KLOUT: Nützlich, aber kein Allheilmittel

KLOUT spaltet immer noch die Gemüter – so wogten kürzlich noch in der Facebookgruppe der IHK-Social-Media-Alumnis die Meinungen hin und her. Dabei war der Tenor überwiegend: KLOUT ist Unsinn, braucht man nicht zum Monitoring. Wirklich nicht?

Fest steht: Wie genau KLOUT funktioniert wissen wir nicht. Allerdings kann man dagegenhalten: Wie genau Google funktioniert oder Facebook wissen wir auch nicht. Wir wissen nur: Es gibt einzelne Faktoren, die den Rankingwert beeinflussen – bei KLOUT ist das noch am ehesten verständlich, weil KLOUT aus der Summe der Aktivitäten in Sozialen Netzwerken einen Wert berechnet. Das heißt jetzt aber nicht, dass jemand der viel postet automatisch einen höheren KLOUT-Wert erhält – etwas, was ich bei zwei SIO-Projekten in der letzten Zeit übrigens gut überprüfen konnte. KLOUT legt Wert auf Interaktion. Wer viel postet ohne dass seine Beiträge weiterverbreitet werden wird an KLOUT keine Freude haben.

Interaktivität plus Labels: Influencer?

KLOUT ist daher hilfreich wenn man seine Aktivitäten im Social Web mit anderen Mitbewerbern vergleichen möchte, ebenfalls kann man KLOUT als Gradmesser nehmen um nachzusehen ob die Richtung der Strategie stimmt – als grober Richtmesser passt das in der Regel, wenngleich es auch ab und an einige Schluckaufs bei KLOUT gibt oder man auf einmal einige Punkte steigt nur weil Instagram als neuer Ranking-Faktor dazugekommen ist. Immerhin ist ein grober Richtwert besser als erstmal überhaupt keiner. Wichtiger wird KLOUT aber dann, wenn es um die Ermittlung von Influencern geht – KLOUT verleiht automatisch Labels, die bestimmte Aktivitäten kennzeichnen. Jemand, der häufig über Social Media postet wird vermutlich das Label „Social Media“ erhalten. Allerdings können diese Label auch mit den sogenannten KLOUT-Punkten – pro Tag hat man 10 davon zur Verfügung – selbst gekauft oder an andere verliehen werden.

Daher wäre ich was das Ermitteln von Influencern per KLOUT betrifft vorsichtig und ich würde mich – wie bei allen Tools – nicht auf KLOUT alleine verlassen sondern KRED oder nolens volens Peerindex dazunehmen. Wenngleich ich mit Peerindex in den letzten Wochen keine guten Erfahrungen gemacht habe was den Wert selbst betrifft, aber auch dort gibt es Labels, die einem weiterhelfen können. KLOUT ist erstmal nur ein Gradmesser für die Aktivität, mehr erstmal nicht, deswegen sollte man den KLOUT-Wert auch nicht allzu ernst nehmen – Arbeitgeber, die einen nur anhand des KLOUT-Wertes beurteilen, sind alles andere als seriös…

Sorry, Influencer ermitteln bleibt Handarbeit

KLOUT, KRED und Peerindex können eine erste Hilfe beim Ermitteln von Influencern sein – im Endeffekt bleibt es aber einem nicht erspart sich die diversen Accounts selbst anzuschauen und dann zu entscheiden, ob man denjenigen als Influencer für sich gebrauchen kann oder nicht. Im SIO ist das Influencer Relationship Management ein wichtiger Faktor und aus Erfahrung kann ich sagen: Influencer ermitteln ist und bleibt Handarbeit, mit der Betonung auf ARBEIT. Zwar gibt es Tools mit denen man schnell eine Masse von Followern bei Twitter generieren kann – ich würde aber erstmal mit Tweetadder vorsichtig umgehen, es sieht nämlich so aus als ob Twitter da durchaus ein Auge drauf hat wieviele Follower ein Account erhält, eine Sperrung ist sehr wahrscheinlich. Aber Tweetadder bringt ja auch erstmal nur die Masse – die Qualität muss man dann wieder per Handarbeit herstellen. Das wird wohl auch erstmal so bleiben. Trotz des Versprechens von Big Data.

2 thoughts on “KLOUT: Nützlich, aber kein Allheilmittel

  • Reply Norbert Tuschen 5. April 2013 at 08:44

    Was nützt ein „Messinstrument“ an dessen Sensoren ich meine Social Web Präsenzen anpassen muss? Klout bietet zum Beispiel weder Pinterest noch EyeEm, die bei mir wunderbar funktionieren. Klout misst in vielen Fällen nur einen Ausschnitt. Auch darüber muss man nachdenken.

    • Reply Eva Ihnenfeldt 6. April 2013 at 13:49

      Klout ist eine Krücke, keine Frage. Doch um schnell und oberflächlich zu sehen, ob ein angeblicher „Social Media Experte“ tatsächlich aktiv im Web ist, kann man sich da Anhaltspunkte holen und nachgucken, mit wem er/ sie denn so verbandelt ist… Genau wie ein Xing-Profil ein wenig aussagt über einen Menschen – oder eine Website über ein Unternehmen – objektive Wahrheiten findet man selten – es sind alles nur Anhaltspunkte…

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