Der Klout-Score: Quatsch – oder gut als Social Media Reputations-Checker?

Der Multimedia Manager Marcus Brücken aus Duisburg hat im Lehrgang zum Social Media Manager das US-Unternehmen Klout getestet und analysiert – speziell auf die Frage hin, ob es in Deutschland wichtig ist, einen guten Klout-Score nachzuweisen, wenn man sich im Bereich Social Media karrieremäßig „nach oben schrauben“ will. Es wird ja immer von allen Seiten beanstandet, dass Klouts Messungen undurchsichtig und kaum aussagekräftig seien – doch spielen sie im Bewerbungsprozess eine Rolle? Und lässt sich der Klout-Score beeinflussen?

Marcus Brücken – Multi Media Manager aus Duisburg

Der Dienst Klout misst vollautomatisch den Online-Einfluss von Personen, die in den verschiedenen sozialen Netzwerken aktiv sind. Dabei interessiert nicht so sehr, wie viele Fans, Follower, Kontakte etc. man hat – sondern wie hoch die Interaktionsrate ist und wie hoch der Klout-Score der Dialogpartner ist.

Der durchschnittliche Klout-Score liegt bei 40, theoretisch könnten maximal 100 Punkte erreicht werden. Barack Obama liegt zurzeit bei 99, seine Ehefrau Michelle Obama bei 89. Da Klout seine Algorithmen nicht öffentlich macht, beruht das ganze System auf Mutmaßungen. Viele einflussreiche Social-Media-Aktive sind nicht einmal bei Klout zu finden – obwohl Klout auch Daten von Personen misst, die sich nicht bei Klout angemeldet haben.

Marcus Brücken hat verglichen wie der Score sich verändert, je nachdem ob man sich über Facebook oder Twitter bei Klout anmeldet, ob man bei Instagram oder LinkedIn aktiv ist, ob man die Content-Planungs-Funktion von Klout nutzt oder Content-Empfehlungen folgt – und er war mit dem Ergebnis unzufrieden.

Eine wirkliche Logik ist nicht erkennbar, Interpretationen, wie das Influencer-Scoring ermittelt wird, ergibt sich aus der Nutzung nicht. Tatsache ist, dass 750 Millionen User und neun Social Networks erfasst sind. 45 Milliarden Interaktionen werden jeden Tag gemessen.

Die Cornell University Library hat im Oktober 2015 eine Studie veröffentlicht, bei der die Funktionsweise von Klout untersucht wurde. https://arxiv.org/abs/1510.08487

Ist der Klout-Score für Social Media Experten nun wichtig oder nicht?

Marcus Brücken ist aufgrund seiner Recherchen zu dem Schluss gekommen, dass auch in Deutschland der Klout-Score von Personalchefs immer häufiger zu Rate gezogen wird, wenn Social Media Stellen besetzt werden sollen. Er empfiehlt einen Klout-Score von 48, um als „Influencer“ wahrgenommen zu werden. Top-5-User beginnen bei 63. Mehr als 200.000 Unternehmen sind bei Klout gelistet.

Sollte man bewusst nicht mit Klout zusammenarbeiten wollen, wäre es wichtig, das im Bewerbungsgespräch begründen zu können. Schlecht wirkt es auf jeden Fall, wenn man keine Ahnung hat, was „Klout“ eigentlich ist.

Seinen Klout-Score beeinflussen kann man dadurch, dass man Experte für ein Nischen-Thema wird, das viele Interaktionen hervorruft (also emotional ist). Und eine weitere Teilnehmerin aus dem Lehrgang hatte die Erfahrung gemacht, dass Aktivitäten und Blogbeiträge bei LinkedIn viel Einfluss haben.

Marcus Brücken
Multi Media Manager

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Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

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4 thoughts on “Der Klout-Score: Quatsch – oder gut als Social Media Reputations-Checker?

