Video: 2 Gastronomen aus Dortmund „Corona kann auch positiv klingen“

Schon immer wollte ich ins Hufeisen an der Galopprennbahn in Dortmund-Wambel. Die beiden Pächter, Matthias uns Andrew, kenne ich schon aus ihrer Zeit als Mitarbeiter im Hotel Esplanade, und bei Facebook las ich immer mal wieder, was sie alles so im Gasthof an der Rennbahn veranstalten seit drei Jahren – und fand es cool. Letzte Woche schrieb mir Andrew im Messenger: „Komm doch mal vorbei und schau, was wir Beiden hier aus dem Corona-Jahr gemacht haben. Ich sag Dir, da könnte man ein Buch drüber schreiben. So viele positive Momente, so viele neue Ideen – das würde wir Dir gern erzählen“. Oje, dachte ich, sie wünschen sich, dass ich ein Buch über sie schreibe, wann soll ich das denn bloß auch noch schaffen… Aber was dann kam, und was sie mir dann erzählten (und Euch allen, weil ich es gleich aufgezeichnet habe für YouTube) das hat mich umgehauen und ich finde, es ist ein Stückchen Zeitgeschichte. Aber seht selbst:

Die Anfahrt war schon etwas skurril, denn ich konnte erst nach der Arbeit im Dunkeln nach Dortmund-Wambel. Die Zufahrt zur Rennbahn und zum Hufeisen ist ein wenig versteckt und dunkel, doch ich hatte Glück: Direkt vor mir bog ein Auto in den Weg ein und wollte genau da hin, wo ich hin wollte: Auf den Parkplatz vor dem altehrwürdigen Gasthof. Da standen schon ein paar andere Autos. Komisch, dachte ich. Ich betrat das Hufeisen-Gelände, und da standen doch tatsächlich ein paar Menschen und rauchten vor dem Eingang. Komisch, dachte ich, im Lockdown Menschen (in regelkonformen Abstand) vor einem Gasthaus, ob die in Dortmund mutiger sind als in Witten?

Das Hufeisen und sein kleiner ToGo-Ausgabestand – täglich geöffnet ab 15.00 Uhr

Wir scherzten ein bisschen über Corona und dass ich sicher eine Agentin vom Ordnungsamt sei – und ich betrat das altehrwürdige Gebäude und die ausladende Gaststube. Andrew und Matthias begrüßten mich. Ja, das seien Leute von einem Verein, der seine (ordnungsgemäß angemeldete) Vorstandsversammlung im Gebäude abhalten würde – alles regelkonform. Sie sprudelten gleich los über all das, was sie seit März letzten Jahres Tolles erlebt hätten. Wie sie neue Gäste vom Golfplatz und aus ganz Dortmund kennen gelernt hätten und wie die Menschen auf dem Parkplatz Freundschaft schließen würden, wenn sie Currywurst, Bier, oder Kaffee und Waffeln, oder vor Weihnachten Glühwein und gebrannte Mandeln von der ToGo-Ausgabe auf der Terrasse holen und sich in den vorgeschriebenen 50 Meter Abstand hinstellen und einfach dankbar sind für ein bisschen Zuneigung und Begegnung.

Ich kam gar nicht mit – und irgendwann sagte ich „Das müsst Ihr nach draußen bringen. Das müssen wir aufzeichnen – das ist viel zu schade für so eine einzelne Eva.“ Naja, und da Matthias vom Online-Bingo-Abend (jeden Sonntag bei Facebook live vor dem Tatort – weil jeder ToGo-Gast bekommt als Dankeschön eine Bingokarte geschenkt) ein Stativ hat und in Nullkommanix die Kamera und das Mikrophon aufgebaut waren, ging es dann ohne Netz und doppelten Boden weiter.

59 Minuten lang, 59 Minuten Corona-Zeitgeschichte. Ein 59 Minuten-Portrait von zwei Menschen, die sich lieben und die ihre Berufung leben. Denen es nicht primär um Geld geht bei ihrem Schaffen sondern darum, Menschen fröhlich zu machen und glücklich. Die ein gutes Herz haben – einfach so – und die mit ihrem Hufeisen auch aus der Corona-Pandemie etwas Gutes geschaffen haben. Mit ganz viel Vertrauen und mit ganz viel Liebe zu Menschen. Mein Tipp: Schaut das Video bis zum Ende – auch im letzten Drittel kommt noch Überraschendes. Egal, mit welchen Vorurteilen man beginnt – irgendwie muss man sie im Laufe der 59 Minuten immer wieder über den Haufen werfen. Weil alles wahr ist. Kein Netz und doppelter Boden. Weil die Beiden etwas ganz Besonders sind. Wie ein Stück Utopie. Vielleicht aus einer Welt, in der wir schon bald leben dürfen.
Hier geht es zur Website des Hufeisens in Dortmund-Wambel
und hier zur Facebook-Seite der Gastronomie Hufeisen

Rennweg 70
44143 Dortmund
Reservierung & Infos:
Tel. 0231-13010026
E-Mail: [email protected]

Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

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2 thoughts on “Video: 2 Gastronomen aus Dortmund „Corona kann auch positiv klingen“

  • Reply Sabine Nickel 31. März 2021 at 04:09

    Die beiden sind einfach der Hammer und total lieb 🙂
    Ich bin immer wieder gern da.

    • Reply Eva Ihnenfeldt 2. April 2021 at 09:53

      Oh, vielleicht können wir uns ja mal irgendwann im Hufeisen treffen! Ja, die Beiden sind total lieb

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