Interview mit Karin Dicke, Inhaberin der Werbeartikel-Agentur Dicke & Partner

„Oh wie schön, kann man das auch kaufen?“ ist ein Satz, mit dem man den Anspruch der Werbeartikel-Agentur Dicke & Partner gut umschreiben könnte. Karin Dicke, die Inhaberin und Geschäftsführerin, erzählt mir im Gespräch, wie sie und ihre 22 Mitarbeiter/Innen all die Produktentwicklungen für ihre Kunden daran prüft, ob wohl auch jemand bereit wäre, Geld für das Produkt auszugeben. Denn wenn der Adressat auch bereit wäre, den Werbeartikel der Firma X für echte Euros zu kaufen, dann stimmt die Qualität, dann stimmt die Idee, dann stimmt das Design.

SteadyNews: Bitte stellen Sie sich unseren Lesern vor: Was genau ist Ihre Aufgabe und wie gestaltet sich Ihr Arbeitsauftrag in Ihrer derzeitigen Position?

Karin Dicke: Wir entwickeln Werbe- und Merchandising-Artikel für die unterschiedlichsten Unternehmen und zu den verschiedensten Anlässen. Wir sind eine Full-Service-Agentur, die alle denkbaren Aufaben im Zusammenhang mit dem Einsatz von Werbeartikel übernimmt, von Einzelprojekten bis hin zu kompletten Werbemittelsortimenten, die wir einlagern, und über die unsere Kunden jederzeit verfügen – und diese abrufen können und das weltweit.

Für unsere Full-Service Kunden entwickeln wir darüberhinaus Online-Shops, in die Produkte eingestellt sind. Unsere Kunden können darüber direkt bestellen. Für spezielle Anforderungen gibt es auch Online-Shops, auf die, die Kunden unseres Kunden zugreifen können oder auch Shops für den Endverbraucher.

Ich selbst bin die Geschäftsführerin dieses Unternehmens, und Arbeitgeberin von etwa 22 Mitarbeitern. Meine Lieblingsaufgabe ist neben den üblichen Aufgaben, die ein Geschäftsführer hat, die Produktentwicklung für unsere Kunden.

Einen typischen Arbeitsalltag gibt es eigentlich nicht. Morgens habe ich oft Vorstellungen, was ich an dem

Im Oktober 2015 erhielt Karin Dicke das "Total Equality Prädikat" als Auszeichnung in Hamburg für die die Förderung von Chancengleichheit in ihren Betrieb

Im Oktober 2015 erhielt Karin Dicke das „Total Equality Prädikat“ als Auszeichnung für die vorbildliche Förderung von Chancengleichheit in ihren Betrieb

jeweiligen Tag erledigen will, doch dann klingelt das Telefon, und schon ist alles ganz anders. Ein Beispiel: Plötzlich fällt jemandem ein, dass für eine Veranstaltung, die in Kürze stattfindet, ja noch ein Werbeartikel gebraucht wird. Wir suchen dann schnellstmöglich nach einer Lösung dafür. Der Werbemarkt ist ein sehr schnelllebiges Geschäft. Längerfristige Planungen hätten wir häufig gerne, aber das ist oft nicht realistisch, Flexibilität und Freude an Herausforderungen sind immer gefragt gehören einfach dazu.

Ich denke, ich arbeite etwa 60 Stunden in der Woche, vielleicht auch mehr. Davon bin ich etwa die Hälfte der Zeit mit Kundenaufträgen beschäftigt. Akquise ist natürlich sehr wichtig. Und, wir sind immer auf der Suche nach neuen Werbeartikeln, nach exklusiven, innovativen Produkten. Recherche ist in unserem Hause ein riesengroßes Aufgabenfeld.

