Die Sehnsucht, dass jemand sich für mich interessiert

Sehr viele Kinder sind aufgewachsen in dem Gefühl, nicht bedingungslos geliebt zu sein, nicht wirklich gesehen zu werden. Manche Kinder (häufig Einzelkinder) sind aufgewachsen damit, über alles geliebt, regelrecht verehrt worden zu sein. Wieder Andere sind damit aufgewachsen, dass sie sehr wohl  gesehen – und dafür bestraft, anscheinend gehasst und verachtet wurden. Ob es überhaupt Menschen gibt, die „genau richtig“ geliebt wurden, so dass ihnen später gleichgültig ist, ob sich jemand für sie interessiert? Gibt es liebessatte Menschen?

Wunder passieren…

Bild von Keith Dalmon Ferreira auf Pixabay 

Tatsächlich stelle ich in meinen Coachings fest, dass Wunder passieren können, wenn ein Mensch im Coaching von sich erzählt – und wir Coaches einfach zuhören. Manchmal denke ich dabei sogar „Irgendwie verdiene ich mein Geld zu leicht! Ich tu doch gar nichts, kann auch gar nichts, ich höre doch einfach nur zu und versuche, mein Gegenüber zu verstehen und zu lieben!“

Dann erklären mir meine Coachees, dass genau das – dieses einfache Zuhören, nachfragen, kindliche „Staunen“, das genau das die befreit und ihnen Mut gibt, selbst neue Lösungen und Wege für sich zu finden.

Dann trauen sie sich plötzlich, sich selbst zu lieben und Ansprüche zu stellen ans Leben. Und dann endlich gibt’s auch für mich was zu tun: Ziele eingrenzen, Strategien entwickeln, nächste Schritte festlegen. Dann bin ich zu was nutze. Pragmatisch, praktisch, gut.

Der Schlüssel zur Selbstliebe

Die Möglichkeit, dass sich jemand für mich interessiert, ist der Schlüssel zur Selbstliebe.  Ein winziger, selten zu findender Schlüssel. Viele Menschen irren ihr Leben lang umher und können ihn nicht finden. Sie suchen in Filmen und Büchern nach ihm, in Familie und Liebespartnern, in Leistung, Geld, Macht und Prestige.

Ich habe gerade eine junge Frau im Coaching, die mir anvertraut hat, dass sie sich nicht wirklich sichtbar fühlt. Das kenne ich aus meiner frühesten Kindheit – dieses Gefühl, die anderen Menschen können mich nicht sehen, ich bin unsichtbar.

Wir wundervoll von ihr, mir das verständlich zu machen! Wie hilfreich, um dann wieder andere Coachees zu verstehen, die ähnlich empfinden! Oder eine andere Frau, die als Kind immer nur gequält und  bestraft wurde für ihre Existenz – die lernen musste, Strategien zu entwickeln, um Schmerz zu entgehen und um zu überleben. Wie sehr ich sie bewundere dafür, dass sie es geschafft hat, das Unmögliche zu schaffen – sie lebt und sitzt vor mir! Ob ich das auch geschafft hätte? Ich weiß es nicht.

Ein größeres Abenteuer als Urlaub in der Karibik

Es ist so wunderschön, Menschen zuzuhören und wie ein Forscher immer tiefer in ihre Seelen  eintauchen zu dürfen. Es ist so überwältigend, wenn sie mir die Erlaubnis dazu geben, ihnen zuzuhören und ihre Seelen erforschen zu dürfen!

Ich habe den schönsten Beruf der Welt. Jeder Mensch ist ein Geheimnis, ein schillernder Kosmos, ein Wunderwerk an Wissen und Können. Ich vermeide es übrigens, nach der Kindheit zu fragen, da mir das irgendwie zu intim ist – ich will sie nicht ausfragen, nicht verbotene Türen öffnen. Ich will meine Coachees nicht sehen als Opfer, sondern als Überlebende/r, als Erwachsene/r, als gleichwertigen Mitmenschen auf Augenhöhe.

Also wenn sich mal die Gelegenheit ergibt, dass Ihr einfach jemandem zuhören könnt, fragen, nachfragen, staunen und lieben – ich sage Euch, es ist überwältigender als richtig guter Sex.

Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

steadynews.de

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