Sozialausgaben: Über 50% für Renten- und Krankenversicherung – 4,2% für Bürgergeld

Wie ntv am 01.09.25 berichtet, betrugen in Deutschland die gesamten Sozialausgaben für 2024 mehr als 1,3 Billionen Euro (30 % vom BIP). Damit haben wir international ein überdurchschnittlich teures Sozialsystem. Allerdings sind die Sozialleistungsquoten in Frankreich und Finnland noch höher. Weit über die Hälfte der Sozialausgaben entfielen auf die Kosten der Renten- und Krankenversicherungs-Leistungen. Die Ausgaben für das  Bürgergeld lagen 2024 nur bei 4,2 Prozent des gesamten Sozialbudgets.

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Allein die Zuschüsse zur Rentenversicherung betrugen 18,5 Prozent – das ist fast ein Fünftel des Bundeshaushalts. Bürgergeldausgaben inklusive der Zahlungen für Wohn- und Heizkosten lagen 2024 bei 41 Milliarden Euro. Das sind 8,7 Prozent der Gesamtausgaben. Im Jahr 2014 waren diese Kosten etwas geringer mit 8,2 Prozent.

Die Kosten für Renten werden zwar vor allem aus der Rentenversicherung bestritten, doch die Zuschüsse lagen 2024 bei 391,5 Milliarden Euro. Die Krankenversicherungen wurden mit 341,7 Milliarden Euro Sozialbudget bezuschusst. Die Systeme des öffentlichen Diensts mit dem Beamten- und Tarifrecht, der öffentlichen Verwaltung und den Leistungen der Altersvorsorge kamen 2024 auf den dritten Platz des gesamten Sozialbudgets. Im Vergleich dazu erscheinen die Ausgaben für das Bürgergeld mit 56,5 Milliarden Euro relativ moderat.  

Bürgergeld ist ungerecht…

Die Ausgaben für Bürgergeld erscheinen den arbeitenden Menschen als grundlegend ungerecht, während die Sozialbudget-Ausgaben für Rentner, Erkrankte, Pflegebedürftige und die öffentliche Verwaltung verstanden und überwiegend akzeptiert werden.

Das Problem beim Bürgergeld ist, dass sich viele der arbeitenden Steuerzahler verhöhnt und gedemütigt fühlen. Die Reaktion darauf ist, dass ein inneres „Warum soll ich noch arbeiten gehen, wenn das Bürgergeld so hoch ist?“  entsteht, welches die Leistungsmotivation enorm abbremst.

Es ist wie in der Familie, im Beruf, in der Nachbarschaft, in der Schule: Sehen die, die immer ihr Bestes geben, wie andere, die sich auf Kosten der Tüchtigen ausruhen, dass diese immer gut damit durchkommen – womöglich sogar noch belohnt werden (tüchtige Menschen können in Gruppen ja auch ganz schön lästig sein mit ihrem Eifer 😉 ), schwinden Arbeitslust und verantwortungsvolles Engagement.

Tatsächlich bin ich der Auffassung, dass jeder, der nimmt, auch etwas geben sollte – gern auch mit der Aufgabe, den öffentlichen Raum zu pflegen oder sich in der Nachbarschaft darum zu kümmern, dass es den fühlenden Wesen dort gutgeht (zum Beispiel den Kindern, deren Eltern arbeiten, etwas kochen – oder die Beete pflegen…) – und seien es nur vier, fünf Stunden täglich.

Arbeitslosigkeit macht krank. Ich habe viele Menschen erlebt, die seit den Lockdowns in der Coronazeit das Haus nicht mehr verlassen können, weil sie Angst haben da draußen. Andere lenken sich den ganzen Tag ab mit Medienkonsum und Online-Gaming. Einsamkeit und der Mangel an Herausforderungen und Sinn sind schrecklich und wahrlich kein Vergnügen.

Ich wünsche mir, dass wir anfangen, jedem Bürgergeldempfänger seine Würde zurückzugeben – durch Aufgaben, die ihn aufrichten und auf die er stolz sein kann. Ich weiß, dass das möglich ist. Auch wenn die Kraft nicht reicht für die arbeitsbezogenen Ansprüche von Arbeitgebern – die Gesellschaft braucht auch freie Menschen, die sich kümmern – so früher die Hausfrauen und Mütter es taten.

So könnten Bürgergeldempfänger zur Heilung ihrer Umgebung beitragen. In Gesellschaft anderer Menschen – oder auch allein und ohne soziale Kontakte. Auch geborgen zu Hause lassen sich Aufgaben verrichten, zum Beispiel am Computer und/ oder am Telefon.

Man kann für jeden Menschen etwas Sinnvolles finden, was seinen Talenten und seinem Wesen entspricht. Das wünsche ich mir von Herzen. Dass wir alle stolz auf uns sein können – und niemand ein Bettler sein muss.

ntv vom 1. September 2025: Bürgergeld ist nicht das Problem – So viel kostet der deutsche Sozialstaat wirklich

Eva Ihnenfeldt: Superhelden-Coaching – Deine Traumwelt, Deine Kraft Was wäre, wenn wir frei und selbstbestimmt unsere eigenen Interpretationswelten bauen? Abseits von Religionen und Ideologien als Regisseure unserer Realität? Das ist mein Job: Gemeinsam mit meinen Klienten gestalten wir Visionen und Realität neu. [email protected]

steadynews.de

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