Diese Aufgaben teile ich mir mit sieben unserer Mitarbeiter. Das sind die Kollegen/innen, die mit unseren Kunden direkt im Gespräch sind. Unsere Kunden benötigen Werbeartikel immer öfter für spezielle Kampagnen, zum Beispiel zur Mitarbeitermotivation. Wir recherchieren dann konkret zu dem Thema und stellen unsere Ideen in einer Präsentation vor. Wir leisten im Vorfeld sehr viel, schließlich wollen wir die besten Ergebnisse. Aber auch die Logistik ist ein wichtiger Bestandteil unserer Aufgaben, die Distribution – die richtige Ware zum richtigen Zeitpunkt an den richtigen Ort in der richtigen Menge liefern – ist von wesentlicher Bedeutung. In unserem Logistikbereich arbeiten 6 unserer Festangestellten. Zu Stoßzeiten kommen dann noch Aushilfskräfte hinzu, die uns meistens auch schon viele Jahre zur Seite stehen.

SteadyNews: Wie war der Weg zu Ihrer jetzigen Position? Welche Einflüsse und Stationen in Ihrer Biografie haben entscheidend zu Ihrer Karriere/ Ihrer heutigen Aufgabe beigetragen?

Karin Dicke: Ich glaube, dass schon der Anfang dadurch gelegt wurde, dass ich in einer Familie großgeworden bin, in der schon mein Vater selbstständig war. Viel zu arbeiten war für mich also nie ungewöhnlich. Ich bin da einfach so hineingewachsen.

Später habe ich eine Ausbildung zur Versicherungskauffrau gemacht und bin danach in ein großes Dortmunder Industrieunternehmen gewechselt und dort in der Werbeabteilung gelandet. Ich wusste sehr schnell, das ist es. Mit 24 Jahren habe ich mich dann selbstständig gemacht. Mein alter Arbeitgeber war erfreulicherweise auch mein erster großer Kunde.

Damals hatte ich noch relativ wenig Kenntnisse in der Werbeartikelbranche und bin wahrscheinlich in jede Falle getappt, in die man tappen konnte. Da war es letztendlich von Vorteil, dass ich als junge Frau wenig ernst genommen wurde. Man dachte „Lass die mal strickeln“, und in diesem Schatten konnte ich in Ruhe wachsen und mich entwickeln, Manchmal ist es gut, nicht ernst genommen zu werden….

Als Schülerin hatte ich bereits eine Neigung zu kreativen Aufgaben. Aber das war nicht das Entscheidende für meinen Entschluss ein eigenes Unternehmen zu gründen. Entscheidend war die Möglichkeit, selbstständig zu gestalten. Bis heute ist meine Leidenschaft für meinen Beruf nicht gesunken, da ich dieses Kreative und Ergebnisorientierte unglaublich mag. Und wir werden auch heute noch immer besser.

Man lernt immer weiter dazu, und wenn dann der Kunde sagt: „Mensch, ist das klasse“ – und ich diese Begeisterung spüre, dann spornt mich das an. Die Entwicklung in der Werbemittelbranche geht ständig weiter, es gibt immer neue Techniken, neue Produkte, neue Ziele und Mechanismen. Die Aufgabenstellungen des Kunden werden immer spannender, und so können wir gemeinsam mit dem Kunden komplette Marketing- und Vertriebskampagnen entwickeln, die erfolgsorientiert sind. Zum Beispiel entwickeln wir heute auch Kampagnen, um Adressen zu sammeln, die Traffic auf die Website bringen – diese Aufgaben gab es vor einigen Jahren noch gar nicht. Die Möglichkeiten sind tatsächlich breiter und vielfältiger geworden. Es ist und bleibt spannend.

SteadyNews: Was begeistert Sie an Ihrer jetzigen Position? Welche Faktoren sind es, die Sie anspornen, auch bei schwierigen Herausforderungen weiterzumachen und Ihr Bestes zu geben?

