Instant Articles von Facebook: Mit 25 Medienpartnern nun in Deutschland

Ende November 2015 erweitert Facebook mit insgesamt 25 Medienpartnern das Angebot „Instant Articles“ in Deutschland. Bisher konnten nur Spiegel-online und die BILD komplette Artikel, Bildergalerien und Videos  bei Facebook einstellen und vermarkten – nun folgen unter Anderem die Tagesschau, n-tv, Focus Online, Zeit Online, der Berliner Tagesspiegel, der Kölner Express, die RP Online, die Welt, das Handelsblatt, der Stern, die Funke-Gruppe mit WAZ und Berliner Morgenpost, die Bunte, CHIP, Bravo, Wired, und aus der Schweiz NZZ und Blick. Das Angebot ist zur Zeit nur für iPhone-Nutzer sichtbar. Android-Geräte befinden sich noch in der Beta-Phase mit einer Testgruppe.

Welche Vorteile haben die Medienpartner von Instant Articles?

Leser können mit diesem Dienst auf ihrem Smartphone die kompletten Artikel direkt in Facebook lesen und Newsmüssen nicht auf die Website des Verlages wechseln. Das führt zu schnelleren Ladezeiten, somit niedrigeren Absprungraten – und soll auch das Engagement der Leser steigern mit „Liken“, „Kommentieren“ und „Teilen“. Die Medienpartner erhalten Nutzerdaten von Facebook (also die personalisierten Profile ihrer Leser) und werden an der Vermarktung der Artikel beteiligt. Der Traffic auf Instant Articles wird zur Reichweiten-Bilanz der Portale gezählt, da diese ebenfalls von der IVW (Auflagenprüfung) verpixelt werden.

Welche Nachteile befürchten die Medienpartner von Instant Articles?

Verlage befürchten, dass sie die Kontrolle über ihre Presse-Inhalte verlieren und sich zunehmend in die Abhängigkeit von Facebook begeben. Denn die Werbeerlöse von den Online-Portalen der Medien werden weniger wertvoll sein, wenn sich die Leser mehr und mehr bei Facebook selbst bedienen. Zwar wird der Facebook-Traffic von der IVW mitgezählt (was anscheinend noch nicht reibungslos funktioniert), doch auf jeden Fall werden weniger Leser auf die Online-Portale gehen und diese damit abwerten. Außerdem filtert der Algorithmus von Facebook Posts vor, so dass auch hier ein Kontrollverlust zu befürchten ist. In einem Satz kann man sagen, dass Nachrichten unter privatwirtschaftliche Kriterien fallen.
Quelle: Meedia, 27.11.15

Google reagiert mit einem eigenen Angebot auf Facebook Instant Articles

Auch Google will Anfang 2016 ein spannendes  Angebot zum Lesen von Nachrichten auf den Markt bringen. Accelerated Mobile Pages (AMP) ist ein Open Source Projekt, mit dem Programmierer Mobile Websites deutlich schneller laden lassen können. Die New York Times, die Washington Post, Newsweek, Guardian, The Economist und Digitalanbieter wie Vox Media, CBS Interactive, The Next Web oder Slate sind bereits Partner dieser Initiative, die demnach die Inhalte auf den Websites belässt – nur eben schneller lädt. Auch externe Werbevermarkter können mitmachen. AMP soll direkt in die Google Suche integriert werden (siehe Demo-Video)
Quelle: Meedia, 26.11.15

Bildquelle: Pixabay_Andrys

Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

steadynews.de

One thought on “Instant Articles von Facebook: Mit 25 Medienpartnern nun in Deutschland

  • Reply Facebook wünscht sich zum 12. Geburtstag 60 Prozent der Menschen - Steadynews | 6. Februar 2016 at 17:43

    […] Falls immer mehr Verlage sich dazu entschließen, ihre News direkt in Facebook zu integrieren, und direkt über Facebook Werbeeinnahmen zu generieren, ist das ein weitere wichtiger Schritt zu den 60 Prozent. Denn das rasche Durchscrollen von Nachrichten zu jeder beliebigen Tageszeit ist ein Grundbedürfnis in unserer Zeit, und bisher hat Twitter es nicht geschafft, Facebook als News-Aggregator in der breiten Masse den Rang abzulaufen. Instant Articles von Facebook […]

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