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Muss man zum Existenzgründer geboren sein? #Blogparade bis 25.10.13

Eva Ihnenfeldt: Eigentlich heißt ja der Titel der Blogparade von Martin Grünstäudl: Muss man zum Unternehmer geboren sein? Oder kann sich jeder selbständig machen? Aber da sich Unternehmer diese Frage in der Regel nicht mehr stellen, richte ich mich mal direkt an potentielle Existenzgründer. Ich denke dass ich ganz gut Stellung nehmen kann, da ich in meiner Zeit als Vorstandsmitglied der Gründergenossenschaft einige hundert Gründungen mitbegleitet habe. Und auch heute kommen immer wieder mal potentielle Gründer in meine Sprechstunde für Gründer, die ich im Rahmen meiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Coach bei Start2Grow weiterhin kostenfrei jeden Dienstag anbiete.

Ich komme aus einer Familie, in  der es weit und breit keine Selbständigen gab. Mein Vater war Beamter, meine komplette Familie besteht aus typischen Ruhrgebietspflanzen mit Bergbau, Opel, Eisenbahn… Niemals hätte ich mich selbständig gemacht, wenn ich diesen Schritt nicht 2004 als letzten Ausweg aus einer wirtschaftlichen Zwangslage gesehen hätte.

Heute weiß ich, dass ich anscheinend die „geborene Unternehmerin“ bin: Dickköpfig, arbeitswütig, fröhlich optimistisch, voller neuer Ideen und mit einem riesigen guten Netzwerk, das sich ständig erneuert und weiterentwickelt. Ich bin teamfähig und risikobereit, lerne gerne ständig dazu und bin gesund und belastbar.

Doch wenn ich mir viele Unternehmer anschaue – die vielleicht von ihrer Familie in diese Rolle geschubst wurden oder die vom Lockruf des Geldes in die Rolle gezogen wurden – sehe ich auch hier und da traurige Gesichter, Resignation, Frustration – bis hin zu Zynismus und Verbitterung. Und Studien belegen immer wieder, dass es viele Chefs gibt, die den Erfolg des Unternehmens mit ihrem destruktivem Führungsstil eher hemmen als fördern.

Von daher kann man diese Frage wohl genau so wenig beantworten wie die Frage: „Muss man zum Lehrer geboren sein?“ Das Schicksal schubst uns Menschen immer wieder in neue Herausforderungen, manche bewältigen wir, in anderen bleiben wir stecken oder scheitern. Was gestern noch richtig war, muss schon heute nicht mehr stimmen. Der Mensch verändert sich bis zu seinem letzten Atemzug. Noch mit 50 kann man vom treuen Angestellten zum innovativen Gründer mutieren, und genau so so kann der tüchtige erfolgreiche Unternehmer an einen Punkt kommen, an dem er feststellt, dass er ausgebrannt ist (wird von Thomas Mann wundervoll in den Buddenbrocks beschrieben).

Für mich ist am Leben ganz besonders schön, dass es immer wieder plötzliche Wendungen bereithält, dass man sich auf nichts verlassen kann und nie sagen: „Jetzt bin ich fertig, jetzt ist alles gut“. Unternehmer zu sein heißt für mich, tun und lassen zu können was ich will, ohne anderen „gehorchen“ zu müssen. Unternehmer sein heißt für mich, frei zu sein und ehrlich. Wer weiß, vielleicht stehe ich irgendwann wieder ganz am Ende – und am Anfang von etwas Neuem – ich weiß es nicht. Aber keine Angst davor zu haben, das ist für mich eine entscheidende Grundvoraussetzung, um glücklich sein zu können. Und Mut kann man lernen. Also meine Antwort:

„Nein, man muss nicht zum Unternehmer geboren sein. Man muss sich nur trauen sein Leben zu ändern, wenn man nicht mehr glücklich ist. Und fleißig muss man sein – der Rest ergibt sich 😉 „

 

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5 Comments

  1. Heike Lorenz sagt:

    Ja. Der letzte Satz fasst es super zusammen :-)

  2. Danke schön liebe Heike :)

  3. Sebastian Marquardt sagt:

    Hallo, ich nehme auch an der Blogparade teil. Es ist schön aus der Sicht einer Unternehmerin zu hören. Ich bin auch noch auf eineähnliche Blogparade gestoßen, an der sie vielleicht auch teilnehmen möchten. Liebe Grüße

    http://www.das-unternehmerhandbuch.de/2013/09/05/blogparade-zur-sache-chef/

  4. Sebastian Marquardt sagt:

    Ach herje, das ist ja Ihre Blogparade. Entschuldigung, ich bin ein Schussel.

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