Facebook will reißerische Überschriften verhindern – Kampf dem Clickbait

Jeder kennt die so genannten Clickbait-Überschriften wie „20 Jahre lang hatte sie auf diesen Moment gewartet – doch als es passierte, war sie bis ins Mark enttäuscht“ oder „Diese 20 Methoden helfen Dir, Dich unvergesslich zu machen – bei Methode Nr. 12 musste ich Tränen lachen“. Clickbait-Überschriften verhalfen den beiden Potsdamer Gründern von heftig.co zu einem unglaublichen Erfolg mit 70 Millionen Unique Visitor monatlich – und der meiste Traffic kommt weiterhin über Facebook (Beitrag zum heftig.co-Erfolg bei Onlinemarketingrockstars). Viele andere Medien kopieren diese Clickbait-Strategie, die ursprünglich aus den USA stammt, doch Facebook will diesen „Klickködern“ mit einem neuen Algorithmus nun einen Riegel vorschieben.

Bisher hat der Facebook-Algorithmus die Relevanz von Links in Facebook-Posts danach bewertet, wie lange der Facebook- Angler_2Nutzer auf dem entsprechenden Link geblieben ist. Es wurde also gemessen, ob der Nutzer den Inhalt der angeklickten Website bzw. des Videos interessant findet. Wurde der Link sehr schnell wieder geschlossen, war klar, dass die Clickbait-Überschrift nichts weiter war als ein Lockvogel.

Der neue Anti-Clickbait-Algorithmus soll erkennen, ob in einer Überschrift wichtige Informationen vorenthalten werden – ob die Überschrift eine „Neugierlücke“ benutzt, um zum Klicken zu verführen. Außerdem soll danach gesucht werden, ob typische Clickbait-Formulierungen benutzt werden. Superlativ-Schlüsselwörter und reißerische Stilmittel (wie Ausrufezeichen mitten im Satz) soll der neue Algorithmus identifizieren, nachdem zuvor zehntausende von Clickbait-Überschriften analysiert wurden.

Facebooks Kampf gegen Clickbait ist verständlich. Schließlich will das Social Network kommerzielle Anbieter als Kunden gewinnen – und nicht die Plattform für Trittbrettfahrer kostenlos zur Verfügung stellen. Darunter leiden nicht nur Online-Medien, die an banale Triebe und Instinkte der Leser appellieren, sondern auch alle anderen Facebook-Fanpage-Betreiber, die Facebook für ihr Marketing nutzen wollen – ohne Werbebudget dafür einzusetzen.

Die beiden Heftig.co Gründer wollen nun enger mit Facebook zusammenarbeiten und Facebook an den Werbeeinnahmen beteiligen. Instant Articles und Facebook-Videos mit Werbeeinblendungen könnten für Publisher zukünftig eine gute Wahl sein, um den Facebook-Algorithmus gnädig zu stimmen. Auf jeden Fall sollten sich alle kommerziellen Anbieter darüber bewusst sein, dass Facebook mit ihnen Geld verdienen will (und muss). Clickbait Überschriften, die etwas versprechen, was sie inhaltlich nicht halten, sind auf jeden Fall für uns alle unangenehm. Doch solche Klickköder-Angler entlarven sich mit der Zeit selbst – wer lässt sich schon gern mit billigen Tricks verhöhnen als Leser?

Golem: Facebook verstärkt Kampf gegen Clickbait-Überschriften

Bildquelle: pixabay_Comfreak

 

 

Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

steadynews.de

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