Haustürgeschäfte: Die Polizei empfiehlt, sofort anzurufen und den Vorfall zu melden

Für Haustürgeschäfte hätte man gern einen speziellen "Notausgang"

Bei uns in Witten sind seit Wochen angebliche Mitarbeiter der Telekom unterwegs, um an der Haustür bzw. Wohnungstür Verträge abzuschließen. Als heute morgen schon wieder eine Dame in Telekom-Uniform klingelte, bat ich sie mir ihren Ausweis zu zeigen und den Namen und die Kontaktdaten ihres Vorgesetzten zu nennen. Sie weigerte sich mir ihren Namen zu nennen und ich war gezwungen bei der Polizei anzurufen. Das war eine gute Entscheidung – nun weiß ich endlich wie man sich als verantwortungsbewusster Bürger verhalten sollte, wenn wieder ein Vertreter an der Haus- oder Wohnungstür klingelt.

Die persönliche Sphäre von Menschen in ihrer Freizeit zu betreten ist immer ein besonderer Eingriff. Besonders ältere Mitbürger

Für Haustürgeschäfte hätte man gern einen speziellen "Notausgang"

Für Haustürgeschäfte hätte man gern einen speziellen „Notausgang“

sind Haustürgeschäften oft hilflos ausgeliefert. Meinem damals schon dementen Vater haben sowohl die Malteser, der Arbeitersamariterbund, Arcor als auch das Rote Kreuz über professionelle „Drücker“ Aboverträge abschließen lassen. Das hat mich damals sehr wütend gemacht und ich werde nie verstehen, warum Haustürgeschäfte nicht – ähnlich wie werbende Telefonanrufe und E-Mails – grundsätzlich verboten sind.

Ich hatte die Nummer der Wittener Polizeiwache gewählt und erläuterte kurz die Begebenheit. Der (sehr freundliche) Polizist versprach, so schnell wie möglich einen Streifenwagen in unsere Straße zu schicken. Dann bat er mich in Zukunft folgendermaßen zu verfahren, wenn wieder ein so genannter „Drücker“ an der Tür klingelt:

  1. Sofort die Polizei anrufen. Falls bei der Telefonnummer der Wache niemand abhebt einfach 110 anrufen – das klappt immer und ist oft empfehlenswerter.
  2. Den Haustürverkäufer so lange wie möglich hinhalten damit die Polizei ihn noch erwischen kann.

Falls Sie Opfer eines Haustürgeschäfts geworden sind, haben Sie zumindest ein verlängertes Widerrufsrecht – ansonsten bleibt leider tatsächlich nur der Ruf nach der Polizei als „Freund und Helfer“.

Seniorenratgeber: Musterbrief zum Widerruf von Verträgen an der Haustür

 

Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

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17 thoughts on “Haustürgeschäfte: Die Polizei empfiehlt, sofort anzurufen und den Vorfall zu melden

    • Reply Eva Ihnenfeldt 23. März 2013 at 19:02

      Es waren tatsächlich Telekom Beauftragte – das ist ja das Schlimme! Ganz Witten spricht darüber, so schlimm ist es. Ich bin wirklich froh, dass die Polizei nun so konkrete Anleitungen gegeben hat, Und tatsächlich hat sich die Dame geweigert sich auszuweisen – das war schon bitter…

  • Reply Amer 4. April 2014 at 13:40

    Sie sind ein sehr verantwortungsbewusster Mitbürger, verschwenden Steuergelder weil ein Verkäufer vor der Tür steht…

    Leute wie Sie, wählen wohl auch CDU D;

    Vielen Dank dafür, Steuern bezahlen alle Mitbürger in Deutschland und sollten nicht für solche Kleinigkeiten, welche man auch anders regeln kann, verwendet werden. Sie sind genau das Gegenteil, ein Beispiel wie man sich nicht benehmen sollte, aber defintiv kein Vorbild 😉

    • Reply Eva Ihnenfeldt 4. April 2014 at 14:19

      Eigentlich veröffentlichen wir keine anonymen Kommentare – aber ich mache mal eine Ausnahme, da diese Gegenseite ja auch Gehör finden muss

  • Reply Jörg Brielman 22. April 2016 at 21:13

    Ich arbeite seit 10 Jahren im Außendienst (B2C) unsere Arbeit als Medienberater werden heute sehr erschwert durch übertriebene Medien und übervorsichtige Familienangehörige.

    Eine gewisse Vorsicht sollte immer gepflegt werden jedoch ist nicht gleich jeder VertriebsMitarbeiter auch gleich ein Verbrecher.

    Ich habe mehrere Jahre für eines der größten Energie Konzerne und Telekommunikations Unternehmen Produkte vertrieben und stoße heute immernoch hin und wieder an voreingenommene ängstliche Bürger.

