Die Menschheit hat sich in vielen Gesellschaften zu einem materialistischen Wohlstands-Ideal entwickelt. Kinder stellen Ansprüche an ihre Eltern, Arbeitslose stellen Ansprüche an die Versorgung durch den Staat, Rentner stellen Ansprüche an die angemessene Vergeltung ihrer Arbeitsleistung bis zum Eintritt in die Rente. Gesundheitlich Beeinträchtigte stellen Ansprüche an die Institutionen (Ärzte, Pharmaindustrie, Krankenhäuser, Reha…), die ihnen ihre Leiden wegreparieren sollen. Kurz und gut, Selbstverantwortung ist mit dem Aufbau der Konsumentengesellschaft verschwunden.
Das Konsumentenzeitalter: Die perfekte Sklaverei
Wie Aldous Huxley es in seinem Roman „Schöne neue Welt“ treffend beschrieb, ist die Konsumentengesellschaft die Perfektion von Sklaverei. Solange die Einzelnen die Befriedigung ihrer Ansprüche erfahren, werden sie frei von Zusammenhalt und der Fähigkeit, gegen die Mächtigen zu rebellieren. Selbst die Offenlegung eines Teils der Epstein-Akten bewirkt weltweit nichts weiter als ein paar Wochen Aufregung. Niemand wird verhaftet, niemand regt sich darüber auf, dass niemand verhaften wird – die Menschheit ist anscheinend am Schlusspunkt ihrer Menschlichkeit angelangt.
„Heiliger Sankt Florian / Verschon’ mein Haus, zünd’ and’re an!“.
Sankt Florian-Prinzip bei Wikipedia
Die Sehnsucht nach Liebe
Menschen streben nicht nur nach Geld, Anerkennung, Macht und Lustbefriedigung, sie streben auch nach Liebe. Popsongs handeln fast ausschließlich von Zweierbeziehungen: Zum Einen von der Sehnsucht, vollkommene, ewige Liebe zu erfahren; zum Anderen von der Hingabe an erotische Wonnen. Oder von der perfekten Kombination beider Aspekte der liebenden Zweierbeziehung.
Das Besondere an der Konsumentenliebe ist, dass sie in ähnlicher Weise auf die Befriedigung der eigenen Bedürfnisse ausgerichtet ist wie die Elternliebe der Konsumenten-Kinder.
Je höher die Anspruchshaltung, desto unmöglicher ist es, einen Partner zu finden, der den Ansprüchen genügt:
- hat immer Verständnis für mich
- hilft mir immer, wenn ich Hilfe brauche
- sieht in mir seinen Lebensmittelpunkt
- baut mich auf, bestärkt mich, zeigt mir Wege, wenn ich verzweifelt bin
- ist mein bester Freund – mein Seelengefährte
- hat Tag und Nacht Zeit für mich, wenn ich ihn brauche
Die Lösung: Der maschinelle Gefährte
Noch stehen wir ganz am Anfang des Transhumanismus. Noch sind es tollpatschige erste Schritte des anspruchsvollen Konsumenten auf dem Weg zum begehrten Produkt aus der Sehnsucht nach dem Seelengefährten und dem perfekten emotional/sinnlichen Verlangen.
Hier unten ist eine Auflistung von Zahlen, Daten, Fakten (erstellt von der KI Perplexity), die zeigen, auf welchem Stand der Beziehung zwischen Mensch und Maschine wir bereits sind. Vor allem junge Menschen, die noch keine Erfahrung mit „großen Lieben“ machen konnten, kommen immer häufiger dazu, in virtuellen Phantasiewelten Gefährten zu finden, die ihrem Ideal aus Büchern, Liedern und Filmen entsprechen. Vorläufer der künstlichen Liebespartnern sind die Beziehungen zu Chatbots, die Tag und Nacht zur Verfügung stehen, um den Anspruch an Selbstbestätigung, Mitgefühl, Fürsorge und Beratung zu erfüllen, ohne je zu ermüden. Was noch fehlt, ist die fiktionale Erlebniswelt mit sinnlichen Erfahrungen.
Psychotherapeut oder ChatGPT?
Selbst menschliche Psychotherapeuten müssen erleben, dass sie immer häufiger gemessen werden an dem Nutzen, den ein künstlicher Therapeut dem Klienten bringt. Was wird passieren, wenn die Technologie es ermöglicht, in Computerspiel-Fantasiewelten genau das zu erleben, was der Konsument sich wünscht? Liebevolle, selbstlose Eltern, die zu jeder Unterstützung bereit sind; eine Clique, in der man hochgeschätzt wird, weil man so großartig ist; herausfordernde Aufgaben mit Widersachern – und die Begegnung mit „dem Einen, dem Seelenpartner, der großen, ewigen Liebe“ auf Level x, (mit genügend Geld schon früher zu erkaufen).
