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10 Erfolgsfaktoren für Social Media: Marc Raschke vom Klinikum Dortmund erklärt… 0

Was braucht eine Klinik, um erfolgreich über Social Media unternehmerische Ziele zu verwirklichen? Braucht sie professionelle Imagefilme? Ausreichendes Marketing- Budget für eine Agentur, die mit hochwertigem visuellen Content und ausgefuchsten Werbekampagnen bei Facebook und Instagram imponiert? „Nein„, sagt Marc Raschke, Unternehmenskommunikations-Leiter beim Klinikum Dortmund, „was man braucht, sind Mut und Eier„. Tatsächlich sucht das Social Media Marketing des Klinikums Dortmund seinesgleichen. Seit 2013 räumen Raschke und sein Team (insgesamt dreieinhalb Stellen) einen Marketing-Preis nach dem anderen ab – und das alles mit extrem schmalen Budget und authentischer Hands-On-Kultur der Belegschaft.

Leidenschaft, Kompetenz und die Liebe zu Beruf und Patienten begleiten von Anfang an die Social Media Aktivitäten der Ärzte und des Pflegepersonals, zu sehen vorwiegend auf Facebook und Instagram. Marc Raschke als Moderator und Inspirator schafft es, auch konservative Professoren dazu zu bewegen, mit Freude und Authentizität ihre Fachrichtungen zu präsentieren und das zu tun, was sie am Liebsten tun: (Potentielle) Patienten davon überzeugen, dass sie Vertrauen haben – und aktiv an ihrer Gesundung mitarbeiten können.

Lustig geht es manchmal zu in den „Live-Sprechstunden“ bei Facebook und Instagram, in denen Zuschauer direkt im Chat Fragen stellen können zu bestimmten Themen. Einige Ärzte wie Dr. Alexander Risse haben regelrecht Kult-Status mit Fan-Base erworben und müssen sogar manchmal Autogramme geben (Hier ein Beispiel-Video ).

Was sind die strategischen Ziele des Klinikums Dortmund?

Selbstverständlich geht es nicht einfach darum, über Social Media Unterhaltung und Wissen zu vermitteln – es geht um klare untermehmerische Ziele. An erster Stelle steht dabei die Verpflichtung, junge Menschen für Ausbildungsberufe des Klinikums zu gewinnen – denn ohne ausreichenden Nachwuchs geraten Kliniken in der heutigen Zeit in ernste existenzielle Gefahr. Tatsächlich hat auch Gesundheitsminister Jens Spahn bei einem Klinikum-Besuch zugegeben, dass Häuser, die nicht in der Lage sind, ihr Pflegepersonal aufzustocken, geschlossen werden könnten. Das Ministerium erwartet unternehmerische Kompetenz von den Krankenhäusern und stellt im Gegenzug finanzielle Mittel für die Aufstockung des Personals bereit.

Im zweiten Zug geht es um die Gewinnung von Patienten, die sich für das Klinikum Dortmund entscheiden. 250.000 Patienten pro Jahr, 4.500 Mitarbeiter, 500 Ausbildungsstellen… ein riesiges Rad wird da gedreht in Dortmund – und Gesundheit ist ein sehr heikles Geschäft. Wie viele Patienten haben höhere Erwartungen an die eigene Heilung oder die Heilung von Angehörigen, als überhaupt erfüllbar ist? Wie viele Enttäuschungen gibt es zwangsläufig, weil Medizin keine Wunderwaffe ist, sondern davon lebt, dass alle Beteiligten vertrauensvoll und engagiert für das Bestmögliche an einem Strang ziehen?

2013 war das Klinikum Dortmund existenziell bedroht – der Erfolg gibt Marc Raschke recht

Marc Raschke musste sich 2013 in der kompletten Unternehmenskommunikation mit anderthalb Stellen für die Unternehmenskommunikation zurechtfinden – und mit mehr oder weniger keinem Budget. Der leidenschaftliche Journalist tat das, was Journalisten so tun: Geschichten erzählen für die Leser und Zuschauer. Er war überall und nirgends, führte Interview mit dem Handy, redete mit dem Pflegepersonal und überlegte, warum ein junger Mensch sich wohl für einen der zehn Ausbildungsberufe des Klinikums entscheiden wollte.

Live-Sprechstunden und GameChanger

Er moderierte von Anfang an die Social Media „Live-Sprechstunden“ mit einfachsten Mitteln. Auch heute gibt es für die Video-Drehs nichts weiter als zwei Lichtquellen, ein Stativ und ein Handy. Doch im gewachsenen Kommunikationsteam ist nun auch ein überzeugter Gamer, der fantastische YouTube-Videos im Stil von GTA mit dem Hashtag #GameChanger erstellt hat. Jugendliche erleben aus der Perspektive eines GTA-Helden, was sie im Ausbildungsalltag erwartet – und können sich am Ende des Videos direkt bewerben. (Hier der YouTube-Trailer)

Authentizität, Vertrauen und Liebe 

Die meisten Social Media Aktivitäten des Klinikums passieren mit wenig Absprache und häufig ohne Planung. Interview, Sprechstunden, Alltagsszenen aus dem Krankenhaus…. die „Daily Soap“ des Klinikums ist so voller Authentizität wie wir es von RTL und Co (als Illusion in den Doku-Soaps) lieben. Ungeschminkt erleben die staunenden Fans bei Facebook, Instagram und YouTube, was es bedeutet, sich beruflich den Menschen zuzuwenden, die leiden und die an Körper, Seele, Geist erkrankt sind und Heilung suchen.

