Totalitarismus in China 2026: Ist das Social Credit System bereits allgegenwärtig?

Dank der öffentlichen Aufmerksamkeit in Bezug auf die Veröffentlichungen der Epstein-Dokumente stellt sich in Gesprächen die Frage: „Gibt es eine politisch/ökonomische Macht-Elite, die dabei ist, unsere westliche Welt in ein totalitäres Regime zu überführen?“ Wie wir alle wissen, ist China Vorreiter in der Errichtung eines auf Technologie aufgebautem Totalitarismus – ausgehend von dem Ein-Parteien-System. In diesem Beitrag gebe ich einen Überblick über den heutigen Stand des Social Credit Systems, das in China die Basis ist für den dort herrschenden technologisierten Totalitarismus

Chinas Social Credit System (November 2025)

Zur Einordnung der Recherchen-Quelle chozan.co: ChoZan ist eine auf China spezialisierte Beratungs- und Research-Firma, die internationalen Unternehmen hilft, den chinesischen Digital‑ und Regulierungsraum zu verstehen und sich dort strategisch zu positionieren
Hier die Quellenangabe von November 2025 (in englischer Sprache): https://chozan.co/chinas-social-credit-system/

Erwünschtes belohnen, Unerwünschtes bestrafen

Bild von Pete Linforth auf Pixabay

Chinas Sozialkreditsystem – und Basis des Ein-Parteien-Systems unter dem Generalsekretär Xi Jinping, dessen Amtszeitbegrenzung seit März 2018 aufgehoben ist und der international häufig als Diktator im Geiste Mao Tse-Tung’s bezeichnet wird – ist darauf aufgebaut, die Einhaltung von erwünschem Verhalten zu belohnen und den Verstoß gegen Regeln und Verhaltensvorgaben zu bestrafen. Laut chozan.co fokussiert sich das Sozialkreditsystem schon von der Grundidee aus darauf, Unternehmen über die allgegenwärtige Überwachung und Staatseingriffe zu disziplinieren und eigenmächtige Wege zu unterbinden. Zwar spielt auch die Kontrolle der Bürger eine wichtige Rolle, um Widerstand zu verhindern, doch ein ernst zu nehmender Widerstand aus dem Volk ist (wie stets in der Geschichte) unwahrscheinlich. Volksaufstände brauchen Führer, ohne diese ist der einzelne Mensch hilflos.

Das Sozialkreditsystem in China – ein Überblick

Die Ursprünge des Sozialkreditsystems sind bis in die späten 1990er zurückzuführen. Betrug, Vertragsbrüche und Produktfälschungen zwangen den kommunistisch/autoritären Staat dazu, sich in dem riesigen „Reich der Mitte“ etwas einfallen zu lassen, was eine Steuerung bis in die kleinsten Provinzen ermöglichte und die Akteure im Unternehmertum an die Leine legte.

Im Jahr 2014 entstand der erste Entwurf für den Aufbau eines Sozialkreditsystems. Während für die Partei die Zügelung der Unternehmen im Fokus stand, beobachtete die restliche Welt vor allem die Auswirkungen auf die Menschen, die durch Belohnung und Bestrafung dahin gebracht wurden, dass jeglicher Widerstand gegen das Regime mit Stumpf und Stil ausgerottet werden konnte – bin in die letzte Provinz (dank Smartphone-Unabdingbarkeit und regionaler, individuell strukturierter Sozialkreditsystem-Projekte). Besonders erschreckend und menschenverachtend wurde die Überwachung, Verfolgung und Dezimierung der Uiguren vom Ausland aus verfolgt und publiziert.

Bis 2024 gab es eine ansteigende Zahl von fragmentierten lokalen Sozialkreditsystem-Pilotprojekten in einem koordinierten nationalen Rahmen. Zu beachten bleibt, dass der Fokus nicht bei der Unterdrückung des „Volkes“ lag, sondern bei der Kontrolle des Unternehmertums. So wurden die Bewilligungen von Krediten und Fördermitteln für Unternehmen von deren Transparenz und Wohlverhalten abhängig gemacht.

Gerichte erstellten Listen von Einzelpersonen und Unternehmen, die rechtskräftige Urteile (Bußgelder, Zahlungen an Vertragspartner, Staatsforderungen) trotz vorhandener Ressourcen ignorierten. Diese wurden mit ähnlichen Mitteln sanktioniert wie Privatpersonen aus dem Volk, die sich unerwünscht oder rechtswidrig verhalten.

Bei den Sanktionierungen der Eliten/Unternehmer gibt es zwei Ebenen: Zum einen das Verbot finanzieller Privilegien wie Luxusreisen, hochpreisige Anschaffungen wie Kunstwerke oder Yachten – aber auch die Unmöglichkeit, die eigenen Kinder zu Elite-Internaten und Elite-Universitäten zu schicken oder sich weltweit frei zu bewegen. Erst, wenn alle Forderungen vollständig beglichen sind, können nach und nach diese Privilegien wieder durch Wohlverhalten erlangt werden (vergleichbar wie bei uns nach einer Privatinsolvenz, bei der zunächst der Schufa-Score wieder verbessert werden muss durch Wohlverhalten).

