Home / Social Media / Was sind „Nano-Influencer“ und wer kann sie nutzen?

Seit Marken erkannt haben, dass Social Media Empfehlungsmarketing häufig besser funktioniert als Eigenwerbung, verändert sich dieser Markt der Testimonials und Influencer ständig. In der Corona-Krise, in der Unternehmen ihre Werbebudgets stark reduziert haben, werden nun Nano-Influencer immer attraktiver. Bei Instagram schauen Marken gezielt nach Nischen-Accounts, die über eine Community mit hoher emotionaler Bindung verfügen. Schon mit unter 1.000 Followern kann man Nano-Influencer werden und die Aufmerksamkeit von Unternehmen auf sich ziehen. Spannend auch für kleine Anbieter!

Bild von Dimitris Vetsikas auf Pixabay 

Potentielle Nano-Influencer erkennt man daran, dass sie ein bestimmtes Thema vertreten (z.B. eine Nischensportart), dass sie attraktiven Content posten und dass sie angeregt mit ihrer Community kommunizieren. Selbst wenn diese Nischen-Experten nur wenige hundert Follower bei sich vereinen, kann eine Markenkooperation viel bringen. Können die wenigen hundert Follower (die ja wahrscheinlich auch mehr oder weniger Experten der Nische sind) überzeugt werden von einem Produkt, verbreitet es sich über deren Netzwerke vielleicht weiter. Auf jeden Fall ist es ja gerade für kleine Anbieter schon ein schöner Erfolg, wenn einige der Community das Produkt kaufen.
e-recht24.de: Rechtliches zu Testimonial und Influencer-Marketing

Am Ende bleibt die Waage zwischen Einsatz und messbarem Erfolg oft gleich. Große Influencer – teuer – wenig Kommunikation mit der Community – geht häufig im Fluss der Masse unter. Kleine Influencer – geringe Kosten (häufig nur Testprodukte bzw. persönliche Benefits für den Influencer) – intensive Kommunikation mit der Community – kann zu nachhaltiger Bindung an die marke führen.

Kleine Unternehmen und Nano-Influencer

Blogger und kleine Social-Media-Accounts bei Instagram, Facebook, Pinterest, YouTube, LinkedIn… können für StartUps und Nischen-Marken ein echter Segen sein. Bei Kooperationen geht es hier viel um eine echte Partnerschaft und um die Qualität der Produkte. Die überzeugten Blogger freuen sich zum Beispiel über Testprodukte und eine fachliche Auseinandersetzung auf Augenhöhe.

Wie findet man Nischen-Influencer?

Wichtig ist zunächst, dass der Anbieter/ die Marke Erfahrungen mit dem jeweiligen sozialen Netzwerk hat und dort selbst aktiver Konsument ist. Wer nicht selbst Freude an der digitalen Kommunikation hat und sich nur Werbung einkaufen will, sollte besser klassische Medien wie Zeitungsanzeigen wählen. Verbundenheit beruht auf gemeinsamen Werten und Vertrauen. Das ist nicht nur im Schützenverein so – das ist auch so in der digitalen Community-Welt.

Spannende Experten und potentielle Testimonials (Produktempfehler) findet man über eine Art digitaler Schatzsuche. Ich beginne in meinem Netzwerk bei Kontakten, die sich für meine Produkte und meine Branche besonders intensiv interessieren.

Vielleicht können sie mir eine Facebook-Gruppe empfehlen, die über spannende Mitglieder und Themen zu meinem Gebiet verfügt . Oder sie zeigen mir Instagram-Accounts, die echten Mehrwert bringen und die nahbar sind. Natürlich kann ich auch über Google oder die Hashtag-Suche zu den passenden Accounts finden – doch über Netzwerke und persönliche Beziehungen ist es organischer – logisch, wie im „echten“ Leben.

Wie spreche ich Nano-Influencer an?

Nichts leichter als das. Diese Experten und Nischen-Begeisterten reagieren schließlich auf Kommentare, Nachrichten, Mails. Einige freuen sich sogar schon, wenn man direkt mit der Tür ins Haus fällt und zum Beispiel anbietet, sie könnten ein Produkt testen – andere sind vielleicht zunächst misstrauisch und möchten Belege dafür, dass sie nicht ausgenutzt werden mit ihrer Expertise. Gerade die leidenschaftlichen Creator reagieren häufig sensibel auf die Annahme, sie seien käuflich. Persönliche Augenhöhe und echtes Interesse sind besser als eine Geldbörse…

Für wen könnten Nano-Influencer interessant sein?

Klar, auch große Marken lernen Nano-Influencer zu schätzen. Doch hier verläuft der Rekrutierungsprozess meist automatisiert – von der Identifizierung über Tracking-Tools bis zu den Kooperationsverträgen. Was uns interessiert, sind kleine und mittlere Unternehmen – ich zähle einfach mal ein paar Branchen auf:

  • Lokale Boutique lädt lokale Nanos einmal monatlich abends ein und gemeinsam werden neue Fashion-Produkte getestet bei Sekt und Häppchen.
  • Ein Restaurant nimmt Kontakt zu einem lokalen Food-Blogger auf und lässt ihn eine Spezialität kosten. Natürlich wird er vom Inhaber selbst begrüßt und man diskutiert über das Genuss-Konzept
  • Ein Hersteller von alternativen Fitness-Geräten lernt über Instagram einen engagierten Body-Optimierer kennen und man lernt sich näher über Skype und Co kennen. Der Hersteller würdigt den (innovativen) Instagrammer in seinem Blog – zum Beispiel mit einem Video-Interview oder einer Podcast-Folge.
  • Eine politische Partei bzw. einzelne Politiker findet in sozialen Netzwerken Menschen, die sich für ein gesellschaftliches Thema einsetzen, das zu der jeweiligen Partei passt. Man tritt in Verbindung und untersucht im Weiteren Gemeinsamkeiten und Ziele.

Wer wirklich überzeugt ist von seinen Produkten und seiner unternehmerischen Mission, wird womöglich wie von allein seine „Nano-Influencer“ finden. Von der fachlichen Auseinandersetzung bis zur Markenkooperation ist der Schritt womöglich kleiner als man denkt! Im persönlichen Gespräche klärt sich vieles. Wer ehrlich und transparent ist, kann eine Menge erreichen – wie im Schützenverein eben: Bist Du ein guter Kollege, wird man Dich dafür belohnen.

wuv vom 18. Juni 2020: Effizienz von Influencer-Marketing in der Corona-Krise

Über Eva Ihnenfeldt

Als Expertin für Social Media Marketing berät und begleitet Eva Ihnenfeldt Unternehmen und Organisationen bei der Entwicklung von Social Media Strategien - und übernimmt als Dozentin Lehraufträge für Hochschulen, Kammern und andere Bildungsträger. Eva Ihnenfeldt - Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: e.ihnenfeldt@gmail.com

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