Eva Ihnenfeldt beim agsw: Facebook für die Personal- und Organisationsentwicklung?

Dr. Compes und Eva Ihnenfeldt führten die 60 Führungskräfte durch den Workshop

Der agsw (Arbeitgeber Südwestfalen e.V.) ist eine gemeinsame Einrichtung der Arbeitgeberverbände in Südwestfalen. In diesem Zusammenhang führt der agsw Weiterbildungen für Mitgliedsunternehmen durch – und begleitet Firmen rund um Personalentwicklung, Prozessoptimierung und LEAN-Managament. Am 19. Februar 2013      fand ein vierstündiger Workshop zum Thema Facebook statt – 60 Unternehmer und Führungskräfte waren gekommen, um sich über einen möglichen Einsatz von Facebook zu informieren und auszutauschen.

Referentin war Eva Ihnenfeldt. Mit Unterstützung von Dr. Paul Compes (agsw) wurden die Erwartungshaltungen, Themen und Fragen der Teilnehmer festgehalten, die den Ergebnissen nach gut vorbereitet zum Workshop gekommen waren.

Dr. Compes und Eva Ihnenfeldt führten die 60 Führungskräfte durch den Workshop

60 Führungskräfte und Arbeitgeber informierten sich über Einsatzmöglichkeiten von Facebook

Die Teilnehmer repräsentierten mittelständische produzierende Unternehmen – viele aus dem Bereich der Automobilzulieferer – aber auch einige Konzernvertreter waren gekommen. Sie wünschten sich in erster Linie einen Überblick über den beruflichen Einstieg in das Social Network Facebook – privat waren schon etwa zwei Drittel der Führungskräfte bei Facebook.

Natürlich wurden Effektivität und mögliche Risiken durch mangelnden Datenschutz intensiv diskutiert. Eva Ihnenfeldt betonte, dass auch private Profile und geschlossene Facebook Gruppen nicht wirklich geschützt sind – unternehmensinterne Informationen sollten bei Facebook grundsätzlich nicht thematisiert werden – zu leicht dringen Informationen nach außen.

Ebenfalls risikoreich ist der intensive Austausch zwischen Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten, da bei Facebook kaum Kontrolle ausgeübt werden kann. Auf die Frage, ob es möglich sei, dem Unternehmen bei Facebook, Twitter und anderen Social Media Tools bewusst Schaden zuzufügen, antwortete Ihnenfeldt mit einem klaren „Ja“. Will wirklich jemand schaden, ist das über das virtuelle Netz sehr viel leichter möglich als auf klassischem Wege. Allerdings gibt es auf der anderen Seite großartige Chancen, so dass man sich diesen Risiken nicht durch Verweigerung entziehen sollte, sondern durch kluge bewusste Kommunikation.

Ein weiteres Thema war die Sinnhaftigkeit von Facebook speziell für B2B Unternehmen – also Firmen im produzierenden Gewerbe. Hier war schnell klar, dass Recruiting und Employer Branding so wichtig für den Unternehmenserfolg sind, dass es sträflich wäre, sich Facebook zu verschließen. Will man junge Menschen für sein Unternehmen gewinnen, kommt man an Facebook nicht vorbei.

Neben dem Personalmarketing ist Öffentlichkeitsarbeit und Produkt-Marketing auch im B2B Sektor wichtig. Und natürlich Kundensupport – der häufig tatsächlich über geschlossene oder auch offene Facebook Gruppen organisiert werden kann. Dann gleichen die Gruppen den klassischen Foren und können in Echtzeit ansprechend Kundenfragen beantworten. Oder man wählt einen ähnlichen Weg wie die Telekom mit der Fanpage telekom_hilft – was aber für Businesskunden wohl weniger geeignet ist.

Angeregt diskutiert wurde die Frage der internen Unternehmenskommunikation über Facebook Gruppen. Man war sich schnell einig, dass zu leicht Interna nach außen dringen – Facebook ist wie eine „Litfaßsäule“. Besser ist es, auf professionelle Tools wie Yammer zurückgreifen, um die Vorteile sozialer Netzwerke für die interne Kommunikation zu nutzen, ohne dabei die Kontrolle über die Inhalte und Daten an den US-amerikanischen Konzern abzugeben.

Eva Ihnenfeldt ging auf viele weitere Fragen ein: 

Eva Ihnenfeldt, Dr. Paul Compes, Holger Rohde (business Academy Ruhr GmbH)

Eva Ihnenfeldt, Dr. Paul Compes, Holger Rohde (business Academy Ruhr GmbH)

  • Sollte man selbst die Social Networks pflegen – oder kann man die Redaktion an Agenturen abgeben?
  • Wird Social Media Kommunikation tatsächlich die Zukunft für Unternehmen sein?
  • Ist es überhaupt und grundsätzlich der richtige Weg, sich auf das interaktive Web einzulassen?
  • Was kann man tun, um Schaden bei „Shitstorms“ und falschen Behauptungen zu vermeiden? Moderieren? Administrieren? Kontrollieren? Löschen?
  • Wie viel Manpower und Zeitbudget sind erforderlich, um social zu kommunizieren?
  • Wie finde ich heraus, wo meine Zielgruppe kommuniziert? Wie kann ich meine Zielgruppe im Web erreichen?
  • Welche Alternativen gibt es zu Facebook?
  • Woran erkennen wir den „richtigen Zeitpunkt“, um mit Social Media zu beginnen?

Die vier Stunden vergingen wie im Fluge, der Workshop war ausgesprochen lebendig und konstruktiv. Am Schluss herrschte Einigkeit darüber, dass Facebook hervorragende geeignet ist für Recruiting und Personalmarketing. Wenig überzeugt hingegen waren die meisten von der Vorstellung, intern über Facebook zu kommunizieren. Eva Ihnenfeldt empfahl, zumindest bei Facebook die Fanpage mit dem Unternehmensnamen zu sichern, bevor es jemand Fremdes tut….

Im Weiteren wünschen sich die Mitgliedsunternehmen Workshops zu Xing und LinkedIn – sich hier strategisch klug zu engagieren ist auf jeden Fall sinnvoll – und gerade bei Xing schon deshalb angenehm, weil Xing nach deutschen Datenschutzrichtlinien funktioniert.

 

 

 

 

 

 

 

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