Mit Unterstützung der KI-Suchmaschine Perplexity habe ich im Überblick Informationen erhalten über die verschiedenen Sozialsysteme bei Arbeitslosigkeit – auch in Bezug auf Asylbewerber und erwerbsfähige Langzeitarbeitslose. Der Vergleich ist sehr umfangreich geworden – und wird uns wahrscheinlich hier in Deutschland überraschen. Zum Schluss noch ein niederschmetternder Vergleich zu Großbritannien. Hier der ausführliche Überblick:
Asylbewerber in Deutschland, Frankreich, Italien, Schweden und Spanien
Deutschland: Während des Asylverfahrens erhalten Asylbewerber in der Regel Asylbewerberleistungen .nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Nach der Anerkennung erhalten die den Zugang zu allen regulären Sozialleistungen
Frankreich: Während des Verfahrens erhalten Asylbewerber eine Grundversorgung (ADA). Nach der Anerkennung haben sie bei Arbeitslosigkeit in der Regel Anspruch auf Sozialhilfe
Italien: Für Asylbewerber gibt es während des Verfahrens oft nur Unterkunft und Sachleistungen. Eventuell erhalten sie nach der Anerkennung Zugang zu Sozialhilfe, wenn sie eine bestimmte Aufenthaltsdauer nachweisen können.
Schweden: In Schweden erhalten Asylbewerber während des Verfahrens eine Grundversorgung. Nach der Anerkennung erhalten sie Zugang zu Arbeitslosengeld und Sozialhilfe, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind.
Spanien: Während des Asylverfahrens gibt es eine Grundsicherung. Nach der Anerkennung haben sie unter bestimmten Bedingungen Zugang zu Sozialleistungen.
Zusammenfassend: In allen aufgezählten Ländern hängt der Zugang zu Sozialleistungen davon ab, ob ein Migrant anerkannt ist und wie lange er sich bereits im Land aufhält. Höhe und Art der Leistungen unterscheiden sich erheblich von Land zu Land.
Wie unterscheiden sich die Sozialleistungen bei Arbeitslosigkeit und Langzeitarbeitslosigkeit?

Spanien: Arbeitslosengeld ist davon abhängig, wie lange man vorher gearbeitet hat. Die Bezugsdauer liegt zwischen 4 Monaten und 2 Jahren. In den ersten 6 Monaten erhält man in der Regel 70 % des durchschnittlichen Bruttoeinkommens, danach nur noch 50 %.
Deutschland: In Deutschland kann man unter bestimmten Voraussetzungen 12 Monate Arbeitslosengeld erhalten, je nach Alter und Einzahlungszeiten sogar bis zu 24 Monate. Das Arbeitslosengeld beträgt ohne Kinder 60 % vom letzten Nettogehalt, mit Kindern 67 %. Allerdings gibt es Obergrenzen bis maximal 2.950 Euro (bei Kindern).
Frankreich: Auch hier hängt die Bezugsdauer von der Beschäftigungsdauer ab. Das Arbeitslosengeld beträgt bis zu 75 % des Referenztageslohns. Der Mindesttagessatz liegt bei 31,97 Euro, der Höchsttagessatz bei 274,80 Euro. Ab dem 183. Tag sinkt der Satz auf 50–60 %. Dann liegt der Höchstbetrag bei max. 2.500 Euro monatlich.
Italien: In den ersten Monaten erhält man etwa 75 % des vorherigen Einkommens, mit einer Obergrenze von 1.550 Euro brutto monatlich. Ab dem 6. Monat wird diese Leistung schrittweise um 3 % pro Monat gesenkt. In der Regel beträgt die maximale Bezugsdauer 24 Monate.
Schweden: In den ersten 200 Tagen erhält man 80 % des vorherigen Gehalts, ab dem 201. Tag 70 %.
Portugal: 2026 wird das maximale Arbeitslosengeld auf etwa 1.342 Euro angehoben. Der Mindestbetrag liegt dann bei 617 Euro. In der Regel liegt die Bezugsdauer bei 6 bis 18 Monaten.
Belgien hat eine unbegrenzte Bezugsdauer für den Anspruch auf Arbeitslosengeld.
Schweden und Irland setzen stärker auf Pauschalbeträge als auf Prozentsätze nach Gehalt.
Was passiert bei Langzeitarbeitslosigkeit? Wie unterscheiden sich verschiedene EU-Länder?
In den folgenden Ländern gibt es überall Grundsicherungs- oder Mindesteinkommenssysteme, die dem deutschen Bürgergeld ähneln. Jedoch sind sie meist restriktiver, niedriger und stärker an Aktivierungsauflagen geknüpft.
Frankreich: Langzeitarbeitslose Erwerbsfähige erhalten eine laufende Grundsicherungsleistung, die Menschen mit sehr geringen oder keinen Einkünften gezahlt wird. Seit 2025 müssen alle Beziehenden regelmäßig ihre Mitwirkung nachweisen, sonst drohen Kürzung oder Entzug.
Spanien: Nach Auslaufen des Arbeitslosengeldes werden befristete Zuschüsse von 570/540/480 Euro monatlich gezahlt. Zusätzlich gibt es ein bedarfsgeprüftes Mindesteinkommen für sehr arme Haushalte, das aber strenger an Einkommensgrenzen und Haushaltskonstellationen gebunden ist als das deutsche Bürgergeld.