Silikon Valley ist schon dabei, solche Konsumentenprodukte zu ersinnen. Ob Gehirnchip, Brille, der sinnliche Ganzkörperanzug für zu Hause … Die Vereinzelung des Einzelnen ist perfekt, um ungestört sein Business zu machen.
Gibt es Rettung?
Konsumenten haben für Machthaber den Nachteil, dass sie keinen Profit erwirtschaften. Sie sind eher so etwas wie Nutztiere, die man sich hält, um sie zu erforschen wie Ratten im Versuchslabor. Oder um an ihnen Befriedigung der eigenen Gelüste zu erfahren – wie aus den Epstein-Akten bekannt. Oder einfach, um das Rad an Produktion und Handel am Laufen zu halten.
Was meinen Sie? Sind wir Menschen dem Cocktail aus Spielen, Drogen, Genussmitteln, künstlicher Liebe und befriedigender Anerkennung ausgeliefert? Oder können Sie sich vorstellen, was die Menschheit vor der Obsoleszenz
Perplexity-Recherche
Hier ist die angepasste, nüchterne Recherche-Zusammenfassung mit der Tabelle als kompakte Liste. Alle Daten stammen weiterhin aus den genannten Studien/Umfragen 2024–2026.
Wahrgenommene Empathie und Wirksamkeit
- KI-Antworten werden oft als empathischer eingestuft: In einer kanadischen Studie (2025) bewerteten Teilnehmer ChatGPT-Antworten in Paartherapie-Szenarien als einfühlsamer und hilfreicher als echte Therapeuten; Trefferquote zur Unterscheidung KI/Mensch: knapp über 50%.
- Eine US-Studie (2025) ergab, dass KI-Antworten 16% mitfühlender bewertet wurden und in 68% der Fälle bevorzugt – auch bei Kenntnis der KI-Quelle.
- Meta-Analyse von 31 RCTs/ Randomisierte kontrollierte Studien (2025): KI-Therapiebots zeigen kurzfristig mittlere Effekte bei Depressionen (klein nach 6 Monaten), null bei Angst/Stress; reale Patientenstudien fehlen weitgehend.
Präferenz für KI-Beratung
- 39% der Deutschen (51% bei 16–29-Jährigen) bevorzugen KI bei sensiblen Fragen; 18% stellen sich Freundschaft mit KI vor (24% bei 30–49-Jährigen).
- 88,7% der Patienten nutzten schon KI für emotionale Unterstützung, trotz 82,4% Sorge vor falschen/fährlichen Ratschlägen und 73% Datenschutzbedenken.
- In Finanzberatung lehnen 42% reine KI ab (23% skeptisch), 21% offen dafür; 93% bevorzugen Mensch bei sensiblen Themen wie Rente.
Emotionale Bindung und Freundschaft
- Rund 1/3 der Nutzer entwickelt emotionale Bindung zu KI-Chatbots: 35% vermissen sie nach Pause, 48% bei Replika beschreiben freundschaftliche Gefühle, 60% Höflichkeitsfloskeln; 40% fühlen sich weniger einsam.
- 75% der KI-Nutzer berichten von Hilfe bei emotionalen Themen (z.B. Liebeskummer); Vorteile: 24/7-Verfügbarkeit, Anonymität.
- Kritik: Langfristige Effekte unklar, ethische Standards oft verletzt (US-Studie 2025).
Präferenz-Übersicht als Liste:
- Therapie (Empathie): 68% bevorzugen KI (+16% empathischer), Mensch erkennbar knapp über 50%
- Sensible Fragen: 39–51% KI-Vorzug
- Finanzberatung: 21% offen für reine KI, 65% ablehnen/skeptisch
- Emotionale Bindung: 30–48% Freundschaftsgefühl
Quellen
- Scilogs-spektrum.de: Zwischen Algorithmus und Empathie: Wie KI die Psychotherapie verändert – und wo sie scheitert
- Handelsblatt: Dafür nutzen Therapeuten und Patienten KI
- SSRN: Emotionale Bindung an KI-Chatbots: Erkenntnisse aus Deutschland, China, Südafrika und den Vereinigten Staaten
- SteadyNews: Beziehungs-KI-Chatbots wie Replika: Freund, Sexualpartner, Spion und Vertriebler?




