Home / Management / Wie das Unternehmen Schnöring aus Schalksmühle Facharbeiter rekrutiert

Eva Ihnenfeldt traf Olaf Baum, Personal-Referent bei dem Federnproduzenten Schnöring GmbH aus Schalksmühle auf einer Employer Branding Veranstaltung vom agsw in Lüdenscheid. Sie war beeindruckt von dem kreativen und engagierten Personalrekruting der Firma. Darum bat sie Olaf Baum, doch ein wenig über die Strategie in den SteadyNews zu berichten. Ist zwar weitgehend „Offline-Marketing“ aber sicher auch inspirierend für andere Industrieunternehmen aus dem Sauerland/ Märkischen Kreis. Vielen Dank für den Gastbeitrag!

Olaf Baum, Personalreferent der Schnöring GmbH, Schalksmühle: Das Unternehmen Schnöring Schnoering 3besteht seit 1926 hier in Schalksmühle (dörflicher Charakter noch halbwegs gut von der A54 und der B54 zu erreichen). Aktuell haben wir 180 Mitarbeiter, davon 20 Auszubildende in den Berufen Werkzeugmechaniker, Industriemechaniker, Fachkraft für Lagerlogistik und Industriekaufmann.

Wir produzieren Federn (Druck-, Zug- und Schenkelfedern) sowie Stanz-Biegeteile und Baugruppen. Wir verarbeiten Drähte im Abmessungsbereich 0,1 mm bis max. 2,6 mm Drahtdurchmesser. Bei den Bändern bewegen wir uns in ähnlichen Dimensionen bei den Dicken.

Die Schnöring GmbH hat kein eigenes Produkt. Wir produzieren auftragsbezogen für unsere Kunden nach deren Vorgaben oder im Idealfall entwickeln wir mit dem Kunden gemeinsam eine technische Lösung und produzieren diesen Artikel später auch für den Kunden.

Wir bedienen die Branchen: Elektrotechnik, Weiße Ware, Medizintechnik, Aerosolindustrie, Möbelbeschlagindustrie und Automotive

Um dies alles tun zu können, benötigen wir in der Regel Facharbeiter. Automateneinrichter für Federwindeautomaten oder für Bihler-Automaten findet man nicht bei der Arbeitsagentur auf der Wartebank. Im Jahr 2000 stellten Herr Schnöring und ich die Weichen für unsere heutige Personalsituation. Uns war damals bereits bewusst, dass wir durch den demografischen Wandel in die Situation von fehlenden Facharbeitern kommen würden. Ein Entgegenwirken war erforderlich:

Wir starteten ab 2000 mit einer regelmäßigen und kontinuierlichen Ausbildung (früher wurde zwar ausgebildet, aber nur ab und an, nach Bedarf). Heute in 2015 können wir sagen, dass wir regelmäßig bis zu 6 Ausbildungsplätze im Jahr besetzen können. Über mehrere Jahre hinweg bauten wir uns einen guten Ruf in Sachen Ausbildung auf, da unsere Auszubildenden auch mal Dinge tun dürfen, die in anderen Betrieben so nicht statt finden (Selbständige Projekte, Projektbeteiligung, Durchlauf durch möglichst viele Abteilungen um die Prozesskette im Unternehmen zu verstehen, erweiterte Schulungen durch SIHK oder auch andere externe Partner um eine höhere fachliche Qualifikation zum Ausbildungsende zu erzielen, etc.) Werksunterricht, eine eigene Lehrwerkstatt im Haus sowie die verantwortliche Anleitung von Praktikanten runden das Spektrum ab.

Dies spricht sich unter den Jugendlichen natürlich rum. Parallel positionieren wir uns über unsere Homepage, Print-Medien wie „Nachtflug oder Pro Karriere“. Die Print-Medien werden gratis an Jugendliche im Märkischen Kreis und Hagen verteilt. Parallel besuchen wir die Ausbildungsmessen in Lüdenscheid, Hagen und „Oben an der Volme“ (Das ist eine gemeinsame Messe der Städte und Gemeinden : Kierspe, Meinerzhagen, Schalksmühle und Halver).

