Einstellungstest KI-Kompetenz in der Verwaltung: Aufgabe lösen

Der EU AI Act verpflichtet Unternehmen und Behörden zu klaren Governance-Strukturen, definierten Verantwortlichkeiten und einer kontinuierlichen Überwachung der eingesetzten KI-Systeme. Da die Umsetzung der Regeln im Jahr 2026 in Schritten verbindlich wird, müssen Unternehmen/ Organisationen mit Verwaltungsstrukturen darauf achten, dass ihre Mitarbeiter ausreichend geschult sind beim Einsatz von KI-Systemen. Das bedeutet, dass bei der Einstellung von Mitarbeitern, die ausschließlich, teilweise oder auch nur zusätzlich Verwaltungsaufgaben übernehmen, darauf geachtet werden muss, dass diese über ausreichende KI-Kompetenz verfügen.

Im ersten Teil dieser Serie „KI-Kompetenz in der Verwaltung“ haben wir in Zusammenarbeit mit der KI-Suchmaschine Perplexity einen 50-Fragen-KI-Kompetentest veröffentlicht – nun werden wir im zweiten Teil anhand einer Aufgabenstellung im Einstellungsverfahren zeigen, welche Art von Aufgabe auf Bewerber/Innen zukommen kann, die sich um eine Verwaltungstätigkeit bemühen.

Bild mit KI bei Grok erstellt

Wir haben in Perplexity das Beispiel Arbeitsvermittlung Jobcenter gewählt.

Als Einstellungsaufgabe ist folgende Stellenausschreibung die Grundlage: Es wird eine Arbeitsvermittlerin für das Jobcenter in xxx gesucht. Ihre Aufgabe ist es, Langzeitarbeitslose, die in Bezug der Neuen Grundsicherung sind, in Arbeit zu vermitteln – bzw. für den Arbeitsmarkt über Fortbildungen, Trainings oder andere geeignete Maßnahmen erfolgreich zu qualifizieren.

Einstellungsaufgabe: Arbeitsvermittler/in im Jobcenter – KI als Unterstützung bei der Vermittlung von Langzeitarbeitslosen

Sie bewerben sich auf eine Stelle als Arbeitsvermittler/in im Jobcenter. Ihre Hauptaufgabe ist es, Langzeitarbeitslose in Arbeit zu bringen und dabei sowohl die Interessen der Kundinnen und Kunden als auch die Anforderungen des Arbeitsmarktes im Blick zu behalten.

Das Jobcenter testet im Auswahlverfahren, wie reflektiert Sie Künstliche Intelligenz (KI) als Werkzeug einsetzen können – insbesondere bei sehr vulnerablen Zielgruppen (z.B. Menschen ohne Schulabschluss, mit lückenhaften Erwerbsbiografien, mit vielen Jahren im Leistungsbezug).

Fallbeschreibung

Ein 38-jähriger Kunde kommt zu Ihnen in die Beratung.

Rahmendaten:
38 Jahre alt
Kein Schulabschluss
Meistens im Leistungsbezug, nur kurze, einfache Tätigkeiten (Helferjobs, Gelegenheitsarbeit)
Lückenhafter Lebenslauf, kaum formale Qualifikationen

Informelle Erfahrungen:
Nachbarschaftshilfe (z.B. kleinere Reparaturen)
Mithilfe bei Freunden auf dem Bau
Betreuung von Kindern in der Familie
Hohe Verlässlichkeit im privaten Umfeld (immer da, wenn Hilfe gebraucht wird)

Der Eignungstest

Das Jobcenter stellt Ihnen ein internes KI‑Tool zur Verfügung, das auf Basis von Lebenslauf, Profiling-Daten und regionalem Stellenmarkt Vorschläge für passende Berufsfelder macht. Das Tool ist ausdrücklich als Unterstützung, nicht als Entscheidungsautomat gedacht.

In diesem Selbsttest können Sie nach Beantwortung der Fragen selbstverständlich die eigenen bevorzugten LLM-Systeme nutzen, um eine Auswertung zu erhalten (z.B. CHatGPT, Gemini, Perplexity…). Einfach die komplette Aufgabenstellung und die eigenen Antworten kopieren und den Chatbot um eine Auswertung bitten

Aufgabe 1 – Vorbereitung des KI-Einsatzes

Formulieren Sie einen konkreten Prompt (Eingabeanweisung) für das KI‑Tool, mit dem Sie für diesen Kunden geeignete Berufsfelder identifizieren lassen.

Schreiben Sie den Prompt so, als würden Sie ihn original ins Tool eingeben.

Berücksichtigen Sie dabei:
– Ausgangslage des Kunden (Alter, fehlender Abschluss, lückenhafter Lebenslauf
– Informelle Kompetenzen und Stärken
– Regionale Realitäten im einfachen bis mittleren Qualifikationssegment
Hinweis: Es geht nicht um einzelne Stellenanzeigen, sondern um Berufsfelder oder Tätigkeitsbereiche (z.B. „Hausmeisterservice“, „Hilfstätigkeiten im Lager“, „Assistenz in Kita mit Anlernung“).

