Jede neue Zeit bringt neue Theorien und passende Abkürzungen mit sich. Im Bereich Suchmaschinenoptimierung ist nichts mehr, wie es war, seit Google die KI-Antworten an den Anfang von immer mehr Suchanfragen setzt. Da dieses System weiter ausgeweitet wird, versuchen Publisher und SEO-Agenturen, zur perfekten Quelle für die oben angesetzte Antwort zu werden, damit sie in dieser KI-Version zitiert werden. Dafür wird die Formel E-E-A-T genannt: Erfahrung, Fachwissen, Autorität und Vertrauenswürdigkeit. Eines steht jedoch fest: „Einer wird gewinnen“ – lohnt sich wirklich das Wettrennen der unzähligen Publisher/ Anbieter?

E-E-A-T
Zunächst eine Erläuterung der Formel „Wie werde ich von Gemini als Quelle für die Antwort erwählt:
– Experience/ Erfahrung: Was weiß die KI über die Autoren bzw. über die Unternehmen, die ständig (womöglich KI-generierte) Beiträge auf ihren Webseiten publizieren? Was macht sie zu glaubwürdigen Experten? Kann man sich vorstellen, dass Sie selbst als Verantwortlicher hinter den Antworten stecken und dass es sich nicht einfach nur um einen beantworteten Prompt handelt zu gängigen Fragen, an deren Antworten man Geld verdienen kann? (Finanzen, Immobilien, Gesundheit, geschäftliche Anfragen mit Kaufbereitschaft ….)
– Expertise/ Fachwissen: Was weiß Gemini über das nachweisbare Wissen des Publishers? Gibt es Zertifikate, Fallstudien, gibt es eine Anbindung an Hochschulen, Behörden, anerkannte Medien, Influencer und andere Autoritäten?
– Authoritativeness/ Autorität: Was sind die Ergebnisse der Googlebot Recherchen? Bei Backlinks, Erwähnungen oder Awards zählt nicht nur die Menge – die Bots erkennen auch die Bedeutung der Vernetzung mit anderen Web-Publishern, die sie erwähnt haben
– Trustworthiness/ Vertrauenswürdigkeit: Transparenz, Datenschutzvorkehrungen, Quellenangaben, korrektes Impressum und Nutzerbewertungen ersetzen zunehmend das, was früher in Bezug auf Alter und durchgehende Aktivität einer Domain Glaubwürdigkeit verschaffte bei der klassischen Suchmaschinenoptimierung. Betagte Websites wie der Blog SteadyNews (seit 2008) können sozusagen in Rente gehen. Times are changing…
Schon heute liefern bis zu 20 Prozent der Fragen KI-Zusammenfassungen direkt in den SERPs. Autorative Quellen (zum Beispiel bei Kooperationen mit gesellschaftlich/politischen Institutionen und Medien) haben eine extrem höhere Chance, als Quelle genutzt zu werden.
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GEO statt SEO
Die „Generative Engine Optimization“ setzt sich zum Ziel, eine KI-Listung durch strukturierte Daten, Listen, Tabellen und konversationelle Sprache zu gewinnen. Außerdem wird von den Agenturen versucht, ihre Kunden durch eine glaubwürdige Autorität und Vernetzung mit etablierten Institutionen in den Kreis der „Zitierwürdigen“ zu bringen. Ob sich hier ein neues Geschäftsfeld für Anzeigenwerbung und PR-Berichterstattung entwickelt, bleibt abzuwarten.
Je regionaler eine Anfrage ist (zum Beispiel „Nenne mir eine analytische Auflistung über Immobilien im Ruhrgebiet“), desto höher ist die Chance, mit Unterstützung von E-E-A-T zur zitierten Quelle zu werden.
Fazit
Mich selbst erinnert E-E-A-T an den dystopischen Buch- und Filmklassiker „The Long Walk“. Ich selbst würde stattdessen raten, sich über Vernetzungen (Social Media und tiefgehende Netzwerke) zu verbreiten. Auch der gute, alte E-Mail-Newsletter kann eine Alternative dazu sein, dass man versucht, im „Long Walk“ um die Goldmedaille große Ressourcen einzustezen – und das zunächst nur dafür, dass man zitiert wird! Ob aus diesen Lesern Kunden werden, ist eine weitere Frage…



