Social Media Dienstleister auf Zeit: Das Problem mit den Zugangsdaten

Christian Spließ, Social Media Manager: Und schwupps, schon wieder neue Zugangsdaten für ein Social Media Projekt, schwupps, schon wieder Admin in einer Facebook-Gruppe und holla die Waldfee auch die Zugangsdaten für Instagramm. Sie glauben ja nicht wie schnell das manchmal gehen kann nachdem man für einen Kunden einen Auftrag entgegengenommen hat. Wenn die Projektleiter nur so schnell darin wären die Daten auch wieder zu ändern wenn man es beendet hat…

Es ist halt so: Zugangsdaten werden schnell vergeben, vor allem dann wenn die Zeit drängt und das Projekt noch gut in die Wege geleitet werden soll. Also lege ich dann einen neuen Reiter in meinen Tools an, mache meine Arbeit und wenn das Projekt zu Ende ist stelle ich in der Regel eine Rechnung. Damit wäre das Projekt dann für mich erledigt. Für die Auftraggeber wäre es jetzt also an der Zeit, was zu tun? Richtig: Die Zugangsdaten für die ganzen Accounts zu ändern. Oder schon im vorhinein mir gar keinen Adminstatus im Blog einzuräumen sondern nur einen eingeschränkten Zugang. Das wäre logisch.

Im Social Web Alltag aber ist das nicht die Regel, sondern eher die Ausnahme. Von einem Blog-Projekt das zwei Jahre her ist habe ich hier immer noch die Zugangsdaten und ich könnte, wenn ich wollte, durchaus im Blog für Unruhe stiften – denn meine Zugangsdaten gelten tatsächlich immer noch. Vor kurzem beim Aufräumen mal ausprobiert. Als Datenschützer sträuben sich mir da natürlich die Haare. Schließlich habe ich Zugriff auf die Statistiken und manches andere. Seltsamerweise würde das im normalen Büroalltag wohl kaum passieren: Schlüssel werden abgegeben, fertig. Beim Ende eines Social Media Projektes aber lässt man mir als Mitarbeiter auf Zeit gerade diese Schlüssel und ich kann in aller Ruhe auf- und zuschließen.

Von daher: Denken Sie schon beim Beginn eines Projektes an das Ende. Gehen Sie systematisch alle Schritte durch, die nötig sind: Braucht der Freelancer Zugang wirklich einen Admin-Zugang zum Blog? Was passiert, wenn das Projekt abgeschlossen ist – Zugangsdaten müssen geändert werden, Zugang zu Google Drive oder Dropbox sperren, Zugang zum Blog ändern. Überlegen Sie auch welche Informationen Sie per Email weiterleiten. Kurz: Machen Sie sich vorher Gedanken damit hinterher keine Katastrophe passiert.

Wobei ich das persönlich auch als Kompliment werten kann, wenn man Zugangsdaten für mich nicht ändert. Dann scheine ich ja vertrauenswürdig zu sein. Andererseits  wäre ich auch schnell ohne Aufträge, wenn ich das in mich gesetzte Vertrauen missbrauche – aber nicht jeder Freelancer, Mitarbeiter auf  Zeit hat genau diese Einstellung…

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