Twitter als Recherche-Instrument einsetzen: Tricks für Einsteiger

Christian Spließ: Tag für Tag werden um die 100 Millionen Tweets mit dem Kurznachrichtendienst Twitter versendet. Dabei reicht die Bandbreite von Meldungen darüber, dass jemand gerade einen Kaffee trinkt über Rabattangebote und Gewinnspiele bis hin zur Linkweitergabe der aktuellsten Online-Studie. Folgende Tipps und Tricks helfen nicht den Überblick zu verlieren und gezielt das zu finden, was man bei der Recherche für sich selbst benötigt.

Bevor man sich die diversen Werkzeuge anschaut, die für eine Suche in Frage kommen sollte man einige grundlegende Dinge bedenken. Wie bei Google auch ist die Formulierung der Suchanfrage schon das halbe Ergebnis: Wer allein das Wort „Recherche“ bei Twitter sucht wird von einer Unmenge von Suchanfragen erschlagen, wer aber mit „Recherche“ sowie „Journalismus“ sucht wird sicherlich ein besseres Ergebnis bekommen. Auf jeden Fall beachten sollte man die sogenannten Hashtags. Dies sind Schlagworte, die die Twitterbenutzer selbstständig vergeben oder die im Falle von Konferenzen oder Tagungen vom Veranstalter festgelegt werden. Ein Beispiel für einen Hashtag ist etwa #socialmedia oder #videocamp – für eine erste Übersicht über ein Thema ist das in der Regel schon ausreichend. Nützlich sind Hashtags vor allem auch wenn man bei einer Tagung nicht vor Ort sein konnte. Mit Twitter kann man sich dann auch im Nachhinein noch darüber informieren wer was gesagt hat oder ob interessante Links weitergegeben wurden.

Twitter macht es dabei dem Suchenden im sogenannten „New Twitter“, dem Update der Oberfläche, die nach und nach bei allen Nutzern eingeführt wird, dabei sogar leicht eine Twittersuche anzulegen. Einfach den Begriff oben im Suchfeld eingeben und schon bietet Twitter die Ergebnisliste. Diese ist sogar schon von Twitter aus mit Optionen versehen worden – Tweets mit Links lassen sich extra einblenden oder direkt Accounts mit dem Suchbegriff. Komfortabel und für den ersten Sucheinstieg bestens geeignet. Allerdings scheint man in der neuen Oberfläche keine Möglichkeit mehr zu haben dieses Suche abzuspeichern. Womit sich diese Option wirklich nur für einen ersten Überblick eignet.

Twitter bringt für weitere Recherchen schon ein mächtiges Werkzeug von Haus aus mit: http://search.twitter.com ist das Angebot, das stark an die Aufmachung der Google-Suche erinnert und im Prinzip auch genau so einfach zu bedienen ist. Die passenden Suchwörter eingeben und schon gibt es ein Ergebnis. Ähnlich wie bei den Googlediensten gibt Twitter selbst die Möglichkeit, einen RSS-Feed zu abonnieren – ideal für den Fall, wenn man mehrere permanente Suchanträge laufen hat und auch dann, wenn man bei Twitter den eigenen Namen und den des Unternehmens überwachen möchte. Hilfreich auch: Die Trending-Topics. Begriffe, die häufig bei Twitter erwähnt werden stellt der Dienst automatisch nach vorne. Wer also wissen möchte worüber sich die Twittersphere derzeit am Häufigsten unterhält kann diese Option unterhalb des Suchfeldes nutzen.

Dabei ist diese an sich schon ein recht mächtiges Werkzeug – vor allem wenn man sich die zahlreichen Filteroptionen unter „Advanced Search“ anschaut, die für einen Anfänger allerdings etwas überwältigend sein können. Hier kann man etwa genau nur eine Person in die Suche einbeziehen, den eigenen Ort oder das Datum. Es lohnt sich sicherlich hier etwas genauer reinzuschauen. Nachteil: Anders als der Dienst selbst ist die hauseigene Suchmaschine von Twitter nur auf englisch. Eine deutsche Alternative dazu ist Twittercrawl – wobei dieses Angebot sich nur auf Tweets aus Deutschland beschränkt, auch nur den Zeitraum von einem Monat abdeckt aber immerhin Querverweise auf die Begriffe bietet, die mit dem eigentlichem Suchwort genannt werden.

Wer ist auf Twitter zu welchem Thema firm? Wem lohnt es sich eventuell in seine Follower-Liste aufzunehmen? Zwei Fragen, die der kostenlose Dienst Wefollow beantworten kann. Zugegeben: Es sieht kompliziert ist, ist es aber nicht. Einfach in der oberen Suchzeile einen Begriff eingeben und schon erhält man eine Liste von Followern die für das Thema relevant sind. Wer eine hochwertige Followerschar aufbauen möchte kann dies hier tun. Etwas anders funktionieren die deutschen Twittercharts – hier macht sich der Blogger Jens Schröder die Mühe eine Top-Ten der deutschen Twitterangebote zu erstellen. Ein Überblick über die Twitterangebote in Deutschland, die die meisten Follower haben also. Wobei Quantität und Qualität nun nicht unbedingt etwas miteinander zu tun haben müssen. Die Webevangelisten erstellen ein ähnliches Angebot.

Twitter als Recherche-Instrument ist vor allem dann von Interesse, wenn man aktuelle Themen durchforstet. Dabei sollte man allerdings darauf achten, dass man Informationen nicht ungeprüft übernimmt. Ob ein Twitterer zuverlässig ist oder nicht erkennt man nicht auf dem ersten Blick. Eine zweite Quelle oder ein direktes Nachfragen bei der Recherche sollte trotz der Zeitnot immer oberste Priorität sein. Beachtet man diese Tipps erschließt sich eine sprudelnde Informationsquelle – und vor allem ein wichtiges Recherche-Instrument.

Christian Spließ
Online-Redaktion Steady-News
Tel.: 0231 / 7764150
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Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

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One thought on “Twitter als Recherche-Instrument einsetzen: Tricks für Einsteiger

  • Reply Eva Ihnenfeldt 4. Dezember 2010 at 20:05

    Großartiger Überblick! Es lohnt sich, unter den Lesezeichen im Ordner „Twitter“ die empfohlenen Tools anzuspeichern und ab und zu durchzugehen. Gerade die Top-Themen bei Twitter können unterstützen, umd eigene Botschaften „viral“ zu verbeiten – natürlich nur, wenn man wirklich etwas Spannendes zu sagen hat…
    Danke Christian! Du bist ein großartiger freier Social Media Online-Redakteur – ich kennen keinen besseren 🙂

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