Der Inkognitomodus (in Chrome, YouTube etc.) löscht lokale Spuren: Auf dem jeweiligen Gerät werden kein Verlauf, keine Cookies, keine Formulardaten gespeichert. Sobald der Tab geschlossen ist, ist alles Sichtbare für Mitnutzer geschlossen. Google selbst speichert selbstverständlich IP-Adresse, besuchte Seiten und Suchen weiterhin, für Werbung, eventuelle Vertragspartner und Algorithmen. Der Inkognitomodus schützt vor Familienmitgliedern, Chefs oder Kollegen auf demselben PC, allerdings nicht vor der Datenüberwachung im Netz. Erkennen kann man den Inkognitomodus an dem Brillen-Symbol mit dunklem Hintergrund. Indem man das Fenster schließt – oder in der YouTube-App das Brillensymbol antippt und wieder das Profilbild aktiviert – lässt sich der Inkognitomodus deaktivieren.
Die Datenkette – vom Provider bis zur Agentur
ISPs (Internetprovider wie Telekom, Vodafone, 1&1 …) sehen jeden Traffic: IPs, Domains, Volumen – ein persönlicher Inkognitomodus ist bei dieser Datenspeicherung unmöglich. Sie verkaufen keine personenbezogenen Daten (DSGVO verbietet es), aber anonymisierte Auswertungen oder auch persönliche Bonitätsinfos an Auskunfteien wie die Schufa. Bei formellen Anfragen von Behörden werden Daten herausgegeben, aber nur unter strengen rechtlichen Voraussetzungen wie bei einem Gerichtsbeschluss.
Websites und Apps (Google, Meta) tracken via Cookies/Fingerprints das Nutzerverhalten. Agenturen erstellen Profile: Konsumvorlieben aus Shop-Besuchen und Clicks, Charaktereigenschaften (z. B. Risikobereitschaft bei Investments oder Sorgen um die Gesundheit), Leistungsfähigkeit aus Jobportalen oder berufsorientierter Chatbot-Nutzung.
Karrieregefahr: Recruiter scannen LinkedIn-Suchen (LinkedIn ist im Besitz von Microsoft) oder Zeitmuster für „Produktivität“. Langschläfer und Nachteulen sind womöglich nicht so beliebt…
Zugriffe auf persönliche Daten aus den USA
US-Verbindungen (Clouds wie AWS von Amazon) laufen unter EU-US Data Privacy Framework, doch der CLOUD Act erlaubt US-Zugriffe. Eine vollständige Anonymität ist unmöglich, aber rechtlich eingeschränkt durch die DSGVO. Hier ein Überblick von Amazon über Amazon-Web-Services
Wire von Juli 2025: CLOUD Act vs. EU-Datenschutz: Was das US-Gesetz für die Datensouveränität wirklich bedeutet https://wire.com/de/blog/cloud-act-eu-souver%C3%A4nit%C3%A4t
Schutz vor Analyse ist extrem aufwendig – ich gehe einen anderen Weg
Ja, es ist möglich, sich unsichtbar im Web zu bewegen: VPN maskiert die IP vor ISP-Anbietern und Websites (VPN über YouTube erst genau verstehen, bevor man einen Anbieter wählt!), spezielle Tracker-Blocker können Meta-Pixel stoppen, Firefox-Container können Tabs, Tor oder Tails-OS trennen, DSGVO-Auskünfte können jährlich eingeholt werden.
Der Tor-Browser bietet beim anonymen Surfen Vorteile wie die dreifache Verschlüsselung über ein weltweites Relais-Netzwerk, das die echte IP-Adresse verbirgt, Tracking durch Cookies und Fingerprinting blockiert sowie Zensur umgeht und .onion-Seiten im Darknet zugänglich macht
Karriere-Tipp: Je größer der Konzern, bei dem man sich bewirbt, und je höher die Position, desto wahrscheinlicher ist es, dass der Arbeitgeber Zugriff auf persönliche Verhaltensdaten und Persönlichkeitsanalysen (z.B. Big-Five-Persönlichkeitsprofile) hat. Da wäre es wahrscheinlich karriereschädlich, VPN und den Tor-Browser zu nutzen …
Meine Konsequenz
Der Aufwand und die Folgen, im Web inkognito zu agieren, sind riesig – ständiger Wissenszuwachs ist nötig, die Vernetzung mit anderen Inkognito-Experten sinnvoll, viele Aufgaben, Vorsichtsmaßnahmen und Einschränkungen müssen in Kauf genommen werden. Doch was mich noch mehr davor zurückschrecken lässt, ist, dass ich mit einem solchen Verhalten ganz schnell auffallen würde!
Wenn ich plötzlich VPN und den Tor-Browser verwenden würde, würde mich das verdächtig machen, würde mein Verhalten zu Misstrauen führen und würden die Algorithmen verändern (die Rechen-Schritte, wie man mich als Person weiter füttert in meiner Filterblase/ Echokammer und wie man das analytisch interpretiert).
Ich halte nichts davon. Ich bewundere Edward Snowden – doch ich bin kein Whistleblower. Erstens bin ich kein Held, und zweitens bin ich zu gemütlich dafür.
Das beste Geheimnis ist eine offene Tür
Ich bemühe mich, so authentisch und vollständig wie möglich mein Profil darzulegen. Ich schreibe öffentlich im Blog, spreche wöchentlich meinen Podcast, bin mit Namen und Kontaktdaten sichtbar, wenn ich eine Rezension schreibe oder einen Beitrag kommentiere.
Eva in Kürze…
Es ist keine Kunst, zu erkennen, dass ich weiterhin im ursprünglichen Sinne „links“ bin – also jeder Obrigkeit misstraue, egal, in welcher Farbe sie sich präsentiert. Ich bin sehr für den bürgerlichen Souverän und für Demokratie, bin jedoch davon überzeugt, dass sich das Parteiensystem und die parlamentarische Demokratie aufgrund der digitalen Transformation überlebt haben. Ebenfalls bin ich davon überzeugt, dass unabhängige staatliche Gesellschaften keine Chancen mehr haben – es sei denn, sie sind so arm, dass sich niemand für sie interessiert.
Mehr gibt es über mich nicht zu wissen. Ich konsumiere gern alternative Politik- und Wissenschafts-Kanäle bei YouTube – das kann man anhand meines Konsumverlaufs sehen, und ich meide öffentlich-rechtliche Quellen (ARD/ZDF/Deutschlandfunk), die in meiner „Misstraue jeder Obrigkeit“-Ansicht als Regierungssprechorgan agieren.
Ich misstraue der AfD extrem, bin aber gegen ein Verbot (bin ja demokratisch eingestellt). Wenn überhaupt, würde ich das BSW wählen – doch ihr Verhalten bei der Möglichkeit, Koalitionen zu bilden, hat mir gezeigt, dass dieses Bündnis wie alle anderen Parteien auf Posten, finanziellen Profit und Einfluss in Netzwerken gerichtet ist. Ist okay, aber nicht für mich als potenzieller Wähler.
So, und nun viel Spaß bei der Verfolgung meiner Kontakte, meiner Konsumbereitschaft, meiner Interessen und meiner Aktivitäten – ich bin weiterhin ein „offenes Buch“, und das fühlt sich herrlich an. Ach ja, seit der letzten Bundestagswahl am 23. Februar 2025 gehe ich nicht mehr wählen – aber das sieht man ja an der Wähler-Abhaken-Liste, dass ich nicht da war. Auch das ist kein Geheimnis. Alles gut.
Disclaimer: Fachliche Recherchen wurden mit Unterstützung der KI-Suchmaschine Perplexity durchgeführt





