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Mit 56 Jahren arbeitslos – was nun? 0

Viele Menschen werden mit über 50 arbeitslos, und das ist für die Meisten ein ziemlicher Schock. Ich kenne aus beruflichen Gründen ganz schön viele Fach- und Führungskräfte, die dieses Schicksal ereilte – und ich glaube, ich kann ein bisschen trösten und auch Tipps geben. Denn tatsächlich kann gerade diese Krise eine Chance sein – man muss nur gut planen…

Karin ist 56. Sie hat als Sales Manager bei einer Luxus-Marke die ganze Welt bereist und sehr viel Geld verdient. Nun ist sie ihren Job los und weiß, dass sie in ihrem Alter keine Chance hat, eine gleich dotierte Stelle zu bekommen. Was tun?

Paul war Redaktionsleiter bei der Tageszeitung. Nie hätte er sich träumen lassen, dass er mit 52 ganz einfach alles verliert, was bisher sein Leben ausmachte: Die Führungsstelle mit sehr gutem Gehalt, die Aufgabe als angesehener Journalist in seiner Stadt, die Absicherung im Alter. Was tun?

Gerd war viele Jahre im Vertrieb. Er hat schon einige Unternehmenswechsel hinter sich. Heute, mit 54, fühlt er sich ausgebrannt. Gesundheitlich hat sich der stressige Job bemerkbar gemacht. Der Druck auf Vertriebler scheint ständig gewachsen zu sein. Bei seinem letzten Arbeitgeber aus der Industrie hat er die Probezeit nicht überstanden. Das drückt aufs Selbstwertgefühl. Was tun?

Drei Fälle – hundert weitere Schicksale könnte ich schildern. Allen ist etwas gemeinsam: Sie stürzten aus der Sicherheit und einem guten Lebensstandard in eine völlige Ungewissheit. Stimmt denn nun wirklich der Satz „Krise als Chance“?

Krise als Chance?

Ja, meiner Erfahrung nach stimmt dieser Ausspruch absolut. Nach dem ersten Schock sind es gerade die Älteren, die sich erstaunlich schnell selbst sortieren und ihren weiteren Berufsweg planen. Sicher gibt es auch die, die sich aufgeben und keinen Neuanfang schaffen -doch die Regel ist das nicht.

Ich kann jedem Berufs-Aussteiger 50+ nur wärmstens empfehlen, eine ausgiebige Weiterbildung zu machen. Das ist zum Einen gut, um den Anspruch auf Arbeitslosengeld zu verlängern – aber vor Allem ist es gut, um etwas völlig Neues kennen zu lernen! Wenn man zum Beispiel Weiterbildungen im Bereich „Digitale Kommunikation“ wählt, findet man womöglich eine Nische, in der man sich selbstständig machen kann! Oder (was wirklich viele meiner „Schützlinge“ tun), man wird Lehrer!

Ich hatte schon hochdekorierte Marketing-Leiterinnen aus Konzernen in meinen Kursen, die durch mich inspiriert wurden, ebenfalls Lehrende zu werden. Berufsschulen zum Beispiel suchen Lehrer, aber natürlich auch Bildungsträger und private Hochschulen.

Unternehmensberater kann auch eine Option sein, wenn die Netzwerke stimmen. Oder eine Selbstständigkeit als Erlebnis-Dienstleister, oder als Online-Händler oder mit einem Provisions-Geschäftsmodell. Oder man betreut für eine NGO sozial Benachteiligte oder wird Werkstattleiter in einer Werkstatt für Menschen mit Handicap.

Das Gute an uns Älteren ist, dass wir keine Angst mehr haben, uns zu blamieren. Mit zunehmendem Alter wird man selbstbewusster und traut sich mehr zu als in jungen Jahren. Das kann gerade in der Selbstständigkeit gut sein – aber auch in vielen Anstellungen.

Es gibt so viele Berufe, die nicht „im Trend“ sind, und die für die diese älteren, gelassenen, mit natürlicher Autorität ausgestatteten Fünfzigplusser wie geschaffen sind. Toll auch zu beobachten, wie rasch gerade meine älteren Teilnehmer Facebook und Twitter für sich entdecken und zum Beispiel sehr professionell in Facebook-Gruppen kommunizieren, die sie beruflich/geschäftlich weiterbringen.

Klar, so viel verdienen wie früher werden wohl nur die wenigsten. Aber meist ist in dem Alter das Haus bereits abgezahlt – und die Kinder werden so langsam flügge. Wo wir bei einem dritten Thema wären: Mehr Zeit für Familie!

Erst rechnen – dann handeln

Natürlich heißt es zunächst, gut rechnen und sich von Experten beraten lassen. Altersvorsorge, Unterhalt, finanzielle Verpflichtungen aller Art – erst kommt die Vernunft und dann kommt die Lust.

Doch wenn erst einmal der Schritt in die Freude am neuen Leben vollzogen ist, ergeben sich oft Chancen, an die man nie gedacht hätte. Menschen kennen lernen, neue Inspirationen erhalten, sich mit ganz anderen Themen auseinandersetzen und sich dadurch komplett verjüngen – was für ein Geschenk.

Mein Tipp: Macht berufliche Weiterbildungen in ganz modernen Themen. Lernt Social Media und Online Marketing, vertieft Euch in Content-Management-Systeme oder in die Geheimnisse guten Content-Marketings. Holt noch mal Eure Hochschulkenntnisse in Marketing hervor und frischt sie in einer Weiterbildung auf. Macht Konzepte und lernt, unternehmerisch zu denken.

Ein neues Leben beginnen ist eine große Chance. Auch Ehepaare wachsen oft ganz neu zusammen, wenn sie gemeinsam diese neue Zeit genießen. Geld ist selten das Problem habe ich mit Erstaunen festgestellt, irgendwie klappt es immer.

Nie werde ich den älteren Herrn vergessen, der sich aus der Weiterbildung zum Online-Marketing-Manager gemeinsam mit seiner Frau selbstständig gemacht hat – mit Kunsthandwerk! Da saßen sie Beide friedlich zusammen in ihrer Küche. Er hat geschnitzt und sie hat gehandarbeitet – und mit einem kleinen Online-Shop haben sie ihren Vertrieb gestartet. Zwar weiß ich nicht, wie alles weiter gegangen ist – aber das ist auch nicht so wichtig. Die Beiden haben so eine Harmonie und so eine Liebe zu sich und ihren Werken ausgestrahlt, dass es gar nicht schief gehen konnte. Wer es innen hat, der wird es außen leben. Davon bin Ich nach all meinen Erfahrungen felsenfest überzeugt. Nur Mut liebe Bremer Stadtmusikanten.

Über Eva Ihnenfeldt

Als Expertin für Social Media Marketing berät und begleitet Eva Ihnenfeldt Unternehmen und Organisationen bei der Entwicklung von Social Media Strategien - und übernimmt als Dozentin Lehraufträge für Hochschulen, Kammern und andere Bildungsträger. Eva Ihnenfeldt - Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: e.ihnenfeldt@gmail.com

One thought on “Mit 56 Jahren arbeitslos – was nun?

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