Italien: Seit 2024 gibt es bei Langzeitarbeitslosigkeit eine Zweiteilung: Haushalte mit Kindern, Älteren oder Pflegebedürftigen erhalten höhere Bezüge als Haushalte ohne solche Angehörigen. Diese armutsorientierten, bedarfsorientierten Leistungen sind an strenge Aktivierungsanforderungen (Qualifizierungen, intensive Jobsuche) geknüpft.
Schweden: Langzeitarbeitslose werden in der Regel in das Programm „Job- und Entwicklungsgarantie“ aufgenommen. Dieses ist ein Mix aus Arbeitsmarktprogrammen und Sozialhilfe. Die Leistungen können weiter einkommensabhängig variieren – oder es gibt die einheitliche kommunale Sozialhilfe.
Deutschland: Das Bürgergeld ist ein typischer Vertreter eines relativ umfassenden, nationalen Mindesteinkommenssystems, das Erwerbsfähigen bei Hilfebedürftigkeit auch über einen unbegrenzten Zeitraum hinweg zur Verfügung steht – allerdings mit Sanktionen bei Pflichtverstößen.
Frankreich, Spanien, Italien und Schweden haben vergleichbare Mindesteinkommens- und Sozialarbeitslosenleistungen, aber meist niedrigere Sätze, schärfere Bedürftigkeits- und Haushaltsprüfungen und eine stärkere Koppelung an Aktivierungsauflagen als Deutschland.
Niederlande: Erwerbsfähigen Langzeitarbeitslosen wird eine Mindestversorgung geboten, ähnlich dem deutschen Bürgergeld, allerdings durchgehend kommunal organisiert und oft niedriger ausgestattet.
Nach Auslaufen des Arbeitslosengeldes (maximal bis zu 38 Monaten möglich) wird die Bedürftigkeit einkommens- und vermögensgeprüft. Die Langzeitarbeitslosen wechseln in das „Teilnahmegesetz“. Dabei decken die Leistungen nur das Existenzminimum ab. Alleinstehende erhalten insgesamt maximal 1.200 bis 1.400 Euro monatlich. Die Auflagen sind viel strenger als in Deutschland: monatliche Einkommensmeldungen, Wohnortbindung und maximal 7.500 Euro Erspartes.
Aktivierungsauflagen: regelmäßige Meldung bei der kommunalen Gemeinde. Mindestens 4 Wochenstunden nachgewiesene Bewerbungsbemühungen. Es müssen Qualifizierungskurse besucht werden, Werkstattarbeit oder Freiwilligenarbeit geleistet werden, sonst gibt es Kürzungen bis zu 100%.
Zusammenfassung
Belgien, Luxemburg und Dänemark gelten als EU-Länder mit den großzügigsten Leistungssystemen
bei Langzeitarbeitslosigkeit mit langer oder unbegrenzter Bezugsdauer und umfassender Mindestsicherung. Die niedrigsten Sätze gibt es in südeuropäischen Staaten.
Die besten Aktivierungserfolge in der EU
gibt es in Dänemark, den Niederlanden und Schweden. In diesen Ländern gibt es sehr niedrige Langzeitarbeitslosenquoten von 1–2 %. Strenge Auflagen (wie in den Niederlanden), schnelle Sanktionen (wie in Dänemark) und hohe Teilnahmeraten an Qualifizierungen (wie in Schweden) führen zu den niedrigsten Langzeitarbeitslosenquoten in der EU.
In Deutschland
liegt die Langzeitarbeitslosenquote stabil bei 1,10%, ist also ebenfalls sehr niedrig im EU-Vergleich. Das ist den effektiven Programmen zu verdanken. Prognosen sehen für das Jahr 2026 sogar einen Rückgang auf 0,9 %.
Der EU-Durchschnitt der Langzeitarbeitslosigkeit liegt bei 2,5 bis 3%.
Großzügige Systeme wie Belgien, Luxemburg, Dänemark sind erfolgreicher als restriktive wie Italien und Spanien, da sie Armut verhindern.
Restriktive Systeme fördern Wohnungsverlust, Kälte und Hunger. Deutschland liegt im Mittelfeld mit 15,5 % Armutsgefährdungsquote (EU-Durchschnitt bei 16,2 %).
Die höchste Armutsquote haben Bulgarien, Lettland/Litauen, Rumänien. In Deutschland liegt der Armuts-Schwellenwert bei 1.381 Euro monatlich. Ca 60 % der Arbeitslosen in Deutschland sind armutsgefährdet – höher als der EU-Durchschnitt (48,9%). In Schweden und Dänemark ist das Armutsrisiko niedriger als 30 %, in Italien und Spanien bei 50-55 %.
Altersarmut
Die ärmsten Senioren (65+) in der EU leben in Lettland, Estland, Kroatien und Litauen. Die Armutsgefährdungsquote beträgt dort zwischen 37 (Litauen) und 41,4 % (Lettland). Deutschland liegt mit 19,4 % im oberen Mittelfeld der EU.
Armut in Großbritannien
Rund 21 % der UK-Bevölkerung sind armutsgefährdet. Davon leben über 50 % in tiefer Armut mit Leid wie Hunger, Kälte, Obdachlosigkeit. Die Kinderarmut beträgt in UK 29 %.