Aufgabe 2 – Auswertung der KI-Vorschläge

Das KI-Tool liefert Ihnen beispielhaft folgende Berufsfeld‑Vorschläge:
– Kommissionierer/in im Lager (mit Anlernung)
– Hausmeisterhilfe / Hauswartassistenz in Wohnanlagen
– Helfer/in im Baugewerbe (Innenausbau, Abriss, Transport)
– Unterstützung in einer Kita (z.B. Küchenhilfe, Reinigung, Hausmeisterdienste mit Kontakt zu Kindern)
– Call-Center-Agent/in im Inbound (Kundenhotline)

Bearbeiten Sie bitte:

Wählen Sie 3 Berufsfelder aus, die Sie für den Kunden für besonders prüfenswert halten.

Begründen Sie in 3–5 Sätzen, warum diese 3 Felder aus Ihrer Sicht besser passen als die anderen Vorschläge.

Nennen Sie zu jedem der 3 gewählten Berufsfelder mindestens eine mögliche Hürde (z.B. körperliche Belastung, Sprache, Arbeitszeiten) und einen Ansatz, wie diese Hürde unterstützt oder schrittweise reduziert werden kann.

Aufgabe 3 – Rolle der KI in der Beratung

Beantworten Sie in 5–7 Sätzen folgende Fragen:

Welche Rolle sollte die KI in diesem Beratungsprozess haben – und welche Rolle behalten Sie als Arbeitsvermittler/in?

Welche Risiken sehen Sie, wenn Sie sich zu stark auf die KI-Vorschläge verlassen?

Wie würden Sie dem Kunden erklären, dass KI eingesetzt wird, ohne ihn zu verängstigen oder das Gefühl zu geben, „bewertet“ zu werden?

Achten Sie auf eine wertschätzende, ressourcenorientierte Sprache.

Aufgabe 4 – Reflexion (Kurzantwort)

Bitte beantworten Sie in 2–3 Sätzen:

Nennen Sie zwei Vorteile des KI‑Einsatzes in der Arbeitsvermittlung bei Langzeitarbeitslosigkeit.

Nennen Sie zwei Risiken oder Grenzen, die unbedingt beachtet werden müssen.

Selbstauswertung: Habe ich die Aufgabe gut gelöst?

Nutzen Sie die folgenden Fragen, um Ihre eigene Lösung einzuschätzen. Je häufiger Sie „Ja“ sagen können, desto besser ist Ihre Aufgabenbearbeitung.

1. Fachlichkeit & KI-Einsatz

Habe ich im Prompt (Aufgabe 1) die Ausgangslage des Kunden vollständig beschrieben (Alter, kein Abschluss, Langzeitbezug von Grundsicherung, informelle Erfahrungen)?

Habe ich die KI ausdrücklich als Vorschlagswerkzeug für Berufsfelder genutzt und nicht als automatischen Entscheider („Sag mir, was er machen muss“)?

Habe ich darauf geachtet, realistische Berufsfelder im einfachen bis mittleren Qualifikationsbereich anzufordern (Anlerntätigkeiten, Helferjobs, einfache Einstiege)?

Wenn Sie hier mindestens 2 von 3 Fragen mit „Ja“ beantworten: fachlich solider KI-Einsatz.

2. Passung der Berufsfelder

Passen meine ausgewählten 3 Berufsfelder nachvollziehbar zu den Stärken und Erfahrungen des Kunden (praktisch, verlässlich, sozial, handwerklich)?

Habe ich nicht nur nach meinen eigenen Vorlieben, sondern aus Sicht des Kunden argumentiert (Belastbarkeit, Lernvoraussetzungen, Einstiegshürden)?

Habe ich zu jedem Berufsfeld mindestens eine Hürde konkret benannt (z.B. körperliche Belastung, Führungszeugnis, Sprachkompetenz, Schichtarbeit)?

Wenn Sie hier mindestens 2 von 3 Fragen mit „Ja“ beantworten: gute Passungsreflexion.

3. Umgang mit Hürden und Unterstützung

Habe ich zu jeder Hürde einen konkreten Unterstützungsansatz genannt (z.B. Praktikum, betriebliche Erprobung, Teilzeitstart, begleitende Qualifizierung, Coaching)?

Sind meine Vorschläge realistisch für ein Jobcenter (also keine Fantasieangebote, die es im Regelsystem nicht gibt)?

Habe ich darauf geachtet, den Kunden eher zu stärken („Sie bringen schon viel mit“) statt ihn zu defizit-orientiert zu beschreiben?

Wenn Sie hier mindestens 2 von 3 Fragen mit „Ja“ beantworten: unterstützungsorientierte Bearbeitung.

4. Rolle von KI vs. Rolle als Berater/in

Habe ich klar formuliert, dass KI nur unterstützt, während ich als Berater/in die Verantwortung für Entscheidungen, Einordnung und Kommunikation trage?

Habe ich Risiken benannt (z.B. Bias, unkritische Übernahme, Vertrauensverlust), ohne KI pauschal zu verteufeln?

