Tipps gegen Gefallsucht: Wenn man es allen recht machen will

Kein Wunder, dass die allermeisten Menschen unter Gefallsucht leiden. Wer bleibt ohne Anerkennung von der Gruppe? Was bleibt, wenn man allen egal ist? Was bleibt von uns Menschen, wenn wir von der Familie, dem Clan, der Gemeinschaft ausgestoßen werden? Wenn wir ausgestoßen sind, was bleibt? Kinder, die in der Schule gemobbt werden, Kollegen, um die man einen großen Bogen macht, Alte, Bedürftige, Lästige, Traurige…

Gefallsucht

Bild von NoName_13 auf Pixabay 

Für viele Menschen ist es demnach der schlimmste Alptraum, sich genau das vorzustellen. Sie tun alles, um ihrer Umgebung zu gefallen – und oft genug müssen sie erleben, dass ihre Angst sich bewahrheitet. Je mehr sie sich bemühen, es allen recht zu machen, desto mehr werden sie in der Rangfolge nach hinten gestoßen.

Wie im Wolfsrudel…

Es ist wie im Tierreich. Schwäche zu zeigen, ist gefährlich. Schwäche kann man riechen, Schwäche wird bestraft. Die Starken werden gesucht, die Schwachen werden gemieden. (Ich werde nie verstehen, woher die Hoffnung kommt, Tiere wären die besseren Menschen).

Raus aus der Gefallsucht

Wie kann ich meiner Gefallsucht entkommen? Wie kann ich in meinem Rudel überleben, auch wenn sie mir alle überlegen erscheinen? Zunächst mache Dir Folgendes bewusst:

1. Wir leben in einer Gesellschaft, in der man auch die Schwachen und Bedürftigen mit dem Notwendigsten versorgt. In dem Bemühen, den sozialen Frieden zu halten, werden auch die Bedürftigen integriert durch Sozialleistungen, Pflegeeinrichtungen, gesetzlich festgelegte Ansprüche. Auch Ausgestoßene können überleben

2. Suche Dir Hilfsinstrumente, die Dir zeigen, wie großartig und wertvoll Du bist. Auch, wenn Du nicht der philosophisch, intellektuelle Typ bist, kannst Du lernen, Dich zu erkennen. Sind es nicht gerade die Ausgestoßenen, die in den religiösen Schriften gepriesen werden? Sind es nicht gerade die Gemobbten, die nah sind am Himmelreich, weil sie ihr „Kreuz auf sich nehmen“. Schau Dir in Tierfilmen an, wem Deine Liebe zufließt: den strahlenden Siegern oder den ausgestoßenen Gequälten? Identifiziere Dich mit anderen Schwachen, nimm Dir die Ausgestoßenen zum Vorbild!

3. Nun zum Wichtigsten: Was würde schlimmstenfalls passieren, wenn Du Deiner Familie, Deinem Clan, Deinem beruflichen und gesellschaftlichen Umfeld nicht mehr gefällst? Male Dir genau aus, was dann schlimmstenfalls passieren wird. Gehe in die Rolle wie in einem Theaterstück. „Ich bin die Eva, die nirgendwo gut ankommt. Ich bin arm, unnütz, lästig, abstoßend. Ich bin und bleibe allein wie das schwächste Glied in einem Rudel. Es gibt nichts mehr zu verlieren. Es lohnt sich nicht länger, den anderen gefallen zu wollen. Es ist sowieso vergebens“

Befreiung

Ich selbst bin ein Mensch, der sich schon lange danach sehnt, genau das zu erleben. Die vollkommene Authentizität dadurch zu erreichen, dass er in keiner Bindung mehr steckt. Niemandem gefallen wollen, vor Niemandem kriechen – keine Angst zu haben vor Einsamkeit, Armut, vor dem Tod.

Ich kann Euch versprechen, dass diese Sehnsucht und die Befreiung von Gefallsucht dazu führt, dass man im Rudel eine neue Position einnimmt. Aus dem verachteten schwächsten Glied wird ein Wesen, das neugierig macht und anziehend ist. Das Wesen riecht nicht länger nach Angst. Es zuckt nicht länger, wenn es angegriffen wird. Es ist nicht unterlegen – es ist außerhalb des Systems. Es strahlt eine merkwürdige Freiheit aus.

Befreiung von Angst

Das Schlimmste, was uns passieren kann, ist anhaltender, unabwendbarer Schmerz. Der Schmerz der Armut, des Hungers, der Kälte. Der Schmerz, überwältigt zu werden von überlegenen Angreifern. Der Schmerz der körperlichen und psychischen Folter.

Aber ist Einsamkeit ohne diese existenziellen Bedrohungen wirklich so schlimm? Kann es nicht sogar sein, dass wir als Ausgestoßene eine Liebe und Geborgenheit erfahren, die übermenschlich ist und die unser eigentliches Selbst zum Vorschein bringt?

Wer seine Angst verliert vor einem Leben fern der Anerkennung, gewinnt vielleicht ein Leben in wahrer Anerkennung. Male es Dir einfach aus, was passieren würde, wenn Du einsam bist, weil niemand Dich will. Du wirst staunen, was dann passiert. Es ist selbst bei Katzen so. Die Katze, der es egal ist, ob sie von den anderen Katzen gemocht wird, macht neugierig. Wer nicht hinterherläuft und um Liebe und Anerkennung bettelt, zieht an. Das meinte Jesus, als er dazu aufforderte, sein Kreuz auf sich zu nehmen.

Nimm Dich an, ganz so wie Du bist – und Dein Kreuz macht Dich frei und führt zum eigentlichen Geheimnis des Lebens: Dann liebst Du alle Menschen wie Dich selbst.

Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

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