  • Reply Rouven Kasten 4. April 2017 at 09:37

    Moin Moin , Menschen nur anhand eines Klout Score einzuordnen finde ich persönlich sehr schwierig. Bereits seit 2011 bin ich bei Klout und beobachte diesen Wert ständig. Ich finde es nicht mehr als ein aufgeblasener Aktivitätsindikator. Klout lässt sich in gewisser weise (stark, +/- 1-3 Punkte mehr nicht) beeinflussen, dies bedeutet aber auch einen hohen Zeitaufwand. Wer „leicht verdaulichen“ Content postet, wird wahr genommen und der Score steigt. Ergo wenn ich viele likes auf Facebook oder Instagram für ein Katzenbild bekomme steigt der Wert. Aber steigt damit auch Mein Wert? Man kann darüber streiten. Das der Algorithmus (k)eine große Rolle spielt ist auch klar , da keiner genau weiss wie dieser funktioniert. Personaler sollten die Finger davon lassen.

    Im Oktober 2011 schrieb ich bereits dazu: http://www.gestalterhuette.de/2011/10/28/plotzlich-bin-ich-eine-56-klout/

    Klout ist ehr ein Anhaltspunkt, weil sich keiner die Mühe machen wird diesen ständig beeinflussen zu wollen. Aber ein Indikator für „echte“ Einflussnahme? Das stelle auch ich zur Diskussion.

    PS: Welchen Kloutwert hat denn der Autor und ist das für den Ausgang des Artikel relevant? 😉

    Lieben Gruß – Rouven Kasten

  • Reply Marcus Brücken 4. April 2017 at 15:48

    Hallo Rouven, vielen Dank für Dein Interesse an diesen Artikel und meinen Klout Score 😉 Wie Du so schön gesagt has, ist Klout für mich und offenbar für viele weitere Stimmen auf die ich während meiner Recherche aufmerksam geworden bin, ein reiner Aktivitätsindikator. Ich habe mir für meine Recherche einen neuen Account angelegt und mir für die Testphase eine Fanpage auf Facebook, einen Account auf Instagram und schließlich Twitter und LinkedIn aktiv mit eingebunden. Den Wert konnte ich so in einer Woche in den Influencer- Bereich, also die Vierziger heben. Eine Geheime Facebook- Gruppen wollte ich zum Schluss verwenden, um das Geschehen mal so richtig auf die Spitze zu treiben. Leider wurder der Account vorher gelöscht. Meinen eigenen Score habe ich anschließend bewusst von Klout entfernen lassen, weil ich Klout selbst nicht nutzen möchte. Klout ist in meinen Augen ein nettes Spielzeug und gehört für meine Sinne nicht in einen Entscheidungsprozess.
    Lieben Gruß aus Duisburg
    Marcus Brücken

  • Reply Rouven 5. April 2017 at 16:27

    Also „wenn“ wir diesen Score ernst nehmen würden, fangen meiner Meinung nach Influencer erst bei 55 – 60 an. Wenn ich z.b. sehe das mitunter verwahrloste Accounts auch schon um die 40 haben, sagt der Wert kaum was aus. Wobei echte Einflussnahme nicht abhängig vom Klout Score sondern von mir festgelegten KPIs wäre. Es gibt Menschen mit spitzen Zielgruppen und nur unter 400 Followern die mehr in Ihrer Nische erreichen als Accounts mit 10.000 Followern.

    Rouven

  • Reply Social Media Reputations Ranking: Klout schließt am 25. Mai 2018 – pünktlich zum Start der #dsgvo 12. Mai 2018 at 11:26

    […] Klout stand bei Social Media Experten und Online-Marketern seit vielen Jahren in der Kritik, da die Messergebnisse sehr ungenau sind. Aus den öffentlich sichtbaren Aktivitäten von Nutzern sozialer Netzwerke wurde versucht zu errechnen, wie einflussreich diese bei Twitter, Instagram, Facebook, LinkedIn, WordPress und anderen Social Media Plattformen sind. Das Ergebnis wird dargestellt in einem Ranking bis maximal 100. Aus den Kontakten, Retweets und Likes wurden zudem Themen identifiziert, bei denen der Social Media Aktive besondere Expertise aufweist. Marcus Brücken 2017 in den SteadyNews zum Klout-Score: Quatsch oder gut als Social Media Reputations-Checker? […]

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