Habe ich beschrieben, wie ich dem Kunden den KI-Einsatz verständlich und transparent erkläre, ohne ihn abzuwerten oder zu stigmatisieren?

Wenn Sie hier mindestens 2 von 3 Fragen mit „Ja“ beantworten: reflektierter Umgang mit KI-Rolle.

5. Sprache & Haltung

Ist meine Sprache gegenüber dem Kunden wertschätzend und ressourcenorientiert (Fokus auf Fähigkeiten, nicht nur Defizite)?

Vermeide ich abwertende Formulierungen („Der taugt nur noch für …“) und formuliere stattdessen Perspektiven („mögliche Einstiegspfade“, „Schritt-für-Schritt-Aufbau“)?

Wird deutlich, dass ich den Kunden als Subjekt mit eigener Entscheidungshoheit sehe, nicht als Objekt eines KI-Systems?

Wenn Sie hier mindestens 2 von 3 Fragen mit „Ja“ beantworten: passende Beratungshaltung.

Grobe Selbstbewertung

Zählen Sie, in wie vielen der 5 Bereiche Sie mindestens 2 „Ja“ erreicht haben:

4–5 Bereiche: Sehr gute Lösung. Ihr Umgang mit KI und Beratung im Jobcenter-Kontext ist reif und reflektiert.

2–3 Bereiche: Solide Basis. Sie können gezielt nachschärfen (z.B. bei Haltung oder KI-Risiken).

0–1 Bereich: Gute Gelegenheit, die Aufgabe noch einmal zu überarbeiten und sich insbesondere mit Beratungshaltung und KI-Grenzen zu beschäftigen.

Optionaler Schritt: KI-gestützte Selbstauswertung

Wenn Sie möchten, können Sie Ihre Lösung zusätzlich von einer KI spiegeln lassen:

Kopieren Sie Ihre bearbeiteten Aufgaben (Ihre Antworten) und fügen Sie diese in ein LLM-Programm Ihrer Wahl (z.B. ein Chat-KI-Tool) ein.

Bitten Sie die KI dort um eine Auswertung Ihrer Lösung mit Blick auf:

-Passung der Berufsfeld-Vorschläge zum Profil des Kunden
-verantwortungsvoller Einsatz von KI (Rolle der KI vs. Rolle der Fachkraft)
-Wertschätzung und Sprache gegenüber dem Kunden

Vergleichen Sie die Rückmeldung der KI mit Ihrer eigenen Selbstauswertung und notieren Sie, was Sie beim nächsten Mal anders machen würden.

So trainieren Sie gleichzeitig Ihre Fachlichkeit, Ihre Beratungshaltung und Ihre KI-Kompetenz – genau die drei Ebenen, die für moderne Arbeitsvermittlung zentral sind

Eva Ihnenfeldt: Superhelden-Coaching – Deine Traumwelt, Deine Kraft Was wäre, wenn wir dank Streaming, YouTube und Social Media unsere eigenen Interpretationswelten bauen? Abseits von Religionen und Ideologien als Regisseure unserer Realität – selbstbestimmt mit Bedeutung gefüllt? Das ist mein Job: Gemeinsam mit meinen Klienten gestalten wir ihre Realität neu – nicht Fakten entscheiden, sondern die selbstgewählten Interpretationen. So können meine Klienten erkennen, wie großartig sie sind. Die Superhelden-Transformation In meiner Kindheit wurde ich zur Superheldin, um zu überleben. Fantasie rettete mich: unsichtbare Gefährten, Zauberwelten, starke Vorbilder aus dem Fernsehen – mutig, selbstbewusst, unregierbar. Als Einzelkind träumte, malte, schrieb und spielte ich mir ein emanzipiertes Leben mit meinen Barbies zurecht. Ab der Pubertät wurde ich meine eigene Superheldin: halb Heilige, halb Rebellin – mal Mary Poppins, mal Cruella de Vil. In der prozessorientierten Psychologie heißt das: Traumwelten aufbauen. Mein Coaching Heute baue ich mit Klienten Superhelden-Traumwelten. Als „heilige Verbrecherin“ gehe ich auf Augenhöhe: Ich antworte offen auf ihre Fragen zu meinem Leben und zeige Wege in ihre einzigartige Großartigkeit. Erfahrung zeigt: Nicht Geld, Macht oder Liebe machen glücklich – sondern die Überzeugung, ein fantastischer Superheld zu sein. Ob Soldat, Mutter oder Rebellin: Erkenne Deine Kraft, handle danach. Wie wir arbeiten Wir tauchen wie Alice im Wunderland in Deine persönliche Realität: spüren Abenteuer aus, wachsen durch selbstbestimmte Entscheidungen. Formate (Videocalls fallen weg – die schaffen künstliche Distanz) Telefon (mit Protokoll) WhatsApp-Chat Persönliches Treffen (z. B. Café) Honorar Frei vereinbart im Erstgespräch – passend zu Deiner Situation. Bereit für Deine Superhelden-Geschichte? Lass uns starten!

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