Kapital für Start-ups: Crowdfunding oder klassischer Kredit?

Die meisten Gründer benötigen Kapital von anderen, um ihre Geschäftsidee zu verwirklichen. Zunehmend Bedeutung gewinnt das Crowdfunding, gewöhnlich über das Internet realisiert. Doch für wen eignet sich diese Form? Was sind die Vor- und Nachteile gegenüber einem Bankkredit? Ein Vergleich zeigt die Unterschiede zwischen beiden Finanzierungsarten. Es gibt aber auch Gemeinsamkeiten.

Was im Vorfeld zu beachten ist: Die Vorbereitungsphase

financial-equalization-1027280_640Ob Crowdfunding oder Darlehen: In beiden Fällen müssen Existenzgründer die Geldgeber von ihrer Geschäftsidee überzeugen. Das setzt eine gründliche Vorbereitung voraus. Eine Idee allein genügt nicht, die Verantwortlichen sollten ein umfassendes Konzept erarbeiten. Sie sollten sich beispielsweise mit den konkreten Schritten zur Realisierung, mit der Konkurrenz- und Nachfragesituation sowie mit dem Marketing befassen. Zudem sollten sie die voraussichtlichen Ausgaben und Einnahmen detailliert auflisten. Diese Überlegungen halten sie in einem gründlich formulierten Businessplan fest, der bei einem Bankkredit unabdingbar ist. Crowdfunding-Kampagnen lassen sich auch ohne diesen Plan verwirklichen, er empfiehlt sich aber trotzdem. Gründer können bei der detaillierten Ausarbeitung ihres Konzepts Fehler und Schwächen frühzeitig feststellen und korrigieren. Zugleich können sie die wesentlichen Informationen aus dem Plan den möglichen Kapitalgebern zur Verfügung stellen oder das komplette Dokument veröffentlichen, beides erhöht die Chance auf eine erfolgreiche Finanzierung.

Crowdfunding: Finanzierung durch viele kleinere Beträge

Beim Crowdfunding stellen zahlreiche Investoren Geldbeträge zur Verfügung, Gründer realisieren ihr Projekt durch die Masse. Das geschieht in unterschiedlicher Form. Crowdinvesting bedeutet, dass die Geldgeber direkt am Erfolg partizipieren. Sie erwerben zum Beispiel Genussrechte, bei denen die Rendite vom Firmengewinn abhängt. Es kann sich auch um eine Kreditfinanzierung (Lending-based Crowdfunding) durch viele Privatpersonen handeln. Eine Spezialform stellt das Reward-based-Crowdfunding dar. In diesem Fall erhalten die Investoren eine Gegenleistung nicht-finanzieller Natur. Sie finanzieren zum Beispiel eine Produktentwicklung, das Produkt bekommen sie später kostenlos oder zum Vorzugspreis. In diesem Bereich sind vielfältige Ausgestaltungen denkbar.

Was für und was gegen Crowdfunding spricht

Crowdfunding empfiehlt sich immer, wenn Start-ups keine Chance auf einen Bankkredit haben. Viele Institute zeigen sich bei der Finanzierung zurückhaltend, insbesondere bei innovativen Projekten mit gewissen Risiken. Vielfach können Gründer dieses Problem mit Crowdfunding lösen. Sie sollten sich aber auf eine Menge Arbeit einstellen. Sie müssen nicht nur einen Bankmitarbeiter für ihr Vorhaben gewinnen, sie müssen Hunderte oder Tausende Kapitalgeber erreichen.

Crowdfunding-Plattformen erleichtern das, dort können sie ihr Projekt bewerben. Das reicht aber meist nicht. Es bedarf einer umfassenden Kampagne, zum Beispiel über Soziale Netzwerke. Darüber hinaus müssen sie zahlreiche Fragen einzelner Interessierter kompetent und zeitnah beantworten. Kommt die Finanzierung zustande, folgt ein großer bürokratischer Aufwand. Beim Lending-based Crowdfunding müssen Gründer zum Beispiel zahlreiche finanzielle Transaktionen durchführen, beim Reward-based Crowdfunding müssen sie einer großen Anzahl an Investoren die versprochene Gegenleistung zukommen lassen.

Inwieweit sich das Crowdfunding finanziell lohnt, lässt sich nicht pauschal sagen. Das hängt von vielen Faktoren ab: Wie viel Zinsen zahlen Gründer bei einer Kreditfinanzierung? Welchen Gewinnanteil verbuchen Anleger beim Crowdinvesting? Wie kostspielig ist die versprochene Gegenleistung beim Reward-based Crowdfunding? Wie hoch liegen bei allen Formen die Kosten für das Marketing und die Betreuung?

Der Kredit: Meist die erste Wahl

Sollte die Möglichkeit eines Darlehens bestehen, spricht einiges für diese Finanzierungsart. Gründer entwerfen am besten einen Businessplan und fragen mit ihm verschiedene Banken an. Der Vorteil besteht erstens in der einfachen Handhabung. Selbstständige müssen nur die Banken kontaktieren und nach einem erfolgreichen Abschluss monatlich die Raten überweisen. Der Aufwand hält sich in engen Grenzen. Zweitens können viele Start-ups dank der Niedrigzinsphase momentan zu attraktiven Konditionen finanzieren. Nutzen sie ein etabliertes Vergleichsportal wie Smava, können sie die Kosten zusätzlich minimieren. Bei einem Vergleich zwischen Kredit und Crowdfunding schneiden Darlehen finanziell oft besser ab, da der bürokratische Aufwand größtenteils entfällt. Die Unternehmer können sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren, sie müssen nicht mühsam Geld einwerben und zahlreiche Geldgeber betreuen. Gegenüber Crowdfunding-Methoden wie Reward-based und Crowdinvesting besteht aber der Nachteil, dass die Kreditraten unabhängig vom Geschäftserfolg anfallen. Existenzgründer sollten sicher sein, dass sie die Raten bezahlen können. Ansonsten droht zeitnah die Zahlungsunfähigkeit.

Dieser Beitrag entstand in freundlicher Zusammenarbeit mit Smava

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.