Home / Marketing / Als Selbstständiger Werbung nutzen im Online-Marketing? Wissen wie es geht!

Bevor es das Internet gab, warben Selbstständige und kleine Unternehmen wie Handwerksbetriebe höchstens über Printanzeigen in Tageszeitungen – und über die „Gelben Seiten“, um als Adresse bei konkreten Suchanfragen gefunden zu werden. Ansonsten nutzte man Flyer und vielleicht noch Sponsoring für lokale Institutionen, Vereine, wohltätige Zwecke. Heute gibt es weit mehr Möglichkeiten, über Online-Medien und das Internet zu werben – doch leider sind die Kenntnisse hierüber noch sehr gering. Darum im Folgenden ein kleiner Überblick für Unternehmen mit einem monatlichen Werbe-Budget von 100 bis 500 Euro monatlich.

Die eigene Website:
Legen Sie monatlich 100 Euro zurück für den nächsten Relaunch Ihrer Website. Denn man kann durchaus davon ausgehen, dass

"Wer nicht wirbt der stirbt" wusste schon Henry Ford

„Wer nicht wirbt der stirbt“ wusste schon Henry Ford

Internetauftritte etwa alle zwei Jahre „renoviert“ werden müssen, um den neusten Standards zu entsprechen. Das ist wichtig, um bei Google gut gefunden zu werden und um den Ansprüchen der potentiellen Kunden zu genügen. Websites sind das virtuelle Geschäftsgebäude jedes Unternehmers, und genau so, wie eine unmoderne, billig ausgestattete Agentur, Praxis oder ein erbärmliches Ladenlokal Kunden verschreckt, verschreckt auch womöglich eine unprofessionelle Website.

Achten Sie in jedem Fall darauf, mit einer Webagentur zusammenzuarbeiten, die gute Referenzen im Bereich Webarchitektur zu bieten hat. Informieren Sie sich darüber, wie moderne Webarchitektur strukturiert ist und sehen Sie sich in Ruhe Referenzobjekte an. Vielleicht telefonieren Sie auch mit Kunden der Webagentur und fragen diese nach ihren Erfahrungen?

Blog, Facebook, Twitter und Co:
„Virales Marketing“ ist sehr wichtig in einer Zeit, in der die meisten Kaufentscheidungen getroffen werden, nachdem der potentielle Kunden das Unternehmen bzw. das Produkt über Google erforscht hat. Durch eigene Blogbeiträge, Facebook-Posts und eventuell auch Twitter-, Instagram- und Xing-Beiträge können Sie dem Suchenden Vertrauen vermitteln, Glaubwürdigkeit und Expertenkompetenz. Das kostet zwar kein Geld, aber Zeit. Ein gutes Zeitmanagement ist wichtig, vor Allem jedoch die Entwicklung einer Strategie, damit Ihre unersetzliche Nische definiert wird.

Google Adwords:
Für kleine Unternehmen ist es nur dann interessant, über Google Adwords zu werben, wenn Sie eine Nische mit wenig Wettbewerbern besetzen – und wenn Ihre potentiellen Kunden bei deren Google-Recherche nach käuflich erwerbbaren Angeboten suchen. Ansonsten können Sie bei Google Adwords viel Geld verbrennen. Neben der Definition von Zielgruppe und Nische ist es wichtig, die Adwords-Rahmenbedingungen professionell zu gestalten und die Landingpage, zu der Ihre Anzeige führt, optimal zu gestalten. Zwar können Sie durchaus selbst Google Adwords Kampagnen erstellen, doch ohne fundiertes Wissen ist das nicht empfehlenswert.

Facebook Ads:
Interessanter als Google Adwords kann es sein, über Facebook und „Sponsored Posts“ zu werben. Denn wenn Sie über zielgruppenspezifische Kampagnen Facebook-Fans gewinnen, ist das häufig der erste Schritt, um Vertrauen aufzubauen und nach und nach den potentiellen Kunden vom Mehrwert Ihres Angebots zu überzeugen. Natürlich muss auch eine Facebook-Werbekampagne in eine professionelle Strategie eingebunden sein, sonst bringt sie nichts. Schlimm kann es sein, über Gewinnspiele viele unqualifizierte Fans anzuziehen, die anschließend Ihre Facebook-Fanpage „verstopfen“, da sie nichts weiter wollten als einen attraktiven Preis gewinnen. Lieber 500 Fans, die ehrlich an Ihrem Angebot interessiert sind – als 10.000 Fans, die irgendwann bei einem Gewinnspiel mitgemacht haben – und die nur vergessen haben, anschließend die Seite wieder zu ent-liken.

Qualität geht vor Masse: Das gilt nicht nur für Ihre Fans, sondern auch für Ihr eigenes Verhalten bei Facebook. Wenn man das alles bedenkt kann man mit Angeboten für Privatkunden durchaus schon mit unter 100 Euro monatlich messbare Erfolge erzielen.

SEO (Suchmaschinenoptimierung):
SEO bedeutet in der heutigen Zeit in den meisten Fällen „Content-Marketing“. Die SEO-Agentur optimiert zunächst Ihren Webauftritt (darum bitte immer vor dem Relaunch sich beraten lassen in Bezug auf Suchmaschinenoptimierung der Seite!) und kann dann im zweiten Schritt monatlich kontinuierlich Tätigkeiten vornehmen, um das Google Ranking und die Sichtbarkeit im Web zu verbessern. Content ist da am wichtigsten, Backlinks von vertrauenswürdigen, themenrelevanten Websites ebenfalls. Da Google in der Zwischenzeit gekaufte Backlinks sehr oft erkennt, ist dieses Linkbuilding umstritten. Denn bei Verdacht straft Google Seiten ab – was natürlich zu verheerenden Konsequenzen führt. Darum ist SEO sehr teuer geworden. Unter 500 Euro monatlich ist es kaum möglich, effektives Content-Marketing anzubieten, da redaktionell wertvoller Content – abgestimmt auf die Probleme und Fragen der Zielgruppe – von hochwertigen Textern erstellt wird und entsprechend teuer ist.

