Home / Social Media / Influencer in der PR? Amateure als Vermittler und Zeugen

Public Relation wird überall da gebraucht, wo man Vertrauen und Glaubwürdigkeit nutzt, um Menschen von den eigenen Zielen überzeugen will. Da Adressaten jedoch dank des Internets eine immense Auswahl an Quellen haben, steht PR vor ganz neuen Herausforderungen: Wie kann ich aufregend und unterhaltsam genug sein, um Stakeholder und Bezugsgruppen zu gewinnen? Ob Politik, Verwaltung, Exekutive, NGO’s oder kommerzielles Unternehmen – alter Wein in neuen Schläuchen ist schal. Können wir da von Consumer-Marken lernen und Influencer für uns einsetzen?

Laien zu Social Media Redakteuren

Blogger als Bürger-Reporter in der Ratssitzung, Hobby-Instagramer als Begleitung im Rettungswesen, jugendliche TikTok-Creator bei der Theaterprobe oder Twitch-Akteure beim Volleyball… Bei der Polizei gibt es schon erste Initiativen, um Außenstehende als Social Media Rechercheure zu gewinnen. Gut so!

Marken-Influencer und der Konsum

Bild von ElisaRiva auf Pixabay 

PR funktioniert ganz anders als Werbung. Influencer mit Marken-Kooperationen haben sehr direkt den Job, den Absatz zu steigern und neue Kunden zu gewinnen. Ob bei YouTube oder Instagram, Marken fahnden zu Recht nach vertrauenswürdigen charismatischen Laien, da prominente Testimonials wie George Clooney oder Steffi Graf nicht mehr so magnetische Vorbilder sind wie in den Zeiten vor Social Media.

Die meisten Verbraucher lieben es, wenn das Leben eines Marken-Idols dem eigenen Leben gleicht. Wir lieben Geschichten von den Jungen und Mädchen von nebenan. Sie sind erreichbar nah, was uns anspornt, es ihnen nachzutun. Kann man diese Sehnsucht nach erreichbaren Vorbildern nicht auch in der PR nutzen?

PR will Beziehungen stärken

PR will nicht verkaufen, PR will nachhaltige Beziehungen aufbauen, pflegen, vertiefen. PR will Einfluss haben auf die Bürger, Wähler, Mitarbeiter, Journalisten, Kunden, Investoren und alle anderen Bezugsgruppen. PR will, dass man ihnen vertraut und dass man ihnen folgt – so wie Gläubige ihren Glaubensvertretern folgen.

Doch die Menschen sind misstrauischer und individualistischer geworden. Das Volk teilt sich politisch nicht mehr auf in Bürgerliche und Arbeiter. Die Kritik an Verwaltung, Politik und Exekutive nimmt zu. Da immer weniger Menschen ihre regionale Tageszeitung abonnieren, schwindet der Zusammenhalt in Gemeinden und Regionen. Desinteresse ist womöglich noch riskanter als Wut.

Alle Organisationen, deren Überzeugungsarbeit nicht über Werbeanzeigen funktioniert, sollten sich Gedanken machen, ob der Hype des Influencer-Marketings nicht auch auf sie übertragbar ist. Gerade erleben wir bei Amazon Prime, wie die BILD-Zeitung davon profitiert, dass ein unabhängiges Filmteam die BILD-Macher über viele Monate begleitet hat. Warum nicht auch objektive Einblicke in eine Behörde erlauben?
derstandard: Bild-Doku auf Amazon Prime

Die Bundeswehr gibt schon seit Jahren bei YouTube, Instagram und Co Einblicke in den Alltag ihrer Soldaten – und auch die Polizei weiß, warum sie nun Social-Media-Mitarbeiter ohne professionelle Polizei-Erfahrung sucht. Da wo nachhaltige Bewusstseinsveränderung bewirkt werden will, ist Beziehungspflege überlegen. Werbung darf übertreiben, verführen und tricksen – von Öffentlichkeitsarbeit erwarten die Bezugsgruppen Ehrlichkeit.

Social Media Hobby-JournalistInnen finden

Ich empfehle den PR-Verantwortlichen von Organisationen, einmal darüber nachzudenken, ob man nicht außenstehende Schüler/Innen, Studenten/Innen oder reichweitenrelevante Social Media Creator als Reporter, Chronisten und Moderatoren engagieren sollte. Wie spannend könnte es zum Beispiel sein, wenn eine Schülerin einmal wöchentlich aus den städtischen Einrichtungen für Kinder, Senioren und Bedürftige berichtet!

Sicher ist das Alles auch immer eine Budgetfrage. Doch im Vergleich zu Werbeanzeigen ist es ganz sicher preiswerter, Hobby-Blogger, YouTube-Creator und Instagramer auf Honorarbasis zu beschäftigen. Und glaubt mir: Es gibt nicht nur Konsum-Gierige und politische Extremisten unter den Creator’n. Unter Bloggern und Social Media Stars zählen auch Kultur, Gesellschaft und Kreativität – schillernd in vielen Farben. Einfach mal suchen!

Trend: Influencer in der Öffentlichkeitsarbeit…

Influencer in der PR? Ich glaube, das wird ein neuer Trend, der für uns alle eine Bereicherung sein kann. Denn wir alle wünschen uns unvoreingenommene Einblicke in Politik, Verwaltung, Bildungseinrichtungen und Nicht-Regierungs-Organisationen. Medien-Karrieren werden dank des Internets zunehmend von unten aufgezogen – das gilt nicht nur für Poetry-Slam-Größen wie Felix Lobrecht und Torsten Sträter – das gilt auch für Reporter und Moderatoren…


Über Eva Ihnenfeldt

Als Expertin für Social Media Marketing berät und begleitet Eva Ihnenfeldt Unternehmen und Organisationen bei der Entwicklung von Social Media Strategien - und übernimmt als Dozentin Lehraufträge für Hochschulen, Kammern und andere Bildungsträger. Eva Ihnenfeldt - Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: e.ihnenfeldt@gmail.com

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