Die nächste Stufe seit 2025

Am 31. März 2025 wurde eine neue Leitlinie in Kraft gesetzt, die dieses System über 23 Maßnahmen noch enger reglementiert – auch mit einem speziellen Sozialkreditsystem für staatliche Organisationen und privilegierte Einzelpersonen. Unterschiedliche Pilotprojekte wurden mit der neuen Leitlinie vereinheitlicht, rechtliche Grundlagen wurden durch Zusammenführung und schnelle Umsetzbarkeit gestärkt, Government und Datenschutz/Datenüberwachung sind nun rechtlich auf Augenhöhe in Unterstützungs- und Kontrollfunktion.

Hier eine stichwortartige Übersicht über die Sanktionen für Unternehmer, hochgestellte Regierungsangehörige und alle anderen Mitglieder von Eliten, die trotz ihrer Solvenz per Gerichtsbeschluss ihren Verpflichtungen nicht nachkommen, die sie laut Gericht haben:
Beschränkungen und Einschränkungen des Konsums

  • Flugreisen
  • Hochgeschwindigkeitszüge der G-Serie
  • weiche Liegeplätze in normalen Zügen
  • Sternehotels und Nachtclubs
  • teure Schulen für Kinder
  • hohe Versicherungsprämien
  • Nicht-gewerbliche Fahrzeuge 
  • Immobilienkäufe

Man beachte, dass in diese Liste immer mehr Menschen und Institutionen aufgenommen werden, die nicht zur „obersten Elite“ gerechnet werden können: Selbst Kleinstunternehmen und lizenzierte Fachkräfte in Bereichen wie Gesundheit, Finanzen, Bildung, Umweltschutz können in den „schwarzen Listen der Unzuverlässigkeit“ landen, wenn ein Gericht einen dementsprechenden Beschluss gefasst hat.

Sozialkredit in der Praxis

Wie erwähnt, besteht das Social Credit System Chinas nicht aus einem einheitlichen System, sondern aus vielen regionalen Programmen, die sich dem obersten nationalen System unterordnen. Beispielhaft wird gern das Meritown-System vorgestellt, das folgendes System verankert hat:

– Jeder Einwohner startet mit 1.000 Punkten
– Die Stadt hat in dem System 389 Regeln verankert. 124 Regeln belohnen erwünschtes Verhalten – 265 Regeln ahnden unerwünschtes Verhalten
– Schwere Verstöße (politische Petitionen, Steuerhinterziehung, die Verbreitung falscher Informationen in sozialen Medien, die Weigerung, Quarantänemaßnahmen einzuhalten, oder die Beteiligung an körperlichen Auseinandersetzungen mit der Polizei) können zu einer sofortigen Herabstufung auf ein niedrigeres Kreditniveau führen
– Es gibt 8 Kategorien, in die jede/r Büger/in eingestuft wird. Die Kategorien reichen von AAA bis D. Hoch eingestufte Einwohner/innen erhalten Vergünstigungen wie Heizkostenzuschüsse, bevorzugte Schulplätze und vereinfachte Genehmigungsverfahren – Bewohner der Stufe D hingegen müssen mit häufigeren Polizeibesuchen, Hausinspektionen und dem Ausschluss von staatlichen Leistungen rechnen.

Im Meritown-System sind bei den Meldungen von unerwünschten Verhaltensmustern zuständige Behörden und lokale Netzbetreiber verpflichtend eingeschlossen. Die regionalen Social Credit Systeme variieren in den Regionen je nach Bevölkerungsstruktur (Stadt oder Land), nach der Kultur, dem systemischen Zusammenhalt und dem Bildungsgrad der Bevölkerung.

Fazit

Seit 2025 ist das Überwachungs- und Kontrollsystem Chinas, das durch das Prinzip Belohnung und Bestrafung erwünschtes Verhalten erzwingt, auf die nächste Stufe gehoben worden. Das Problem mit den verschiedenen Regionen und den individuellen Unternehmensinteressen scheint erfolgreich einsortiert worden zu sein.

Bild von W4hr auf Pixabay

Was allerdings bleibt, ist der innerparteiliche Kampf um die Macht: Auch der Generalsekretär und totalitäre Alleinherrscher Xi Jinping muss täglich mit Angriffen aus den obersten Zirkeln rechnen. Schon Stalin litt zu Recht unter Verfolgungswahn. Was allerdings beim Sturz des chinesischen Diktators passieren würde, ist ungewiss. Dass das digital perfekte Sozialkreditsystem wieder eingestampft wird, ist schwer vorstellbar.

Quellen wurden mit Unterstützung der KI-Suchmaschinen Perplexity recherchiert.
Als besonders aufschlussreich erwies sich für die Autorin folgende Quelle (in englischer Sprache):
China’s Social Credit System in 2025: How ist works und what it really means

Eva Ihnenfeldt: Superhelden-Coaching – Deine Traumwelt, Deine Kraft Was wäre, wenn wir frei und selbstbestimmt unsere eigenen Interpretationswelten bauen? Abseits von Religionen und Ideologien als Regisseure unserer Realität? Das ist mein Job: Gemeinsam mit meinen Klienten gestalten wir Visionen und Realität neu. [email protected]

steadynews.de

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