Tipp für ein gutes Leben: Ein Minus in ein Plus verwandeln

Unser Verstand ist ständig dabei, Außeneinwirkungen zu bewerten. Und das ist auch gut so! Würden wir unfähig sein, etwas als negativ oder positiv zu bewerten, wären wir komplett lebensunfähig. Auch ein Tier tut das: „Da wo es gut riecht, geh ich hin – da wo es schlecht riecht, geh ich weg“. Doch im Gegensatz zu einem Tier haben wir Menschen die Fähigkeit, mit unseren Gedanken einzuwirken auf das, was auf uns einwirkt. Und da haben bei unserem letzten Spaziergang eine Freundin und ich die Formel gefunden: „Aus einem Minus ein Plus machen“ – wir wandeln Krisen in Chancen um, egal wie klein diese Krisen auch sein mögen. Ein Bisschen von unserer Zauberformel möchte ich im Folgenden gern weitergeben: Mach aus Deinem Minus ein Plus:

Drei Beispiele

Dein Chef kritisiert Dich und Deine Leistung. Du bist am Boden zerstört, bist verletzt und voller Selbstzweifel. Nun überlegst Du Dir das Schlimmste, was passieren könnte (Kündigung oder Rausgemobbt werden). Du setzt also vor Dein Minus ein weiteres Minus. Im selben Moment kann schon dieses Wunder passieren: Du fühlst Dich regelrecht befreit, weil der Feind seine Macht verliert, wenn Du ihn sichtbar machst. Wer Dein Feind ist? Deine Angst

Du hast lange gearbeitet für einen Riesendeal. Es geht um sehr viel Geld und einen Kunden, der für Dein Business extrem viel bedeutet. Kurz vor dem Abschluss platzt das Geschäft. Alles ist verloren – nicht nur für Dich, sondern auch für die gesicherte Zukunft Deiner Mitarbeiter. Wie Du den entstandenen Schaden auch nur auffangen kannst, ist Dir ein Rätsel. Du überlegst, was nun schlimmstenfalls passieren könnte: Insolvenz, alle Mitarbeiter entlassen, Verlust von Haus und Hof… Und im selben Moment spürst Du es wieder: Du fühlst, wie der Feind seine Macht verliert, da Du ihn sichtbar machst. Du verlierst Deine Angst.

Deine Frau will sich von Dir trennen – bzw. sagt Dir, dass Du das gemeinsame Leben verlassen sollst. Deine Kinder, Dein Heim, Dein komplettes Leben… und der Unterhalt, den Du zahlen musst, reduziert Dein vorzeigbares Einkommen auf genau 1.200 Euro netto monatlich. Du setzt Dich hin und schreibst auf, was nun an Hölle auf Dich zukommt: Deine Kinder verlieren die enge Bindung an Dich, durch den finanziellen Mangel musst Du zukünftig mit jedem Cent rechnen, die neue Liebe Deiner Frau wird Dich ersetzen und Du wirst einfach nur noch zahlen, ohne Dich wehren zu können. Ich sage Dir, allein das Ausmalen dieses Riesen-Minus-Zeichen wird seine Wirkung haben. Minus mal minus ergibt Plus.

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay 

Nun folgt die chemische Umwandlung…

Doch natürlich reicht es nicht aus, sich das Schrecklichste vom Schrecklichen auszumalen, um den alchemistischen Prozess in Gang zu bringen! Nun kommt der entscheidende Faktor: Du änderst Deine innere Einstellung und versöhnst Dich mit dem, was war, was ist – und was sein wird.

Versöhnung als Schlüssel

In dem Moment, in dem Du Deinem Chef, Deinem verlorenen Kunden und Deinem verlorenen Liebespartner verzeihst und Dich innerlich mit den Menschen hinter der Rolle versöhnst, kehrt Deine Wirkungskraft zurück. Die Maschine springt wieder an, weil Du frei wirst von Groll und Schuldzuweisungen.

Vielleicht steckt Dein Chef gerade privat in einer totalen Krise. Vielleicht hat Dein Business-Verhandlungspartner ein Verbot „von oben“ erhalten. Vielleicht hat Deine Frau sich aus ihrer Einsamkeit heraus in einen Anderen verliebt. Alles Menschen! Egal was es ist, es gibt immer Gründe. Manchmal liegen sie sogar sehr sehr lange zurück.

Versöhnung bringt Handlungsautonomie

Versuche es! Sobald Du Dich mit Deinen Feinden versöhnst, verlierst Du Selbstzweifel und Angst. Du stehst viel stabiler auf Deinen zwei Beinen und kannst wieder Entscheidungen treffen. Kannst das ehrliche Gespräch mit Deinem Chef suchen; kannst Deinen Verhandlungspartner so lange anrufen, bis er erreichbar ist für Dich; kannst Deiner Frau gegenüber 1. Deine Verletzungen als Ich-Botschaft verständlich mitteilen und 2. durchdachte Bedingungen für die Trennung stellen.

