BVMW-Abend mit Uwe Knüpfer, ehemaliger Chefredakteur der WAZ

Uwe Knüpfer, Jahrgang 1955, ist Journalist mit Herz und Seele. Seit 1980 ist sein berufliches Schicksal eng mit der WAZ verknüpft, bei der er von 2000 bis 2005 Chefredakteur war. Am 9. März 2015 war Knüpfer zu Gast beim BVMW (Bundesverband Mittelständische Wirtschaft) in Recklinghausen, erzählte aus seinem ereignisreichen Leben, stellte sein neues Buch vor und formulierte vor etwa 40 Unternehmern den nachdenkenswerten Satz: „Das Ruhrgebiet ist eine sterbende Region“.

Reginald Hohmeister, Sprecher der BVMW Metropole Ruhr, begrüßte jeden einzelnen Gast der

bvmw_Hohmeister_2exklusiven Abendveranstaltung im Residenz Hotel am Festspielhaus Recklinghausen und führte gleich passende Gesprächspartner zueinander. Gekommen waren sowohl Entscheider aus produzierenden Unternehmen der Region, als auch Handwerker, Anwälte, Kreativ-Agenturen und andere Dienstleister für den Mittelstand. Sofort entstand eine lockere kommunikative Atmosphäre, viele neue Kontakte wurde geknüpft.

Die Moderation des Abends hatte Hauke Maack, Rechtsanwalt aus Recklinghausen. Uwe Knüpfer gab Einblicke in seine journalistische Arbeitswelt und erzählte von seinen Erfahrungen als Auslandskorrespondent in Washington. Die Gäste erfuhren, dass das Ruhrgebiet heute noch eine heterogene Städtelandschaft ist wie einst Berlin – nur dass Berlin vor etwa hundert Jahren per Gesetz zu einem großen Ganzen zusammengeschweißt wurde, und seitdem eine eigene Identität entwickelt hat.

Von Allein wird sich auch hier nichts bewegen, meinte der erfahrene Journalist, der jahrelang für die WAZ die ganze Ruhrgebiets-Region als Reporter besuchte – und täglich erfuhr, dass es keine „Ruhrgebiets-Identität“ gibt. Jede kleine Stadt, jedes Dorf und jede Großstadt hat ihren eigenen Charakter und legt großen Wert darauf, sich abzugrenzen gegen die Nachbarstädte.

Uwe Knüper im Gespräch mit Hauke Maack

Uwe Knüper im Gespräch mit Hauke Maack

„Das Ruhrgebiet ist eine sterbende Region“ meinte Uwe Knüpfer am Ende des Gesprächs mit Hauke Maack, und für einige der Gäste löste diese Deutlichkeit schon Betroffenheit aus. Sollte es wirklich so sein, dass hier nach und nach die Lichter ausgehen? Dass nur noch die Alten und Schwachen übrigbleiben, und die Jungen, Gutausgebildeten und Starken die Region verlassen werden?

Eva Ihnenfeldts Kommentar: Ich selbst bin (wie immer) sehr optimistisch. Das Alleinstellungsmerkmal des Ruhrgebiets, stets offen zu sein gegenüber anderen Kulturen, Sprachen und Völkern, wird zum Anziehungspunkt werden für internationale Studenten und junge Fach- und Führungskräfte aus der ganzen Welt.

Nirgendwo in Deutschland fühlen sich Menschen so schnell heimisch wie bei uns, nirgendwo ist die freundliche Toleranz gegenüber dem „Fremden“ so ausgeprägt wie im Ruhrgebiet. Berlin ist natürlich viel „schicker“ und kreativer, doch bei uns lebt die Industrie und die Ingenieurskunst. Ich glaube daran, dass wir mit vielen hochmotivierten Menschen aus allen Teilen der Welt einen Mini-Kosmos aufbauen können, um den uns ganz Deutschland beneiden wird, weil das Leben in der Region so unkompliziert ist.

Wir leben in einer der dicht besiedeltsten Hochschullandschaften Europas, das zieht an und bringt Potential an Intelligenz und Innovationskraft. Ich bin gespannt, wie es weitergeht und wer letztendlich recht behält – doch dass im Ruhrgebiet die Lichter ausgehen, glaube ich nicht. Und was meinen Sie?

Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

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2 thoughts on “BVMW-Abend mit Uwe Knüpfer, ehemaliger Chefredakteur der WAZ

  • Reply Jutta Wenski 17. März 2015 at 07:05

    Genau so sehe ich das auch. Berlin ist eine Metropole, ebenso Hamburg und München. Im Ruhrgebiet aber hat man eine ganze Region in der spannendes passiert. Die Kunstscene zum Beispiel mit der Zeche Zollverein. Aber auch Theater und Kleinkunst haben ihre Nischen gefunden. Die Hochschulen haben allesamt einen guten Ruf und durch die sozialen Medien sind wir Gott sei dank mit den „anerkannten“ Metropolen verbunden. Ja ich bin ein Ruhrgebiets Fan und ich denke, jeder der es nicht ist kennt es einfach nicht gut genug.

    • Reply Eva Ihnenfeldt 17. März 2015 at 14:11

      Ganz meine Meinung liebe Jutta – wenn wir zusammenhalten und unseren typischen „Ruhri-Charakter“ erhalten, werden sich gerade innovative StartUps in dieser Kreativszene sehr wohl fühlen – und immerhin sind hier die Mieten preiswert – und Betriebskosten allgemein!

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