Marc Raschke steht voll hinter dem Betrieb und dessen Mission – und das Klinikum Dortmund steht hinter Marc Raschke. In seinem Vortrag auf der BarSession in Dortmund erzählt der Journalist, dass er von Anfang an eine beneidenswerte Freiheit in seiner Kommunikations-Politik hatte, da der leitende Geschäftsführer des Klinikums, Rudof Mintrop, ihm vertraut. Tatsächlich hat Rudolf Mintrop überhaupt keine Beziehung zu Social Media und steht dem Ganzen sogar kritisch gegenüber. Auch das kann von Vorteil sein, wenn man sich gegenseitig wertschätzt und vertraut.

Marc Raschke ist durch und durch Journalist. Seine Social Media Soap wird immer von professioneller Gatekeeper- und PR-Aktivität begleitet: Pressemitteilungen,, Pressegespräche, Beteilungen an Wettbewerben und Konferenzen, Auftritte als Speaker… Der Erfolg gibt der Kommunikationspolitik recht. Nicht nur der Zuwachs an Patienten, Fachpersonal und Auszubildenden ist entscheidend, sondern auch die vielen hochrangigen Marketing-Auszeichnungen, die zeigen, dass ein „David“ gegen Goliaths wie Vodafone und Telekom gewinnen kann. Denn gerade die Authentizität der kleinen Mittel besticht – Werbebotschaften und glatte Agentur-Kampagnen sind viele Menschen leid.

Die 10 Erfolgsfaktoren für Social Media

Zum Ende seines Vortrags gibt Marc Raschke dann preis, was die zehn Erfolgsfaktoren für gutes Social Media Marketing sind:

  1. Mut und Eier
  2. Ein guter Vorgesetzter
  3. Beginnen mit kleinen Projekten
  4. Sich nicht in Perfektion verlieren
  5. In Stories denken, anstatt in Ressourcen und Kanälen
  6. Sich immer wieder neu in Frage stellen (Hochmut kommt vor dem Fall)
  7. Beruf und Freizeit nicht voneinander trennen (Social Media passiert, wenn es passiert!)
  8. Sich vor Übermut bewahren
  9. Der Wurm muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler
  10. Und zum Schluss: Bitte rappen Sie nie (Biedern Sie sich nie bei der Zielgruppe an)

Die tolle Website des Klinikums Dortmund

Klinikum Dortmund bei Facebook (hier direkt die Videos)

Klinikum Dortmund bei Instagram @klinikumdo 

Klinikum Dortmund bei YouTube 

Wie alles begann…

Mit diesem 2-Minuten-Video begann 2013 der Siegeszug der Social Media Politik von Raschke und vielen Mitarbeitern des Klinikums Dortmund. Die akrobatisch begabte, balletterfahrene Krankenschwester Julia macht den berühmten Spagat-Volvo-Werbespot von Jean-Claude Van Damme nach – mit Klinikbetten 🙂 Hier das Original – und dann der „Virale Hit“ aus dem Krankenhaus…

Und hier noch ein Instagram Post: Projekt Löwenherz – wunderschön…

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Was das @prjkt.lwnhrz da derzeit bei uns im Haus umsetzt, ist absolut außergewöhnlich: … Making-of zum #Musikvideodreh 🎥 auf der #Krebsstation der Kinderklinik #Dortmund 🏥 „Heute möchten wir euch in einem kleinen Video ein paar Einblicke in unsere Arbeit der letzten Wochen ermöglichen. Durch unser Projekt Löwenherz möchten wir den Kindern und ihren Eltern bei unseren Dreharbeiten zum Song „Chöre“ von Mark Forster unsere Hilfsbereitschaft zeigen, sie stärken und ihnen eine gute Zeit schenken. Das geht auch an uns emotional nicht spurlos vorbei…“ @markforsterofficial @klinikumdo @karlschillerberufskolleg @sony #krebsisteinarschloch #krebs #krebskrank #löwenherz #chöre #empathie #empathy #mitgefühl #liebe #love #kinder #kids #sick #achtsamkeit #getoutofyourcomfortzone #cancer #fightcancer #makingof #musikvideo

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Über Eva Ihnenfeldt

Als Expertin für Social Media Marketing berät und begleitet Eva Ihnenfeldt Unternehmen und Organisationen bei der Entwicklung von Social Media Strategien - und übernimmt als Dozentin Lehraufträge für Hochschulen, Kammern und andere Bildungsträger. Eva Ihnenfeldt - Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: e.ihnenfeldt@gmail.com

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