Bist Du innerlich versöhnt, wirst Du so stark und unangreifbar wie ein Berg. Ohne Groll hast Du eine Ausstrahlung, mit der Deine bisherigen Feinde nicht rechnen: Aus Feinden werden Weggefährten – die Macht von außen ist gebrochen.

Mache aus einem Minus ein Plus

Ich habe mich viele Jahren in der Kunst geübt, aus einem Minus ein Plus zu machen. Gerade in meiner Position als Dozentin für Menschen im beruflichen Changeprozess war es sehr herausfordernd, mit allen Students versöhnt zu sein und jeden Einzelnen aufrichtig ins Herz zu schließen. Gab es Jemanden, der mich und meine Qualifikation anzweifelte, konnte ich das erst auflösen, wenn ich innerlich versöhnt war. Wenn ich das Misstrauen gegen mich verstehen konnte, ohne es als Kränkung zu interpretieren, wurde die Gegnerschaft zu einer gemeinsamen Aufgabe: „Was können wir Beide tun, damit Du Deine Zweifel an mir verlierst – bzw. damit der ganze Kurs von unserer Krise profitiert?“

Nach der Versöhnung erwacht der Wille

Versöhnung ist also in der Zwischenzeit mein „zweiter Vorname“. Ich erlebe es so gut wie gar nicht mehr, dass ich Jemandem Schuld an meinem Unglück zuweise. Doch das heißt nicht, dass ich mich fremdbestimmen lasse! Durch meinen Minus-Minus-Trick kann ich sehr frühzeitig agieren – so dass sich nichts lange aufstaut.

Beispiel: Meine Nachbarin ist alleinerziehende Mutter. Da ich allein lebe, dachte sie, ich könne mit ihrer Tochter Samstags Homeschooling machen – und zunächst ließ ich mich darauf ein. Sehr schnell spürte ich, dass ich das aus mehreren Gründen nicht will. Ich arbeite extrem viel und brauche meine Samstage – und ich habe Kinder und Enkel, denen ich viel eher beistehen will, wenn sie mich brauchen. Nenne es die Stimme des Blutes – ist nun mal so…

Ich setzte also vor mein Minus ein weiteres Minus und überlegte, was ich an schlimmsten Konsequenzen zu befürchten habe, wenn ich ablehne: Ihre Tochter, die ich so gern mag, verliert die Zuneigung zu mir und ist traurig, weil ich die gemeinsame Zeit mit ihr ablehne. Meine Nachbarin redet schlecht über mich, da ich so wenig hilfsbereit bin.

Sofort verlor ich die Angst vor den Konsequenzen. Es war ok. Danach versöhnte ich mich innerlich mit meiner Nachbarin. Nun ja, vielleicht nicht sehr tief – aber immerhin konnte ich respektieren, dass sie es versucht hatte, mich einzusetzen. Zeugt von Mut und Durchsetzungsvermögen. Chapeau!

Nun war mein eigener Wille wieder frei und handlungsfähig. Ab diesem Moment war ein „Nein“ kein Problem mehr. Ich fühlte mich nicht länger verpflichtet, ihr zu helfen. Ich war einfach stabil auf meinen zwei Beinen. Mein Wille gibt mir einen festen Stand. Meine Sympathie ihr gegenüber ist innerlich sogar gewachsen (Mut und Durchsetzungsvermögen gefallen mir immer) und ob sich da auch äußerlich etwas Gutes draus ergibt, kann ich in Ruhe abwarten. Hauptsache der Druck ist weg.

Training ist die halbe Miete

Probiere den alchemistischen Trick am Besten in solchen Alltagssituationen aus. Je kleiner die Krise, desto besser kannst Du üben. Spüre Deine Unruhe, male Dir das Schlechtmöglichste als Konsequenz aus, versöhne Dich mit Deinem „Feind“, finde Deinen Willen und reagiere so rasch wie möglich, damit aus einem kleinen Minus kein großes Minus wird.

Diese Minus-Minus-Plus Jonglier-Übungen wirken so ähnlich wie Atemtraining in der Schwangerschaft. Je mehr Du übst, ohne Schmerzen zu haben, desto besser bist Du gewappnet, wenn die Geburt dann los geht. Auch das hat bei mir wunderbar funktioniert. Nach der ersten Geburt, die mich schmerzvoll überwältigt hatte, habe ich in jeder weiteren Schwangerschaft geübt wie ein Leistungssportler – und nie wieder habe ich diese ohnmächtige Auslieferung mitmachen müssen. Denn wir wissen ja „Übung macht den Meister“ – viel Spaß dabei!

Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

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