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Für die Schule lernen mit Social Media? Bestseller von Benjamin Hadrigan (17) 0

Benjamin Hadrigan hat es geschafft, im Alter von siebzehn Jahren einen Bestseller zu schreiben, der sich mit innovativen Lerntechniken und Lernstrategien für die Schule beschäftigt. In seinem Buch stellt er vor, wie man sich mit Hilfe von WhatsApp, Instagram und Snapchat auf Prüfungen vorbereiten kann, mit Spaß lernen und durch die gegebene Medienvielfalt größere Lernerfolge erzielen kann als mit herkömmlichen Methoden. Das Lernen mit Social Media bietet die Möglichkeit, sich in einer Community auszutauschen und Wissen zu teilen, so dass jedes Gruppenmitglied seine Stärken beitragen kann – und alle gemeinsam zeit- und ortsunabhängig jederzeit darauf zugreifen können.

Beginnen wir mit einem konkreten Beispiel, um uns in die Thematik einzufinden:

Sie wollen sich in Genetik einarbeiten – wie gehen Sie vor?

Stellen wir uns vor, wir wollten als Erwachsene ein naturwissenschaftliches Thema erarbeiten, beispielsweise Genetik. Wir lernen vollständig selbstgesteuert, sind intrinsisch motiviert – also nicht angewiesen auf „Belohnungen und Strafen“. Wir wollen unbedingt Genetik verstehen, brauchen dafür keinen „Chef“ und keine Zertifikate.

Wie würden wir beginnen? Höchstwahrscheinlich beginnen wir mit der Online-Enyklopädie Wikipedia. Wir schreiben uns in einem Word-Dokument zum Begriff „Genetik“ heraus, welche Fragen sich für uns aus der komplexen Zusammenfassung ergeben und entwickeln lösungsorientierte Fragestellungen, um uns dem Thema weiter zu nähern.

Im nächsten Schritt konzentrieren wir uns auf eine der selbst entwickelten Fragestellungen und googlen weiteres Material. Wir finden nicht nur Texte, sondern auch Videos bei YouTube (zum Beispiel Vorlesungen) und eventuell auch einen naturwissenschaftlichen Podcast, der sich mit aktuellen Fragestellungen in der Genetik auseinandersetzt.

Vom ersten Überblick zum Lernplan

Wir entwickeln für uns einen Lernplan, in dem wir uns sowohl zeitlich als auch inhaltsmäßig die sinnvollen Schritte zur Erfassung des Themas (je nach Antrieb und Ziel unseres Wunsches) eintragen. Wir teilen den Lehrstoff so ein, dass wir anhand unseres Lerntyps (auditiv, visuell, haptisch, kommunikativ) abwechslungsreich und unterhaltsam die einzelnen Thematiken nach und nach erfassen können.

Wir suchen uns über Facebook oder ein anderes soziales Netzwerk eine Lerngruppe, die sich zum Thema „Genetik“ zusammengeschlossen hat und tauschen uns mit diesen aus. Eventuell ergeben sich aus diesen größeren Gruppen kleine Lerngruppen, die sich über WhatsApp vernetzen und sich gegenseitig bei schwierigen Zusammenhängen unterstützen, abfragen, sich über andere Social Media Kanäle (zum Beispiel Instagram mit auf „privat“ gestellten Account) Wissenshäppchen reichen und so die Aufmerksamkeit immer wieder neu entfachen.

Mit Social Media in der Schule lernen?

Mich hat der Ansatz, den Benjamin Hadrigan in seinem Bestseller-Buch #lernsieg vorstellt, sehr beeindruckt. Warum sollen sich Schüler/Innen nicht genau so Schulwissen aneignen können, wie wir als Erwachsene es tun würden? Selbstgesteuert, zeit- und raumunabhängig, in Gruppen Gleichgesinnter und mit der ganzen Vielfalt medialer Möglichkeiten?

Wissen teilen statt mit Wissen zu „geizen“

Warum sollten wir jeder einzeln mit seinem Wissen „geizen“ anstatt es transparent zur Verfügung zu stellen? Der Eine hat vielleicht ein Quizz erstellt mit surveymonkey, der andere als Hördatei einen Vokabeltrainer erstellt (Deutsche Definition – Pause lassen für den entsprechenden Fachbegriff – korrekten Fachbegriff nennen). Und wieder ein Anderer hat einen Text geschrieben, in dem er/sie komplexe Sachverhalte in Storytelling erklärt – zum Beispiel die Grundsätze der Populationsgenetik in eine archetypische Heldengeschichte kleidet. Noch ein Anderer hat eine Mindmap angefertigt mit mindmeister

So entsteht nach und nach frei verfügbares, umfangreiches Lernmaterial, das so vielfältig ist wie die Serienauswahl bei Netflix. Für Jeden ist etwas dabei. Sicher werden viele nur als Konsumenten von den Kreationen ihrer Mitmenschen profitieren – doch das ist doch ok so! Sind sie zufrieden, werden sie liken, teilen, empfehlen, kommentieren… Material erstellen sollen schließlich nur die Lernenden, die richtig Lust darauf haben, auch Lehrende zu sein!

Was passiert mit falschen Aussagen und Fehlern?

Natürlich wird es dabei auch Fehler geben und falsche Behauptungen. Doch da Social Media einschließt, dass die Community ihr Feedback gibt, wird der Oberflächliche rasch ermahnt und zurechtgewiesen, wenn er etwas falsch dargestellt hat. Das funktioniert bei der Wikipedia, das funktioniert auch sonst in der kritischen und aufmerksamen Online-Gemeinschaft.