Eine weitere flankierende Maßnahme ist unser „Erscheinen in den Schulen“ Wir halten einen lockeren Kontakt zu einigen umliegenden Schulen und ermöglichen Auszubildenden und Schülern gemeinsame Projekte. In 2013/2014 ist so unser Ausbildungsflyer von einer Auszubildenden und einer Schulklasse überarbeitet worden. Die Kontakte in den Schulen und auf den Messen führen zu Schulpraktika und freiwilligen Praktika in unserem Unternehmen. Auf diese Art und Weise lernen wir die jungen Leute viel früher kennen, als nur zur klassischen Bewerbungsphase. Heute haben in der Regel Fünf von Sechs Auszubildenden vorher bei uns ein Praktikum absolviert. Der Erfolg gibt uns Recht: Auf eine offene Lehrstelle haben wir, obwohl die Bedingungen nicht die Günstigsten sind, ca. 10 Bewerber.

Parallel musste aber auch der Facharbeiterpersonalstamm im Unternehmen stabil gehalten werden. Zwischen 2000 und 2005 fing ich an mit den Zeitarbeitsunternehmen in der Region zu sprechen. Durch die Zusammenarbeit mit der Arbeitsagentur meldeten sich automatisch auch schon Zeitarbeitsunternehmen, um Ihre Dienste anzubieten. Viele Unternehmen bekamen von mir die Anforderungsprofile für unseren Facharbeiterbedarf mit dem Hinweis: „Haben Sie so jemanden im Portfolio, bitte vorstellen!“.

Da tat sich natürlich einige Zeit erst mal recht wenig, aber das Netzwerk erweiterte sich ständig und die Anforderungsprofile entwickelten sich für unterschiedliche Bedarfsfälle immer weiter. Die ersten Rekrutierungsversuche hatten wir in 2003, aber hier waren noch viele Hindernisse zu umfahren. Ab ca. 2008 waren erste wirkliche Rekrutierungserfolge im Facharbeiterbereich aus der Zeitarbeit zu verzeichnen.

Schnoering Luftaufnahme2Durch die Wirtschaftskrise in 2009 wurde das Thema erst einmal ausgebremst, bis dass wir es ab 2011 wieder aufgreifen konnten. Bereits in der Wirtschaftskrise entstand ein weiterer Kontakt. Die GSU Schulungsgesellschaft in Dortmund bot intensive Schulungsmaßnahmen für unsere Maschinentechnologie an. Gleichzeitig begann die GSU hier die Zusatzqualifikation zur Stanz- und Umformfachkraft aufzubauen. Auch hier ist man mit Praxiserprobungen im Gespräch und hat eine weitere Möglichkeit, geeignete Fachkräfte zu finden. Heute sind wir in der Lage, aus der Zeitarbeit einen zusätzlichen Facharbeiterbedarf zu rekrutieren, der durchaus die Fachkenntnisse besitzt, die wir benötigen.

Neben der Arbeitsagentur, den Leiharbeitsunternehmen, diversen Messen und Print-Medien ist aber noch etwas von entscheidender Wichtigkeit: Die Mundpropaganda durch unsere Mitarbeiter!

Unser Fazit: Rekrutierungserfolg ist eine Mischung aus Employer Branding und aktivem Networking. Lediglich die Netzwerke unterscheiden sich für die Zielgruppen.

Olaf Baum Schnoering Schalksmuehlei. V. Olaf Baum
Personalreferent

Schnöring GmbH
Jahnstraße 15
58579 Schalksmühle
Phone: +49 2355 808 69
e-mail: obaum@schnoering.de
Internet: www.schnoering.de

 

Über Eva Ihnenfeldt

Als Expertin für Social Media Marketing berät und begleitet Eva Ihnenfeldt Unternehmen und Organisationen bei der Entwicklung von Social Media Strategien - und übernimmt als Dozentin Lehraufträge für Hochschulen, Kammern und andere Bildungsträger. Eva Ihnenfeldt - Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: e.ihnenfeldt@gmail.com

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