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Studie zu Glücksspielsucht: Nur noch jeder Vierte spielt Lotto 96

Im Jahr 2013 wurde eine große repräsentative Befragung zum Thema „Glücksspielverhalten in Deutschland“ durchgeführt. Die Ergebnisse sind erfreulich. Die Teilnahme bei Glücksspielen nimmt – trotz der steigenden Angebote durch das Internet – weiter ab. Nur noch 40 Prozent der Deutschen nehmen an Glücksspielen teil, vor allem beim traditionellen „Lotto – 6 aus 49“ gibt es einen deutlichen Rückgang. Nur Geldspielautomaten werden häufiger genutzt, vor Allem von jungen Männern zwischen 18 und 21.

Bei 16 – bis 17-Jährigen ist die Teilnahme an gewerblichen Glücksspielen seit 2011 von 24,1 Prozent auf 19,2 Prozent zurückgegangen. Pathologisches Glücksspielverhalten zeigen im Jahr 2013 etwa 0,82 Prozent aller Männer und 0,31 Prozent der Frauen in Deutschland.

Vor Allem 18 – bis 20-jährige Männer sind glücksspielsuchtgefährdet. Dort sind Geldspielautomaten zunehmend beliebt (28,6%). Es folgen Sportwetten und Internet-Glücksspiele. Mehr dazu erfahren 

Lotto hingegen interessiert nur wenige junge Männer – „6 aus 49“ scheint besonders ältere Menschen anzusprechen, die auch direkt in die Lottoannahmestelle gehen.

Die 193-seiten starke Studie ist ein Projekt der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Es wurden insgesamt 22 verschiedene Formen des Glücksspiels untersucht. Irgendwann schon einmal gespielt im Leben haben über 80 Prozent der deutschen Männer, und 75 Prozent der deutschen Frauen. Doch die Neigung, dies häufiger und regelmäßig zu tun, sinkt.

Gerade beim Fernsehlotto sinkt bei der letzten Befragung die Teilnahme auf 25,2 Prozent. An Glücksspielautomaten spielten 2013 3,7 Prozent. Beruhigend sind die Ergebnisse in Bezug auf die Geldeinsätze. Knapp jeder sechste Befragte gibt bis zu 10 Euro monatlich für Glücksspiele aus. 14,8 Prozent setzen 10 bis 50 Euro ein, 4,6 Prozent zwischen 50 und 100 Euro, 4,2 Prozent mehr als 100 Euro. Damit sind die monatlichen Geldeinsätze für Glücksspiele insgesamt rückläufig.

Problematisches Glücksspielverhalten zeigen insbesondere junge Männer, die männlich, und arbeitslos sind – und Migrationshintergrund haben.

Was sind Glücksspiele überhaupt?

Bei Glücksspielen entschiedet überwiegend der Zufall darüber, ob man erfolgreich ist. Zu den Glücksspielen zählen dabei auch Wetten. Es wird in Deutschland rechtlich zwischen Glücksspielen und Spielgeräten mit Geldgewinnmöglichkeit unterschieden: Glücksspiele sind Ländersache, Geldautomatenspiele unterliegen Bundesgesetzen.

Im Internet gibt es viele ausländisch geführte Glücksspielangebote, außerdem gibt es viele Wettbüros, die ebenfalls aus dem Ausland geleitet werden. Diese Angebote fallen unter den so genannten „unregulierten Markt“, da sie nach deutschem Recht eigentlich illegal sind. Beliebt sind im Internet vor Allem Online-Casinospiele  , Online-Sportwetten und Online-Poker. Trotz 30-prozentiger Wachstumsrate kommen die Online-Glücksspiele vom Umsatz her nicht an die staatlichen Angebote und Spielautomatenaufsteller heran.

Suchtgefahr bei Glücksspielen

Man spricht bei der Glücksspielsucht auch von einer „verborgenen Sucht“, da die Betroffenen ihr pathologisches Verhalten oft mehrere Jahre lang vor der Familie geheim halten können. Bei den Spielsüchtigen steigen laufend die Einsätze, sie versuchen ihre Verluste durch erneutes Glücksspiel auszugleichen, sie finden immer riskantere Wege, um Geld zu beschaffen – bis hin zu Straftaten. Häufig folgt die Abkehrung der Familie und ein sozialer Abstieg. Doch der Anteil der pathologischen Glücksspieler ist in Deutschland gering. Bei der deutschen Bevölkerung zwischen 16 und 65 sind etwa 0,2 bis 0,6 Prozent betroffen. Das ist innerhalb von Europa eine sehr niedrige Rate.

Fazit: Wie man sieht, sinkt die Bereitschaft in der deutschen Bevölkerung, sich an Geldgewinn- versprechenden Glücksspielen wie Lotto „6 aus 49“ zu beteiligen. Gefährdet sind vor Allem junge Männer mit schlechten beruflichen und privaten Perspektiven. Zwar nehmen Online-Glücksspiele und Wettbüros im „unregulierten Markt“ zu – doch der Anteil der pathologischen Spieler sind so gering, dass man in Deutschland wenig Sorge wegen dieser Sucht haben muss.

 

 

 

 

 

 

 

2 thoughts on “Studie zu Glücksspielsucht: Nur noch jeder Vierte spielt Lotto

  1. Hier werden wieder Äpfel und Birnen in einen Topf geworfen. Lotto macht nicht süchtig. Das haben sogar Gerichte bestätigt. Lotto ist nicht zuletzt aufgrund seiner Frequenz harmlos. Den Rückgang beim Lotto als Erfolg zu feiern ist völlig verfehlt. Denn Lotto kann dazu beitragen, die Spielsucht zu kanalisieren.

  2. Tut mir leid wenn sich der Bericht so anhört, als würde Lotto viele Menschen süchtig machen (Einzelfälle gibt es ja schon). http://www.spiegel.de/gesundheit/psychologie/gluecksspiele-machen-suechtig-vor-allem-geldspielautomaten-a-814173.html Am gefährdetsten sind Geldspielautomaten-Spieler. Das Spiel hat „kindliche“ Gamification-Elemente und der Gewinn bzw. Verlust erfolgt direkt – und man findet die Automaten überall an jeder Ecke – im Gegensatz zu Roulette.

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