Karin Dicke: Wie bei vielen Selbstständigen üblich, habe ich natürlich schon alle Ups and Downs, die man sich nur vorstellen kann, hinter mir. Anscheinend habe ich wohl diese Gene, dass man nicht aufgibt, wenn die Zeiten schwierig sind. Menschen, die zum Unternehmertum neigen, haben meistens einen unerschütterlichen Optimismus. Auch ich denke, die Welt ist im Grunde genommen gut, die Menschen sind gut. Ich denke, diese Grundeinstellung ist typisch für viele Selbstständige.

Wenn ich etwas Neues beginne und/ oder neue Menschen kennenlerne, bin ich neugierig und spüre immer wieder diese Anfangsfreude. Zwar lernt man auch vieles durch die Familie und ist geprägt durch Kindheitserlebnisse, doch diese positive Neugierde ist vielleicht schon angeboren, einfach da. Erfolgreiche Unternehmer brauchen einen Grundoptimismus. Mit einer negativen Einstellung zur Welt und zu den Menschen kann man keine guten Geschäfte machen.

SteadyNews: Welchen Preis müssen Sie für Ihre verantwortungsvolle Position zahlen? Welche Opfer und Einschränkungen begleiten Ihre Karriere/ Ihre heutige Aufgabe?

Karin Dicke: Ich glaube, der Preis aller Selbstständigen ist wohl, dass man diese Urangst hat, all die Herausforderungen hinzubekommen. Lass mich gesund, lass mir die Fähigkeit, selbst etwas zu tun, lass mich meiner Verantwortung gerecht bleiben. Ich weiß, was ich einfahren muss, um diesen Laden hier aufrecht zu erhalten. Wenn man Verantwortung für Menschen hat, ist das eine Sorge, die man ständig mitnimmt. Diese Verantwortung für Menschen treibt einen ständig um. Man könnte sicher viele Jobs einfacher machen, aber das würde dem eigenen Anspruch nicht genügen. Die Triebfeder, die mich antreibt, ist wohl, dass ich etwas bewegen will. Etwas bewegen zu wollen, ist bei Selbstständigen und Unternehmern anscheinend besonders stark ausgeprägt.

SteadyNews: Was sagen Sie zu der Aussage „Frauen führen anders“? Würden Sie anderen Frauen empfehlen, einflussreiche Positionen anzustreben? Wünschen Sie sich mehr Frauen in Macht- und Führungspositionen?

Karin Dicke: Klar führen Frauen anders. Ich denke, dass Frauen immer einen Tick emotionaler sind, sie neigen dazu, sich verantwortlich zu fühlen, bei allen Entscheidungen mehrere Aspekte einzubeziehen. Ob Frauen deshalb besser führen, weiß ich nicht. Auf jeden Fall wäre es wünschenswert, wenn Führungsgruppen gemischt wären, um sich zu ergänzen.

Wenn ich mir zum Beispiel Frau Merkel angucke, habe ich den Eindruck, dass sie klare Werte hat und sich an diesen Werten orientiert. Sie scheint nicht ständig ihr Mäntelchen nach dem Wind zu hängen. Ich finde, das ist eine sehr gute Eigenschaft. Diese Haltung hat ja auch etwas von Zuverlässigkeit. Für mich ist wichtig, dass man klare moralische Werte hat, an denen man sein Handeln festmacht und sich in seinem Beruf den Grunsätzen eines ehrbaren Kaufmanns verpflichtet fühlt.

Glücklicherweise werden Frauen in Führungspositionen ja immer mehr und es machen sich auch immer mehr Frauen selbstständig. Für mich ist Lernen von einander und ein von Achtung geprägtes Miteinander wichtig. Wer besser führt, können vermutlich am Besten die Mitarbeiter, die Kunden und alle übrigen Beteiligten beurteilen.

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Karin Dicke

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Fax:    +49 (0231) 55 90 299
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Homepage: www.dickenet.com
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Geschäftsführer Karin Dicke

 

Alle Interviews der SteadyNews-Serie „Frauen in Führung“ auf einen Blick:

 

 

 

 

 

 

 

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