Home / Management / Die Social-Media-Strategie des Torrent-Magazins

Es gibt Projekte die mir als Social Media Storyteller ganz besonderen Spaß machen – momentan bin ich im Team für den Social-Web-Auftritt von Brasilien zur Buchmesse, ab nächster Woche blogge ich einmal am Tag eine Tageszusammenfassung und bin auch an zwei Tagen direkt in Frankfurt am Stand, wer mich besuchen möchte kann das gerne tun. Ein weiteres Projekt von mir auf das ich besonders stolz bin ist das Torrent-Magazin. Das hat jetzt – ohne Growth Hacking, ohne Gewinnspiele und Firlefanz – fast 500 Fans bei Facebook. Gut, es hat ein Jahr gedauert…

Eingerichtet habe ich die Seite im August 2011 nachdem durch die Nullnummer im PDF-Format klar war, dass es Interesse an einer Zeitschrift über Fernsehserien a la Mad Men und Breaking Bad besteht. Da wir als Magazin das nur einmal alle drei Monate erscheint die Leser bei der Stange halten wollen stellen wir auf der Facebook-Seite aktuelle Infos über Serien generell ein – gespiegelt werden diese dann bei Twitter. Wir sind aber natürlich auch persönlich anwesend und melden uns zu Wort, kümmern uns um Kommentare oder gehen auf Kritik ein, ja, wir fordern die Leser sogar auf Kritik zu äußern – schließlich sind wir ja auch erst bei Ausgabe Nummer 2, da kann man natürlich noch Verbesserungen vornehmen.

Was mir persönlich sehr wichtig ist: Die Verbindung zwischen Offlline- und Online. Für die zweite Ausgabe etwa führten wir ein Interview mit Dominik Graf. Der Regisseur hatte nun so viel aus seinem Erfahrungsschatz zu berichten, dass das Interview das Magazin gesprengt hätte. Daher gibt es den ersten Teil im Print, den zweiten Teil online und desweiteren wird es wohl noch eine PDF-Version zum Download in der nächsten Zeit geben die beide Teile vereint. Zwar heißt es bei uns nicht ausdrücklich Online-First, Artikel können aber durchaus schon vorab auf der Homepage veröffentlicht worden sein bevor sie im Heft landen. Umgekehrt werden Artikel aus der Printausgabe natürlich auch online gestellt.

Als Social Media Manager überwache ich Facebook und Twitter, eingerichtet war zwar auch eine Google+-Seite, die habe ich aber nach einigen Monaten wieder gelöscht – unsere Zielgruppe sitzt nicht dort. Ebenso hatten wir eine Crowdfunding-Kampagne zur Finanzierung des ersten Heftes gestartet, die aber auch nicht funktionierte. Was im Nachhinein gesehen logisch ist: Der Begriff „Torrent“ verbindet sich nicht mit positiven Schlagzeilen und es gab noch keine aktive Fangemeinde, die uns unterstützen hätte können. Mittlerweile glaube ich, dass für den Fall der drohenden Einstellung – was natürlich nicht passieren wird – die Fans aber durchaus bereit sein könnten eine Ausgabe zu finanzieren.

Vor der ersten Ausgabe hatten wir mehrere – sagen wir – amüsante Reaktionen auf den Titel, ein Verlag gar war empört wie man es sich erdreisten könne ein Magazin „Torrent“ zu nennen, das impliziere doch den illegalen Download oder würde diesen sogar anregen – wobei es mit VPN oder dem BBC iPlayer durchaus Wege und Möglichkeiten gibt, Serien zeitnah im Original zu sehen, „Homeland“ ist sogar kurz nach der Ausstrahlung im Apple-Store vorhanden, „The Newsroom“ oder „Game of Thrones“ laufen im Original kurz nach den USA im Pay-TV. Dass „Torrent“ einfach nur die englische Bezeichnung für „Fluss, Strom“ ist wird desöfteren gerne übersehen – zudem fragt man sich natürlich woher andere Fachzeitschriften nun das Material für Serienführer haben… „Torrent“ verzichtet übrigens komplett auf Serienguides und widmet sich lieber ausführlicheren Artikeln über das Genre des Seriellen Erzählens – der TV-Serien also.

Ich finde es immer noch erstaunlich, dass ein relativ kleines, unabhängiges Magazin – wir sind bei keinem großem Verlag angesiedelt – vor allem mit Social Media es schafft innerhalb von knapp einem Jahr 500 Fans zu gewinnen. Vergleichen kann man die Zahlen etwa mit der Geek!, die hat momentan um die 730 – hat allerdings den Vorteil gehabt, dass das Vorläufermagazin, die Space-View, schon einige Hundert Fans hatte, die mit rübergewandert sind. Schon toll, dieses Social Media.

Ach ja: Wer eine Anzeige im Magazin schalten möchte – immer gerne doch… 😉

Über Christian Spliess

Der selbstständige Journalist und Social Media Redakteur Christian Spließ begleitet Unternehmen und Organisationen bei der erfolgreichen Umsetzung von Social Media Kampagnen. Christian Spließ ist einer der Social Influencer in NRW - vor allem über Twitter und Facebook.

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