Home / Management / Wenn die Online-Bewerbung keine Alternative hat

BewerbungOnline-Bewerbungen setzen sich ja mehr und mehr durch. Aus guten Gründen: Man spart Papier, Zeit, Druckertinte und ist sich gewiß, dass die Bewerbung auch zeitgleich im Postfach des Human-Resource-Spezialisten der Firma landet. Allerdings gibts auch bei dieser Sache einen Haken: Mehr und mehr Firmen bieten nur noch diesen Weg an – was macht man also, wenn das Tool der Firma für die Onlinebewerbung nicht funktioniert? Schickt man dann ein Fax?

Vor kurzem ist mir das selbst passiert: Da schrieb eine Firma eine Stelle für einen Social-Media-Manager aus. Die Vorausetzungen erfüllte ich, die Stelle selbst klang spannend, die Firma okay. Ich überfliege die Stellenanzeige. In dieser steht am Schluss: „Aussagefähige Bewerbungen werden online erbeten“. Klasse. Also nichts wie auf die Webseite gesurft und – angenehm überrascht. Das Tool, dass die Firma nutzt kann die Daten von XING übernehmen. Das erspart mir natürlich eine Menge von Tipp-Arbeit. Also rasch bei XING einloggen, Erlaubnis erteilen – wundersamerweise erscheinen die Daten dann auch in den Feldern. Beim ersten Formular ist das alles super gelaufen. Adresse, Name, Ort etc.

Online-Ochs vorm Online-Tool

Jetzt aber wird es kompliziert. Denn eigentlich hat das Tool auch alle Stationen meines Berufsweges übernommen, einige sind für die Bewerbung nicht von Interesse – ich lösche die also und klicke dann, nachdem ich noch ein schönes Foto ausgewählt habe auf Senden.

MÖP! MÖP! Fehlermeldung.

Aha. Offenbar kann das Tool nichts mit Stellen von XING anfangen, die kein Enddatum haben. Das ist bei mir bei einigen Stellen der Fall, ich bin ja momentan noch selbstständig unterwegs und daher sind einige Projekte von mir noch nicht zu Ende. Gut, kein Thema: Löschen, editieren – Mist, will er nicht? Dann halt nochmal von vorne.

Und nochmal von Vorne.

Nochmal von Vorne.

Von Vorne.

Vorne.

Ich gebe es schließlich auf: Ich verstehe nicht wo mein Fehler liegt. Das System gibt nämlich zwar jetzt eine allgemeine Fehlermeldung aus, sagt mir aber nicht genau wo der Fehler liegt. Im Endeffekt stochere ich jetzt in einer Blackbox herum. Doof das – aber moment mal: Die haben doch eine Facebook-Seite! Da ist doch bestimmt jemand, der mir raten kann, oder? Zumal ich jetzt auch alle anderen Browser durch habe und das Problem immer das selbe ist. Ich könnte jetzt meine ganzen Errungenschaften von Hand eintragen, aber selbst wenn ich die XING-Sachen kürze kostet mich das sicherlich um eine bis anderthalb Stunden.

Jetzt kann man sich sicherlich die Mühe machen wenn man einen Job wirklich will, aber hey, ich versuche erstmal per Facebook jemanden zu kontaktieren, der mir raten kann.

Alternativen sind ratsam

Offenbar brauchen diejenigen, die die Stelle ausgeschrieben haben tatsächlich jemanden, der kompetent Netzwerke überwacht. Ich denke, wenn jemand ein aktuelles Problem hat sollte auf einer FB-Seite zumindest relativ rasch eine Antwort erfolgen – was hier aber nicht passiert, hier vergehen 10 Stunden bis ich mich dann zu dem Schritt aufraffe und einfach den XING-Link zum Profil poste. Wenn eh nicht mehr Daten verlangt werden, wozu die Mühe?

Jetzt kann man sich über die Bedeutung des Satzes, dass Onlinebewerbungen erbeten werden streiten: Heißt das, die Firma akzeptiert nur Online-Bewerbungen? Bevorzugt sie diese Art der Übermittlung? Die Webseite mit der Stellenanzeige jedenfalls lässt weder das Abschicken einer Mail noch sonst irgendwie die Möglichkeit zu sich alternativ zu bewerben. Und wenn dann auch niemand zur Hilfe eilt oder sich meines Problems annimmt, dann scheint ja ein echter Bedarf zu sein…

Generell stellt sich die Frage, wie man jetzt damit umgeht. Ich denke, dass man notfalls auch eine Mail oder sogar eine normale Papierbewerbung mit einem Screenshot von der Nichtfunktion des Bewerbungstools schicken darf. Wenn ich mich für eine Stelle interessiere und das Tool nicht funktioniert ist es ja nicht mein Verschulden und dann sollte das Unternehmen auch darüber informiert werden. Was ich getan habe, aber wenn man die Facebook-Chronik nicht liest oder ab 17:00 Uhr Feierabend hat – tja.

Liebe Unternehmen: Natürlich dürft ihr bestimmen, wie man sich bei euch bewirbt. Aber checkt vorher bitte bei Online-Bewerbungen ob das Tool, das ihr dafür programmiert habt auch wirklich funktioniert. Wäre fein. Ich jedenfalls warte ab, was die Firma jetzt nach meinem Posting macht – sind sie klug, haken sie zumindest mal bei mir nach.

Über Christian Spliess

Der selbstständige Journalist und Social Media Redakteur Christian Spließ begleitet Unternehmen und Organisationen bei der erfolgreichen Umsetzung von Social Media Kampagnen. Christian Spließ ist einer der Social Influencer in NRW - vor allem über Twitter und Facebook.

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