    Bei den meisten ist die Angst nur fiktiv d.h. Durch hören sagen erzeugt worden.

    Echte Authorisierte Mitarbeiter sind gut geschult , sensibel und verfügen über genug Fachkompetenz die dem Kunden nutzen.

    Manchmal muss man einfach nur Mensch sein und etwas zulassen niemand zwingt einen zu etwas vielmehr geht es um Angebot und Nachfrage. Wir haben das Angebot und müssen herausbekommen ob die entsprechende Nachfrage vorhanden ist.

    Der Verkauf an der Tür existiert schon seit 300 Jahren angefangen von Medikamenten in den 1740 Jahren oder Teppichen in den 1850er Jahren bis heute 2016 wo Telekommunikation und Energie an der Tür verkauft werden.

    Mein Tip lassen Sie den Mitarbeiter sich ausweisen Fragen Sie wer er ist geben Sie Ihm oder Ihr eine Chance sich vorzustellen seien Sie nicht voreingenommen.

    Ich wünsche allen ein schönes Wochenende

    • Reply Eva Ihnenfeldt 27. April 2016 at 13:48

      Danke schön lieber Jörg Brielman. Ich vesteh Ihre Perspektive gut, aber… Ich habe eine 96-jährige Nachbarin gehabt, die andauernd von Haustür-Verkäufern angeklingelt wurde. Und mein Papa wurde, als er etwas dement geworden war, gern von Hautür-Verkäufern zu allen möglichen Unterschriften gebracht – weil er so gutmütig war. Darum bin ich da sehr eindeutig: Personalausweis -Daten notieren, Polizei informieren – und hoffen, dass Haustür-Geschäfte endlich verboten werden.

  • Reply D2D Verkäufer 24. November 2017 at 23:12

    Was soll da Passieren wenn die Polizei gerufen wird ? Ist ja nicht verboten , da ziehe ich meine Reisegewerbekarte und wünsche denen noch einen schönen Tag

    • Reply Eva Ihnenfeldt 30. November 2017 at 11:26

      Die Polizei hat mir geraten, nach dem Personalausweis zu fragen von demjenigen/ derjenigen, die an der Tür steht. Und sich die Angaben schriftlich notieren. Falls sie das nicht tun, wird die Polizei die Ausweiskontrolle vornehmen. Glaub mir, dass wollen diese Mitarbeiter von Drückerkolonnen nicht. Das spricht sich rum und schreckt ab. „Geh bloß nicht zu dieser Ihnenfeldt. Die ruft gleich die Polizei, wenn Du ihr nicht Deinen Ausweis zeigst 😉 )

  • Reply uwe 6. September 2018 at 16:19

    Wenn bei mir an der Türe ein Schild ist, Betteln und hausieren verboten… Vertreter sind Hausierer, und der Wertretter das Ignoriert, ist dies *Hausfriedensbruch* und gibt mir das recht die Polizei zu rufen und eine anzeige zu machen! Vertreter wollen nicht beraten Wertretter wollen verkaufen, sonst gibt es keine Provision! Provision!? Wofür, wenn ich das Kostenlos im Internet erledigen kann ich brauche solche Schmarotzer nicht an meiner Haustüre!!!

    • Reply Eva Ihnenfeldt 7. September 2018 at 09:41

      Vielleicht können wir so ein Schild etwas liebevoller formulieren? Zum Beispiel „Liebe Drücker, Hier nicht klingeln – wir erlauben keine Haustürgeschäfte. Danke“. Denke, das könnte wirkungsvoll abschrecken… Gute Idee!

  • Reply Luca 6. Januar 2019 at 16:17

    Ist zwar schon etwas älter der Beitrag aber ich find es mal wieder klasse das alle Vertreter in ein Topf kommen.
    Es gibt natürlich immer wieder schwarze Schafe, die nur auf ihre Provision aus sind, aber die hat man bekanntlich ja überall.
    Man sollte sich schon den Ausweis zeigen lassen und ggf. bei der Organisation Anrufen für die er Tätig ist aber gleich so abwertend zu schreiben…
    Uwe wenn du alles alleine im Internet kannst ist das ja super, doch es gibt viele Leute die sich im Internet nicht so sicher fühlen oder ein persönlichen Ansprechpartner haben wollen.
    Und ich Rede hier von ganz normalen Vertretern nicht von Drückerkolonnen, aber viele vertauschen das auch…
    Ich finde als Vertreter egal für welche Organisation oder welches Produkt man sollte immer Win-Win-Situationen schaffen und nicht auf Teufel komm raus den Abschluss zu bekommen,
    auch wenn er/sie es vielleicht gar nicht benötigt.
    Auch ein Vertrag/Verkauf an einen dement kranke Personen ist ein nogo.
    Naja ich hoffe ich konnte euch ein bisschen davon Überzeugen, dass nicht alle Vertreter nur ihre Provision haben wollen, sonder dass es durchaus Leute gibt,
    die es sehr gewissenhaft machen um so Win-Win-Situationen zu schaffen.

