Datenschutzspiel für Grundschüler: Werde Netzwerkstar

Christian Spließ, Social Media Manager und Datenschützer: „Werde Netzwerkstar“ möchte Kindern von 8 bis 12 Verhaltensregeln für Soziale Netzwerke beibringen. Pädagogisch wertvoll, aber weitestgehend spaßbefreit.

Soziale Netzwerke und Datenschutz – zwei Begriffe, die eigentlich nicht zusammenpassen. Auf der einen Seite Soziale Netzwerke, die von Daten leben, auf der anderen Seite der Datenschutz, der einen ermahnt sparsam mit den Daten umzugehen. Dass man hier einen persönlichen Kompromiss finden muss ist unbestritten. Dass die Vermittlung von Medienkompetenz in Deutschland in den Kinderschuhen steckt, auch. Davon zeugt das ambitionierte Projekt „Werde Netzwerkstar„.

Der Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit Mecklenburg-Vorpommern entwickelte gemeinsam mit der Hochschule Wismar dieses Computerspiel. Das Spiel richtet sich an Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren und soll spielerisch die Risiken der Offenlegung persönlicher Daten bei der Anmeldung an soziale Netze vor Augen führen. Die pädagogischen Inhalte stehen außer Frage und werden auch beim Durchspielen vermittelt: Mit einem Spitznamen anmelden, nicht die Telefonnummer angeben oder wann man seine Hobbies pflegt. Zu den Fragen wird immer ein Hinweis gegeben, der dann vielleicht zum Nachdenken anregt ob nicht doch eine andere Antwort richtig sein könnte.

Das Problem: Das Lernspiel soll den nachhaltigen Erfolg anvisieren und Anreiz für mehrmaliges Durchspielen bieten. Der Anreiz dazu: Den eigenen Avatar allmählich im Laufe des Spiels selbst gestalten können. Je nachdem welche Stufe man erreicht kann man die Haarfarbe wechseln, die Frisur, die Kleidung – man kann den Avatar dann herunterladen und ausdrucken. Das könnte durchaus als Anreiz dienen das Spiel nochmal durchzuspielen, wenn man ein Mädchen ist. Und selbst dann wird das dritte Mal durchspielen zwar das Wissen festigen, aber ob man dann noch Lust hat nochmal… Man kanns ja mal bei seinen Kleinen austesten, aber ich tippe eher auf: Nach dem dritten Mal ist es langweilig.

Ebenso sind Grundschüler auch heute schon andere Graphiken von Computerspielen gewohnt und ob jemand freiwillig das Spiel spielt? Dazu ist es wohl kaum gedacht, sondern für den Einsatz im Unterricht. Dafür aber fehlt dann doch ein wenig der Pepp. Immerhin aber pädagogisch zutiefst wertvoll. Und meine Punktzahl? Beim ersten Mal natürlich 100 von 100, das gehört sich als TÜV-geprüfter Datenschützer wohl auch so. 😉

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