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Frohe Weihnachten liebe Welt! Auf den Geburtsschmerz und die Liebe danach! 2

Was ist eigentlich das Geheimnis von Weihnachten? Ich glaube, dank meiner Facebook-Freunde und ihrer nachdenklichen oder auch ironischen Posts und Kommentare bin ich dem dieses Jahr wieder ein bisschen näher gekommen: Die ganzen Wirrnisse und Ängste und Aufregungen und Bedenken in der Vorweihnachtszeit sind wie die letzten Tage einer Schwangeren vor der Geburt. Weihnachten selbst ist eine Geburt. Viele fühlen zuvor einen unerklärlichen „Weltschmerz“ – wie Susanne Buchholz es so schön in ihrem Blog beschreibt, und viele kennen dann auch ganz plötzlich überwältigend dieses Glück, wenn die Kerzen brennen und wenn das innere Kind neugeboren in ihr Leben zieht: Weihnachten tut weh – aber Weihnachten ist auch die Geburt der Liebe zu Allem und Jedem. Das, was kein Tier und kein Computer erleben kann, macht uns zu Menschen. Was für ein Wunder!

Eva mault rum…

Jedes Jahr falle ich wieder darauf rein: Sobald die Weihnachtsdeko in den Geschäften erscheinen, fange ich an zu maulen: Konsumterror, aufgezwungen kitschige Möchtegern-Harmonie, Pervertierung der christlichen Botschaft zur entarteten Kleinfamilienideologie der herrschenden Klasse… „Wenn das Jesus gewusst hätte!“

Eva lenkt sich ab…

Dann kommt die Adventszeit und ich habe viel zu arbeiten. Irgendwie ist im Dezember immer viel zu tun – und das ist gut so. Ich bin abgelenkt – und zum Shoppen komme ich sowieso nicht. So um den 15. Dezember herum fällt mir dann ein, dass ja bald Weihnachten ist! Und dass ich ja noch Geschenke brauche! Meine Kinder und ich klären hektisch per WhatsApp und beim Zusammensein, was denn wohl wer am liebsten hätte. Alles fliegt aus (bzw. zu Amazon) und bereitet sich vor auf die Stunde X. Und dann kommt Heiligabend…

Und dann kommt Heiligabend…

Bei uns gibt es tatsächlich Heiligabend mittags Kartoffelsalat und Weißwürstchen mit süßem Senf. Die Tradition habe ich von meiner Mutter geerbt und genieße es, dass meine Kinder diesen Brauch als Geborgenheit und Verlässlichkeit empfinden. Nach dem Essen und einem Spaziergang fliegen die jungen Leute weiter zu der großen Familienfeier am Abend – und ich kann die Stille genießen. Das bedeutet mir viel.

Eva erinnert sich…

Wer mich kennt weiß, dass ich als Kind extrem „Jesus-People“ war. Ich wollte immer so sein wie dieser wunderschöne langhaarige Freak, der mit seiner Bande herumzog und der allen Menschen seine Hingabe und Weisheit schenkte. Der nicht teilte und der streng war in seiner Botschaft: „Wer sich bindet an das Kleine – der ist meiner nicht wert“ „Wer Euch nicht aufnimmt, den verlasst ohne Bitterkeit. Streift den Staub von Euren Sandalen und zieht weiter zu denen, die Euch wollen und aufnehmen in meinem Namen“. „Lasst die Toten die Toten begraben, gib alles fort, was Du hast – und folge mir nach“.

Eva schämt sich…

Ach wie gern hätte ich zu seiner Bande gehört und so gelebt, wie er es verlangt – doch ich bin definitiv zu fehlerhaft, faul und feige. FFF. Bin kein Wanderer, kein Hin-Gebender, hab kein Vertrauen so zu leben wie die „Vöglein unter dem Himmel“. Bin kein leidenschaftlich glühender Gläubiger wie Martin Luther King. Bin nicht bereit, für meine Ideale auch nur den geringsten Komfort aufzugeben.

Eva träumt…

Aber in meinen Träumen bin ich Martin Luther King, bin ich Laotse, Jesus, bin ich Jeanne d’Arc. In meinen Träumen bin ich bereit, mit jüdischen Kindern in die Gaskammer zu gehen wie Janusz Korczak, bin ich duldsam unbeugsam wie Dietrich Bonhöffer und ein Kämpfer wie Che Guevara.

Eva glaubt…

Wenn Heiligabend kommt, und wenn ich allein sein darf und abends mit meiner kleinen Luzi durch die Straßen wandere, fühle ich mich umgeben mit diesen ganzen toten Helden und Heldinnen, die beweisen, dass die gestrengen Ansprüche von Jesus nicht unmöglich sind. Ja, uns Menschen ist es möglich, über uns hinauszuwachsen und das Göttlichste in uns zu leben. Wir sind Berufene – und wir dürfen unsere Berufung leben.

Ein Versprechen an uns alle…

Weihnachten ist eine Geburt. Jedes Jahr wieder können wir unser eigenes innere Kind gebären und in die Arme schließen. Dieses winzige Kind, das an die Liebe glaubt und glauben muss, da es völlig ausgeliefert und hilflos ist. Dieses nackte Baby, das sich uns hingibt und unsere Liebe annimmt, wenn wir es wärmen und nähren und in Windeln wickeln.

Komm, komm, wer immer Du bist…

Ob Jude, ob Moslem, ob Hindu, ob Christ. Ob Gläubiger oder überzeugter Atheist. Sterben und Geboren werden sind die Schlüssel zum lebendigen Wasser, die Schlüssel zu Liebe und Licht. Lasst uns das Geheimnis feiern.

Ich wünsche Euch gesegnete Weihnachten

Ich wünsche Euch allen ein bisschen Raum für Stille zu Weihnachten. Ganz viel Vertrauen in die bedingungslose Geborgenheit wünsche ich jedem Einzelnen von Euch. Egal, wie oft Du schon Deine Gelübde gebrochen hast, komm, komm, wir gehören alle zusammen. Keiner von uns ist besser oder schlechter. Danken wir unseren Helden und unseren Hebammen, dass wir in ihrem Schatten wandeln dürfen. Ok, ich bin kein Martin Luther King – aber ich bin eine Eva, und das finde ich gut.

Und das Schönste auf der Welt ist es doch, Hebamme zu sein für dieses viele Leben. Diese stillen Heldinnen, die zwar nicht berühmt werden wie Martin Luther King – aber die so nah am Wunder der Geburt sind wie niemand anders sonst. Falls Ihr Zeit habt: Bei YouTube gibt es einige Folgen dieser wunderschönen BBC-Serie in voller Länge – und bei Netflix gleich 5 Staffeln… „Call The Midwife“ (Ruf die Hebamme) und genieße das Wunder von Weihnachten…

Über Eva Ihnenfeldt

Als Expertin für Social Media Marketing berät und begleitet Eva Ihnenfeldt Unternehmen und Organisationen bei der Entwicklung von Social Media Strategien - und übernimmt als Dozentin Lehraufträge für Hochschulen, Kammern und andere Bildungsträger. Eva Ihnenfeldt - Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: e.ihnenfeldt@gmail.com

One thought on “Frohe Weihnachten liebe Welt! Auf den Geburtsschmerz und die Liebe danach!

  1. Pingback: Eine Hommage an Social Media und Eva Ihnenfeldt von steadynews

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