    • Reply Eva Ihnenfeldt 9. Januar 2019 at 18:51

      Hi Luca, geht ja nicht um Vertreter – geht um Haustürgeschäfte! Das sollte wirklich verboten werden, das findest Du doch sicher auch. Die Wohnung/ das Heim ist der letzte Rückzugsort eines Menschen. Den zu beschützen ist noch viel wichtiger als vor E-Mails oder Telefonaten geschützt zu sein. Vertriebler sind auf jeden Fall sehr wichtig – Aber nicht als Haustür-Vertreter 🙂

  • Reply Anonymous 9. Januar 2019 at 20:17

    Viele Vertreter sind ebend selbständig und müssen sich ihren Kundenkreis aufbauen.
    Und da bietet sich door 2 door ebend an, weil nichts ist so einprägsam wie ein persönlicher Kontakt.
    Wenn Haustür Geschäfte nun verboten werden heißt das, dass der Vertreter auch nicht mehr klingeln darf.
    Natürlich ist das eigene Heim ein Rückzugsort und sollte respektiert werden, aber ein generelles Verbot ist überzogen.
    Man sollte lieber die Leute sensibilisieren, weil all zu oft wird man als Vertreter aufs übelste beschimpft obwohl man mit keiner bösen Absicht kommt und das nur weil jemand vor dir sehr schlechte Arbeit geleistet hat.
    Also ich finde der passende Ansatz wäre es Vertreter sowie Bürger zu schulen , dass Haustür Geschäfte nicht zwingend schlecht sind- und Vertreter, dass sie spätestens nach dem 2. Nein gehen.
    Ich hatte des öfteren schon Kunden die strickt dagegen waren , weil sie nur schlechtes gehört hatten, nachdem ich sie überzeugt hatte waren sie die glücklichsten Leute der Welt , weil sie ihren Vorteil eingesehen haben.
    Ich finde genau darum geht’s als Vertreter sensibel genug zu sein , sodass man weiß wann man gehen muss und als Bürger nicht gleich alle in ein Topf stecken.
    Wenn man 100 mal am Tag die Tür vor der Nase zugeknallt bekommt weil die Leute schon sehr skeptisch sind und kein Gespräch zustande kommt frustriert das ungemein und das alles nur weil Glaubensätze vermittelt werden , die meiner Meinung nach nicht richtig sind.
    Also nur ein Appell an alle Leute da draußen, erst anhören und Ausreden lassen und wenn es einen gar nicht interessiert deutlich und klar Nein sagen dann wird der Vertreter schon gehen und wenn er dann nicht geht einfach die Tür zu machen.
    Denn ein klares Nein darf und sollte niemals ignoriert werden.

  • Reply Tobias 6. August 2019 at 08:01

    Hallo,
    ich empfinde diesen Artikel als Frechheit.
    Gut von der Telekom hatte ich noch nie besuch, aber wenn Vertreter da sind, ich wohne in Sachsen, sind diese meist sehr freundlich. Wenn man freundlich zurück ist und freundlich „NEIN“ sagt gehen die auch freundlich wieder. Meine ganze Familie wechselt jedes Jahr Strom, Gas und Telefon über eine junge Beraterin und jetzt an die Hetzer und Autorin, die Dame hab ich an der Tür kennen gelernt. Ich hab die junge Frau an meine Familie weiter vermittelt weil ich die Beratung toll fand.
    So, und die Polizei zu rufen ist kompletter quatsch, die Polizei kontrolliert nur den Vertreter und lässt den dann weiter arbeiten. Das einzige was Ihr damit macht ist die Polizei an ihrer wichtigen Arbeit zu behindern. Die Vertreter breuchen keinen Ausweis. Bei der Vertragsbestätigung bekommt man immer ein neues Widerrufsformular zugeschickt. Der Artikel ist totaler Blödsinn.

    LG

  • Reply Klein 14. Juli 2021 at 09:50

    Schade, dass niemand an der Stirn geschrieben ist: Ich bin ein (kein) Betrüger. Das würde alles vereinfachen.

    • Reply Eva Ihnenfeldt 15. Juli 2021 at 11:47

      So wie Gott damals Kain ein Mal auf die Stirn geprägt hat. Aber der war Mörder, da ist das noch leichter…

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