Weihnachtsgrüße mit Ludwig Thoma: Ein Münchner im Himmel

Eva Ihnenfeldt: Ich muss gestehen, dass ich schon als Kind eine regelrechte Weihnachtsallergie hatte. Diese ganze glückselige Familiensentimentalität auf Bestellung ist nicht mein Ding. Armer Jesus, denke ich, so wird ein Rebell zum kleinbürgerlichen Familienideal und pausbäckigen Engelchen. Aber trotz alledem und alledem erwischt es mich jedes Jahr ganz kurz vor dem 24. Dezember denn doch: Ich werde fast übermütig leicht und fröhlich. Und darum will ich heute, Weihnachten 2014, an Euch alle einen kleinen Gruß senden – mit einer wunderbar sarkastischen Geschichte von Ludwig Thoma – „Der Münchner im Himmel“.

Das Jahr 2014 war nicht gerade ein friedlich besinnliches Jahr. Viele Kriege um Freiheit und Ressourcen sind aufgebrochen, Propaganda von allen Seiten bombadiert uns mit brutaler Unverfrorenheit durch sämtliche Medien und Kulturen. Die Menschen werden immer misstrauischer und durchforsten das Web, um sich abseits von den Massenmedien einige Bröckchen Wahrheit zu erhaschen.

Man glaubt, was Einem glaubwürdig erscheint – und glaubwürdig ist nicht die Wahrheit, sondern das, was wir uns als „wahr“ wünschen. Die Einen finden Bestätigungen für ihre Angst vor allem Fremden, die Anderen finden Beweise für die Skrupellosigkeit der Mächtigen.

Die Einen klammern sich an ihre von Kindheit an vermittelte Religion, die Anderen leugnen alles, was man nicht sehen und verwerten kann. Für die Einen ist die Familie das Zentrum, um das sich Leben, Sinn und Liebe drehen, für die Anderen sind es die Gefährten und Freunde, die Halt und Stärke geben. Wieder Andere leben für ihren Beruf und ihren Erfolg.

Ich selbst liebe es, dass Jesus so ganz anders war und in keine dieser Schubladen passt. Er ließ sich nicht von seiner Familie binden – und er nahm hin, dass ihn seine Freunde verrieten. Geld war kein Maßstab, und Erfolg kein Kriterium. Er blieb sich treu in Zeiten, in denen er bejubelt und vergöttert wurde – und er verbitterte nicht, als die selben Menschen ihn fallen ließen, misshandelten und hinrichteten.

Ich wünsche mir und Euch Allen, dass wir es schaffen, freundlich zu bleiben, wenn harte Zeiten kommen; zu verzeihen, wenn uns das Wertvollste genommen wird; innerlich frei zu bleiben, wenn wir durch Liebe und Sehnsucht gebunden sind.

Aber nun lasst uns fröhlich und übermütig feiern, dass diese Botschaft in der Welt ist – ob man will oder nicht – diese Botschaft davon, dass wir die Erlaubnis haben zu Freiheit und Glück, dass wir geliebt werden, ganz so wie wir sind, dass wir als Fremde in der Fremde eine innere Heimat erahnen – und sei diese Heimat das Münchener Hofbräuhaus 😉

In diesem Sinne: „Luja sog I“ auf ein unbeschwertes Jahresende und ein friedlich gemütliches 2015.

Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

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One thought on “Weihnachtsgrüße mit Ludwig Thoma: Ein Münchner im Himmel

  • Reply Newsletter der SteadyNews vom 23. Dezember 2014 - Steadynews | Steadynews 14. Januar 2015 at 10:45

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