Abmahnung bei Xing wegen einer unerwünschten Xing-Kontaktanfrage

Das überrascht mich doch sehr. Das Oberlandesgericht in Braunschweig hat eine Unterlassungserklärung für rechtens erklärt, bei der es um eine unerwünschte Xing-Kontaktanfrage ging. Es gab also eine Abmahnung, weil sich ein Xing-Mitglied von einem anderen Xing-Mitglied durch dessen Kontaktanfrage belästigt fühlte. Die Anfrage wurde als „unerwünschte E-Mail-Werbung“ eingestuft, da es sich eindeutig um Werbung handelte und keine geschäftliche Beziehung zwischen Kontaktanfrager und Kontaktwunsch-Empfänger bestand. Allerdings hat das OLG den veranschlagten Streitwert von 6.000 Euro auf 2.000 Euro heruntergestuft, so dass der Werbende nicht so hohe Anwaltskosten für die Abmahnung zahlen musste.

Businessnetzwerk XingIn dem speziellen Fall hatte ein Dienstleister für SEO-Maßnahmen einen Versicherungsmakler in sein Xing-Netzwerk eingeladen. In der Kontaktanfrage war auch ein Text-Baustein mit werbendem Inhalt enthalten. Der Versicherungsmakler und der SEO-Dienstleister kannten sich nicht. Das Landgericht in Braunschweig hielt einen Streitwert von 6.000 Euro für angemessen, so dass sich der Gang zum OLG wegen der Reduzierung der Anwaltskosten doch gelohnt hat.

Konsequenzen für Xing-Kontaktanfragen:

Wir sehen an diesem Fall, dass reine Akquise über Xing nicht angemessen ist. Selbstverständlich kann ich auch ab und zu mir fremde Menschen im Business-Netzwerk kontaktieren – doch dann sollte ich auf Werbung gänzlich verzichten. Auch wenn es sicher sehr selten vorkommt, dass sich jemand gerichtlich gegen Werbung auf Xing zur Wehr setzt, ist es der Normalfall, dass man sich über werbende Kontaktanfragen ärgert und den Anfrager negativ in Erinnerung behält.

Also nicht auf Masse setzen, sondern auf Klasse. Xing ist ein soziales Netzwerk. Achten Sie darauf, dass Ihre Kontaktanfragen höflich zurückhaltend sind und begründen Sie, warum Sie an einem geschäftlich/ beruflichen Kontakt interessiert sind. Nicht weil Sie auf Kundenfang sind, sondern weil Sie an einem Austausch und einer echten Vernetzung interessiert sind.

Quelle: Mit-Blog

Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

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