ein bis zwei Stunden.

Warum ich trotzdem an Twitter hänge?

Ich fühle mich in der Community der Creator wohl. Journalisten, Blogger, Nerds und Experten sind Menschen, die kreativ sind und den Wunsch haben, die Welt zu bewegen. Egal, ob es politisch ist, oder marketingorientiert, oder technikorientiert, egal ob Wissen weitergegeben wird oder Transparenz über Hintergründe, bei Twitter finden sich die Menschen, die positiv an die Welt herantreten, weil sie wissen, dass jeder Einzelne etwas bewegen kann. Ich weiß, dass ich über Twitter Kontakt mit diesen „verwandten Seelen“ aufnehmen kann, wenn ich es brauche. Man trifft sich vielleicht auf einem BarCamp oder einem anderen Event, man kann sich schreiben oder telefonieren, wenn man einen Plan hat. Manchmal trifft man sich auch direkt bei Twitter über Hashtags zu aktuellen Themen oder Events…

Wie kann Twitter endlich Geld verdienen?

Mein Tipp wäre, wieder zurückzukehren zu der Open-Source-Kultur der ersten Jahre, und den Kreativen ein Forum zu geben, um Twitter immer weiterzuentwickeln. Auf Werbung würde ich komplett verzichten, und stattdessen einen monatlichen Beitrag für die aktive Nutzung von Twitter erhaben. Also lesen können alle – aber um aktiv zu sein, zahlen die Creator zwischen 2 und 5 Euro monatlich. Ich bin sicher, dass in Deutschland rund 100.000 Twitteraner bereit wären, diesen Beitrag zu zahlen, wenn der Mehrwert wieder steigt wie früher. Weltweit müsste das doch reichen, um Twitter aus den roten Zahlen zu bringen? Zumindest kann ich mir eine Welt ohne Twitter nicht vorstellen. Gäbe es den Microblogging-Dienst nicht, müsste man ihn neu erfinden…
Meedia: Die Top 100 Medien-Accounts bei Twitter im November 2015

Bildquelle: pixabay_geralt

Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

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One thought on “Twitter: Vor Allem ein Treffpunkt für Creator? – nur 30% der Accounts sind aktiv

  • Reply Newsletter der SteadyNews vom 1. Dezember 2015 - Steadynews | 8. Dezember 2015 at 20:57

    […] Twitter: Vor Allem ein Treffpunkt für Creator? – nur 30% der Accounts sind aktiv Twitter ist anders als Facebook. In erster Linie ist es ein News-Aggregator. Viele der beliebtesten Twitter-Accounts sind Medienangebote, neben Nachrichten in Echtzeit interessieren sich aktive Twitter-Nutzer vor Allem für Fußball… […]

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