Affiliate-Werbung:
Für Selbstständige und kleine Unternehmen kommt es sehr selten in Frage, über Affiliate-Werbung zu werben. Affiliate ist ein sehr komplexes Thema, und allein die Platzierung der eigenen Produktseiten in einem Affiliate-Netzwerk ist aufwändig und meist teuer. Außerdem müssten kleine Unternehmen aktiv für ihr Affiliate-Programm bei Bloggern werben, um überhaupt Chancen für eine Zusammenarbeit zu bekommen. Für Online-Händler sind meist die Marktplätze von ebay, amazon und Co die richtige Wahl, ebenso wie die Platzierung der eigenen Produkte in Preisvergleichsseiten wie Idealo. Das Problem ist nur, dass man bei diesen Kanälen meist der Preiswerteste sein muss, um Kunden zu bekommen.

Bannerwerbung und Advertorials:
Schon für 20 bis 50 Euro monatlich kann man in vielen Blogs und Online-Portalen Banner schalten. das ist nicht schwierig, meistens bieten die Anbieter sogar  an, selbst das Banner zu kreieren, wenn sie die entsprechenden Vorlagen vom werbenden Unternehmen erhalten. Das Problem ist nur, dass sehr selten auf Banner geklickt wird (oder wie häufig klicken SIE auf Banner in Online-Zeitungen etc.?), da die Leser nicht gerade auf der Suche nach einem käuflich erwerbbarem Produkt sind und sich nicht für Werbung interessieren.

Mit einem „Advertorial-Vertrag“ können Sie sehr effektiv in Online-Medien werben: Sie zahlen für das Werbebanner und erhalten zusätzlich redaktionelle Beiträge. Viele klassische Verlage bieten diese Kombination an – Anzeigenblätter haben ihr komplettes Geschäftsmodell darauf aufgebaut. Allerdings ist bei diesem Modell – ebenso wie bei „Blogger-Relations“ zu beachten, dass Werbung stets als „Werbung“ gekennzeichnet werden muss. Sonst würde es als „Schleichwerbung“ gelten und wäre abmahnfähig.

Blogger-Relations:
Statt selbst mühselig Reichweite aufzubauen über einen eigenen Blog, kann es wirkungsvoller sein, sich an erfolgreichen Blogs zu beteiligen. Suchen Sie sich Meinungsführer-Blogs in Ihrer Branche und nehmen Sie mit den jeweiligen Bloggern Kontakt auf. Bei manchen können Sie kostenlos Gastbeiträge schreiben, bei anderen (wie den SteadyNews) besteht für ausgewählte Partner die Möglichkeit einer kostenpflichtigen Redaktionspartnerschaft. Alternativ können Sie PR-Beiträge als Advertorial in anderen Blogs setzen.

Die Preise für PR-Beiträge und Redaktionspartnerschaften sind sehr unterschiedlich – je nach Wert des Blogs und der Ausrichtung des Bloggers. Ein Blogbeitrag/ Advertorial in den SteadyNews beinhaltet zusätzlich zur Veröffentlichung die Verbreitung über den SteadyNews-Newsletter, der wöchentlich an rund 1.400 Abonnenten versendet wird – und die Verteilung über Twitter, Facebook, Xing mit insgesamt ca 4.000 Kontakten. Einzelne Blogbeiträge kosten 100,00 Euro – redaktionelle Erstellung pro Stunde 55,00 Euro zusätzlich.

Im Internet gibt es viele Beispiele für Preismodelle. Hierbei entscheiden Mediadaten, die Verbreitung über soziale Netzwerke, die Zielgruppen und die Reputation des Blogs über die Höhe des Preises.

Richtwerte für Blogartikel/ Advertorials

  • bis 2.500 Leser/Monat: 25 Euro pro Blogbeitrag
  • bis 10.000 Leser/Monat: 50 Euro pro Blogbeitrag
  • bis 20.000 Leser/Monat 75 Euro pro Blogbeitrag
  • bis 30.000 Leser/Monat 100 Euro pro Blogbeitrag
  • bis 40.000 Leser/Monat: 125 Euro pro Blogbeitrag
  • bis 50.000 Leser Monat: 150 Euro pro Blogbeitrag

Lohnt sich Werbung über Online-Medien? Pauschal ist es nicht möglich, auf diese Frage eine Antwort zu geben. Wie immer im Marketing ist es wichtig, eine Strategie zu erarbeiten – und erst am Ende dieser Strategie steht die Maßnahmenplanung – eventuell dann auch mit Werbeformen im Web. Geld verbrennen ist leicht, doch mit intelligenten Maßnahmen ist sicher Online-Werbung effektiver als Print, telefonische Kaltakquise und die Verteilung von Flyern. Soviel ist gewiss.

Bildquelle Morguefile

Über Eva Ihnenfeldt

Als Expertin für Social Media Marketing berät und begleitet Eva Ihnenfeldt Unternehmen und Organisationen bei der Entwicklung von Social Media Strategien - und übernimmt als Dozentin Lehraufträge für Hochschulen, Kammern und andere Bildungsträger. Eva Ihnenfeldt - Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: e.ihnenfeldt@gmail.com

2 thoughts on “Als Selbstständiger Werbung nutzen im Online-Marketing? Wissen wie es geht!

  1. Danke lieber Sascha! Das ist ja eine richtige Anleitung für alle, die sich im Web eine Reputation aufbauen wollen – auch für Karriereinteressierte! Supergute Ergänzung

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