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Fake-News: „Also lautet der Beschluss, dass Jung und Alt was lernen muss“ 0

Liebe liebe Bremer Stadtmusikanten (Menschen 50plus) und liebe unschuldige Kinder (Menschen 20minus), ich muss Euch jetzt mal was erzählen: Glaubt nicht alles, was Ihr im Internet findet. Ihr Älteren macht Euch das Leben sauer, wenn Ihr Digitalkompetenz verweigert und mit Euren Misstrauen Fake-News ausgeliefert seid – und Ihr Teenager könntet tief enttäuscht werden, wenn Ihr voller Vertrauen all das glaubt, was Ihr in der BRAVO oder wo auch immer findet.

Tatsächlich hat eine Umfrage in Indien ergeben, dass die dortige Bevölkerung bis auf die Jugendlichen und die Älteren schon über gute Digitalkompetenz verfügt – Fake News werden vor Allem noch von Leuten unter 20 und über 50 geglaubt.

Natürlich ist Deutschland nicht Indien, doch ich vermute, in allen Kulturen der Welt wird es ähnliche Ergebnisse geben – nur dass die Digitalverweigerung der Älteren in Gesellschaften wie Schweden, Kanada oder Island sicher weitaus geringer ist als in Deutschland.

Weitere Ergebnisse aus der aktuellen Umfrage der Internet and Mobile Association of India

Entscheidend für das Vertrauen in Falschinformationen sind angebliche „Hintergrundfakten“, die als Beweise angeführt werden – und ein grundsätzliches Vertrauen in die publizierende Quelle. Geteilt werden solche Fake-News in Indien hauptsächlich, um anderen zu helfen (zum Beispiel bei der Suche nach Vermissten).

Inder haben wenig Vertrauen in klassische Medien. Immerhin 20 Prozent gaben bei der Umfrage an, klassische Medien seien korrupt und bestechlich. Neue Medien werden besonders kritisch gesehen. Weniger als ein Drittel vertrauen diesem Medium. Nur Zeitungen vertrauen 50 Prozent der Befragten.

Der bekannte Content-Marketing-Berater Klaus Eck aus München kommentiert, dass die Menschen im digitalen Zeitalter ihr Vertrauen in Medien vor Allem über die Persönlichkeiten der Redakteure definieren. „Sage mir, wer das geschrieben hat und ich sage Dir, ob ich dieser Quelle vertraue.“

Warum vertrauen Jugendliche unter 20 Fake-News?

Junge Menschen haben zwar erstaunlich gute Medienkompetenz, da sie täglich mit den verschiedenen Plattformen und Angeboten jonglieren – vor Allem mit mobilen Endgeräten. Doch sie leben stark über soziale Beziehungen und sind in ihre Peer Gruppen intensiv eingegliedert. Das macht anfällig dafür, angebliche Sensationen und Empörungs-News in sozialen Netzwerken zu teilen.

Warum fallen Ältere auf Fake-News herein?

Ältere Menschen sind typischerweise in allen Gesellschaften die Verweigerer von Veränderung. So wird allem Digitalen tiefes Misstrauen entgegengebracht. Das hat zur Folge, dass die Älteren häufig sehr viel weniger in Social Media unterwegs sind als die Jungen, die sich über Apps, Foren, soziale Netzwerke und individuell zusammengestellte Quellen ein passgenaues News-Biotop zusammenstellen.

Ältere bemühen sich häufig, so wenig wie möglich in sozialen Netzwerken unterwegs zu sein. Das hat zur Folge, dass die Medienkompetenz kaum ausgeprägt ist. Während bei den Jugendlichen die Naivität auf einem Zuviel an Vertrauen zurückzuführen ist, ist bei den Älteren das Misstrauen dafür verantwortlich, dass man in der eigenen Filterblase bleibt und womöglich Quellen vertraut, die bei näherer Recherche alles andere als seriös sind. Leider neigen diese misstrauischen Verweigerer dazu, jede anderslautende Meinung als „Fake-News“ zu interpretieren, was die Anfälligkeit für Falschinformationen natürlich noch steigert.

Mein Tipp an die Jüngeren: „Es jedem Menschen recht getan ist eine Kunst die niemand kann“ – versucht, Euch davon zu befreien, es allen Menschen in Eurem Leben recht machen zu wollen. Lehrer, Eltern, Freunde, Verwandte… Je mehr Ihr Euch traut, Euch abzugrenzen von den Erwartungen, die an Euch herangetragen werden, desto mehr könnt Ihr Euch dem Zwang entziehen, emotionale Aufreger zu teilen und Dinge mitzumachen, die Ihr instinktiv ablehnt.

Mein Tipp an die Älteren: Digitalkompetenz lernt man nur durch Üben, üben, üben. Warum Kreuzworträtsel lösen, wenn es über Google und Social Media so viele interessante Möglichkeiten gibt, sich weiterzubilden und mit Gleichgesinnten auszutauschen? Schiebt nicht länger die Angst vor Datenspionage vor und traut Euch rein in den herrlichen Kosmos aus Wissen, Meinung, Emotion und Gespräch. Lasst Euch überraschen von den vielen tollen Dingen, die uns global geboten werden – so lernt Ihr am Besten, Fake-News zu identifizieren und kein Opfer zu sein für Betrüger und Propagandisten.

Quelle: it-daily: Nutzer unter 20 und über 50 glauben Fake-News

 

 

 

 

 

Über Eva Ihnenfeldt

Als Expertin für Social Media Marketing berät und begleitet Eva Ihnenfeldt Unternehmen und Organisationen bei der Entwicklung von Social Media Strategien - und übernimmt als Dozentin Lehraufträge für Hochschulen, Kammern und andere Bildungsträger. Eva Ihnenfeldt - Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: e.ihnenfeldt@gmail.com

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