Schwierige Startbedingungen für Selbstständige: Deutschland kein Land für Gründer?

Gegenüber anderen G-20-Ländern haben es Gründer in Deutschland ungleich schwieriger stellte eine aktuelle Ernst & Young-Studie fest. Nur 22 Prozent der Gründer sagen: „Deutschland hat die besten Bedingungen für den Start als Selbstständiger“.

Schuld daran sind die schlechten Rahmenbedingungen. Überdurchschnittliche hohe Steuerbelastung, hohe Kosten sowie der bürokratische Aufwand werden von den Gründern dabei genannt. Bei der Existenzgründerdichte, also der Anzahl der jungen Unternehmen im Verhältnis zur Einwohnerzahl, findet sich Deutschland deswegen nur im unteren Mittelfeld wieder. Pro 1.000 Menschen im arbeitsfähigen Alter wird jährlich nur durchschnittlich ein Unternehmen gegründet. Dies ist das Ergebnis der aktuellen Ernst & Young-Studie „Entrepreneurs speak out – A call to action for G20 governments“, an der sich 1.001 Jungunternehmer aus allen G-20-Ländern beteiligt haben.
„Selbstbewusstsein ist der Schlüsselfaktor, wenn es um die Existenzgründung geht. Nur wer Vertrauen in die Rahmenbedingungen hat, macht auch den Schritt in die Selbstständigkeit. Hier hat Deutschland noch einen großen Nachholbedarf“, sagt Peter Englisch, Partner bei Ernst & Young. Schlechter als in Deutschland sind die Rahmenbedingungen nur in Südkorea, Russland, Italien und Frankreich. In allen andern G-20-Länder haben die Jungunternehmer ein deutlich größeres Vertrauen in ihre Regierungen.

Abschreckend: Hohe Steuern – Scheitern in Deutschland nicht erlaubt

Die hohe steuerliche Belastung der Start-Ups ist ein Grund, warum Gründer Deutschland keine gute Note geben. Unterdurchschnittliche Bedingungen bietet Deutschland hier im Vergleich zu anderen Ländern – Rang 13 der Umfrage. Nur 42 Prozent der befragten Entrepreneure sind der Meinung, in Deutschland gäbe es ausreichend finanzielle Anreize. In den letzten fünf Jahren hat sich das steuerliche Klima in Deutschland deutlich verschlechtert. Ein weiterer Problempunkt: Kulturelle Schwierigkeiten. Weltweit sehen 44 Prozent der befragten Entrepreneure das Scheitern einer Geschäftsidee als Chance, etwas zu lernen. Das ist in Deutschland anders: Wer hier scheitert, so die Meinung, könne so schnell kein neues Projekt aufbauen.

„Im Gegensatz zu vielen G-20-Nationen, gerade den Schwellenländern, herrscht in Deutschland keine Kultur, in der Scheitern erlaubt ist“, sagt Englisch und fährt fort: „Es herrscht ein großer Zusammenhang zwischen der kulturellen Wahrnehmung des Scheiterns und der Einstellung gegenüber Unternehmensgründungen. Wird eine mögliche Unternehmenspleite als Chance begriffen, fällt die Entscheidung für eine Gründung wesentlich leichter“. Insgesamt stimmen nur 26 Prozent der deutschen Teilnehmer voll und ganz der Aussage zu, die Kultur ihres Landes fördere Unternehmensgründungen.

Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

steadynews.de

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