Mit Social Media Kanälen wie Instagram und Snapchat lassen sich komplexe Inhalte vereinfachen und spielerisch nutzen. So bleibt der Spaß am Lernen erhalten

  • Jeder kann anhand seines Lerntyps sich die Medien heraussuchen, die passgenau sind
  • Social Media „erzieht“ dazu, sich korrekt auszudrücken, da man sonst öffentlich diskreditiert wird
  • Man lernt digitale Kompetenz. Man lernt, bei der Recherche Quellen zu bewerten und Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden
  • Die Aufmerksamkeit bleibt erhalten, weil man immer wieder zu anderen Medien (visuell, auditiv, haptisch oder kommunikativ) wechseln kann
  • WhatsApp ist praktisch, um sich in der Gruppe zu organisieren
  • Dank dem zeit- und raumunabhängigen Zugriff kann man sich Wissen „holen“, wenn man es will – anstatt fremdbestimmt „gezogen“ zu werden, auch wenn man gerade keine Lust hat oder abgelenkt ist durch andere Lebensumstände
  • Die soziale Kompetenz wird gestärkt, da man sich in der Community ergänzt und unterstützt
  • Durch „Try and Error“ wird man immer selbstsicherer und lernt, Informationen einzustufen und kritisch zu hinterfragen
  • Vielfältige Lerntechniken sind anwendbar: Vom Groben zum Feinen – Vom Spezifischen zum Allgemeinen – Vom Unverständlichen zum Verständlichen – Vom Einfachen zum Komplexen – Vom Komplexen zum Strukturierten
  • Jede Lehrperson kann in der Schule, im Studium oder in der Erwachsenenbildung Transparenz schaffen, indem sie ihr Material zur Unterrichtsvorberitung den Studierenden/ Schülern zur Verfügung stellt – zum Beispiel in einem Blog mit Zugangsbeschränkung.

Benjamin Hadrigan und sein Buch #lernsieg

Also meine uneingeschränkte Leseempfehlung für das Buch #lernsieg von Benjamin Hadrigan: Wie man erfolgreich lernt mit Instagram, WhatsApp und Snapchat. Nicht nur für Schüler/Innen interessant! Zwar beschränken sich diese Anleitungen auf die drei Netzwerke, doch es gibt natürlich noch viel viel mehr Möglichkeiten, online zu lernen. Herausgegriffen sei hier einmal das großartige Open Source Projekt imoox.at. 

Studieren mit iMoox.at

iMoox ist ein Kooperationsprojekt der Universität Graz und der Technischen Universität Graz und bietet Bildung für alle. Bei iMoox werden universitäre und allgemeine Inhalte einer breiten Bevölkerungsschicht kostenlos zur Verfügung gestellt. Einfach mal reinschauen!

Es gibt unendliche viele Möglichkeiten im Internet, buchstäblich alles lernen zu können, was man will. Hat man den roten Faden erwischt und stürzt sich in irgendetwas, was die Aufmerksamkeit fesselt, geht es immer weiter und man staunt über jedes neue Angebot, das einem ins Auge springt beim Googlen – oder dass einem in der Community empfohlen wird, der man sich angeschlossen hat.

Weg mit dem alten „Du lernst jetzt, was ich Dir sage, sonst bekommst Du eine schlechte Note“ hin zu „Ich traue Dir zu, alles zu lernen, was Du brauchst und willst und unterstütze Dich dabei, es zu schaffen“. So werden Lehrer zu „Lernbegleitern“ und Schüler ab der ersten Klasse zu selbstbewussten Forschern und Experten – und das in Teams. Wir brauchen keine Strafen – wir brauchen die Gier nach Wissen und Tun.

Interview mit Benjamin Hadrigan im Frühstücks.TV

Über Eva Ihnenfeldt

Als Expertin für Social Media Marketing berät und begleitet Eva Ihnenfeldt Unternehmen und Organisationen bei der Entwicklung von Social Media Strategien - und übernimmt als Dozentin Lehraufträge für Hochschulen, Kammern und andere Bildungsträger. Eva Ihnenfeldt - Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: e.ihnenfeldt@gmail.com

2 thoughts on “Für die Schule lernen mit Social Media? Bestseller von Benjamin Hadrigan (17)

  1. Hadrigan: Ich fuhre das kurz aus. Es gibt ja diese drei – Instagram, Snapchat und WhatsApp –, und jeder hat seine eigene Aufgabe im Prozess des Lernens. Auf Instagram, kurz, das dient der Strukturierung, der Archivierung, man macht hier einen neuen Lern-Account, man macht hier einen neuen Ort, und an dem vereinfacht man den Stoff und archiviert den. Das hei?t, man befasst sich mal damit, je nach Lernziel unterschiedlich, logischerweise. Und dann, der zweite Schritt ist die Wiederholung, das Festigen, die Geschwindigkeit, die Schnelligkeit. Und da ist Snapchat perfekt, das ist eine interaktive, sehr intuitive App. Man kann mit anderen kommunizieren, das geht relativ rasch, man kann einstellen, wie lange der andere braucht, um zu antworten. WhatsApp sehe ich als prio eigentlich als administrative Basis. Also dass man das getrennt voneinander hat, die organisatorischen Sachen, den Prufungsstoff, wann ist die Prufung, WhatsApp-Gruppen und so weiter.

  2. Huhu lieber Hadrigan! Hast Du selbst auch schon damit gelernt? Wenn ja, können wir gern mal telefonieren – vielleicht kannst Du da noch mehr zu sagen – würde mich freuen. Meine Mobilnummer: 017680528749

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