Algorithmen sind im Grunde genommen so etwas wie berechnete „Kochrezepte“. Ein gutes Beispiel für unser digitales Zeitalter ist das Navigationssystem: Nach Eingabe des Zielorts berechnet der Algorithmus, mit welchen „Zutaten“ und welchen Vorgängen dieses Ziel Schritt für Schritt erreicht wird. Algorithmen sind also ein kompletter Ablauf, der zu einem definierten Ergebnis führen soll. Ein Logarithmus ist nicht weiter als der mathematische Ausdruck für die Frage „Wie oft muss ich eine Zahl mit sich selbst malnehmen, um eine andere Zahl zu bekommen?“
Der Logarithmus in der Mathematik
Beispiel: 10⋅10⋅10=1000 →
log10(1000)=3, weil 10 drei Mal genommen wird
Der Logarithmus als Formel für die Multiplikation einer Zahl mit sich selbst wird zum Beispiel für die Berechnung von Erdbebestärken verwendet (Richter-Skala: Eine Stufe mehr bedeutet etwa zehnmal so stark)
Algorithmen in Internet
Algorithmen im Internet entscheiden aufgrund unserer vorliegenden Daten, was uns als Nächstes angezeigt wird. Unsere Daten sind unsere persönliche Infrastruktur wie das Verkehrsnetz beim Navi.
Algorithmen passen unsere uns eingespielten Inhalte dem an, was die Plattform-Inhaber (Google/YouTube, Meta/Facebook/WhatsApp, TikTok, Streamingportale wie Spotify oder Netflix etc.) so an, dass die gewünschten Handlungen von uns (klicken, kaufen, vertrauen, konsumieren, verstärken, weiterscrollen, auf der Plattform bleiben… ) durch die passenden Emotionen wahrscheinlich werden.
Wie ein Kind, dessen Aufmerksamkeit durch geschickte Beeinflussung auf bestimmte Dinge gerichtet wird, freut sich unser Unterbewusstsein, wenn es das Gefühl vermittelt bekommt, das Internet würde uns kennen und uns eine Freude bereiten wollen – zum Beispiel mit Produkten, die unsere „Haben wollen“ Hormonausschüttungen anregen wie ein Besuch auf der Kirmes…
Algorithmen pushen, bestätigen, fordern auf, machen neidisch, wütend, regen Wünsche an und machen gute Laune.
So manipuliert uns die Macht der „Kochrezepte“ für unserer erwünschtes Verhaltens. Mächtige Digitalkonzerne beeinflussten im Auftrag ihrer Kunden, was wir ethisch vertreten, wem wir glauben, was wir kaufen, was wir in Medien konsumieren und wen wir als Freund oder Feind ansehen.
Was für eine gigantische Beeinflussung heute möglich ist!
Wie schön war es, als Logarithmen und die Frage, wie oft man eine Zahl miteinander multiplizieren muss, um eine bestimmte andere Zahl zu erhalten, uns im Matheunterricht gequält oder begeistert haben.
Fazit: Was sind Algorithmen?
Algorithmen sind also Rechen- und Problemlösungsregeln. Diese mathematischen „Gebrauchsanweisungen“ gibt es seit der Antike. Der Begriff „Algorithmus“ selbst stammt aus dem 9. Jahrhundert. Die ersten KI-Algorithmen wurden 1956 vorgestellt. Heute sind Algorithmen unsichtbar in Apps, Suchmaschinen und KI allgegenwärtig.
„Zeige mir, wie Du denkst und fühlst, und ich gebe Dir Deine höchstpersönliche Realität.“





