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Social Media Müdigkeit: Sind „Verstrickungen“ der Grund für Depression und Burnout? 0

Der Mensch ist in unserer modernen Zeit in vielen Ebenen „verstrickt“. Finanzielle Verstrickungen bis hin zu existentieller Belastung, berufliche Verstrickungen mit immer mehr Druck und Einflusspersonen, kommunikative Verstrickungen dank Smartphone und digitalen Tools, mediale Verstrickungen durch die vielen verfügbaren Angebote – und dann noch die zunehmend technischen Erneuerungen, die ein ständiges Hinzulernen erfordern. Da ist es kein Wunder, wenn sich immer mehr Menschen zurücksehnen nach einem Leben wie früher. Die verwirrende Komplexität der digitalen Welt führt zu einer Müdigkeit, die sich oft genug in einer Depression bzw. im Burnout entlädt. Könnte es ein Ausweg sein, sich ganz aus dem Digitalen zurückzuziehen? 

Die Hälfte der Social Media Nutzer in Deutschland hat schon über eine Abmeldung nachgedacht

Das Nachrichtenmagazin Focus hat gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut Emnid eine Umfrage bei Nutzern in Deutschland durchgeführt, – und die Ergebnisse machen nachdenklich. Rund die Hälfte der Mitglieder sozialer Netzwerke (allen Voran Facebook, Instagram, WhatsApp und Twitter) hat schon darüber nachgedacht, sich abzumelden. Der jüngste Skandal um Wahlbeeinflussung mittels Facebook trägt ganz sicher nicht unwesentlich dazu bei, dass die Zahlen so hoch sind. Wer will schon Versuchskaninchen für Demagogen und Verführer sein? Quelle: Focus vom 26. März 2018

Ist Social Media nur die Spitze des Eisbergs?

Ich frage mich, ob die digitale Kommunikation in Echtzeit mit der ganzen Welt nicht nur ein Symptom ist für das, was uns Menschen im digitalen Zeitalter von allen Seiten her belastet. Wäre der zunehmende Verlust von Kontrolle wirklich leichter zu ertragen, wenn wir in unseren Kommunikationsmöglichkeiten und Beziehungsebenen eingeschränkt werden? Wäre es tatsächlich ein gangbarer Ausweg aus den vielen Verstrickungen, die sich immer enger um den Einzelnen legen wie ein Kokon, wenn wir nicht mehr dem Geschrei und Geflüstere im Netz ausgesetzt wären?

Den Kokon der vielen Verstrickungen durchbrechen – und schlüpfen?

Depression und Burnout greifen um sich. Schon heute sind psychische Erkrankungen die zweitwichtigste Ursache für Arbeitsunfähigkeiten. Viele Menschen scheinen regelrecht zu ersticken in ihrem Kokon aus persönlichen, beruflichen und finanziellen Zwängen. Wenn man das Befinden von Senioren hinzunähme bei den Statistiken zu psychischen Erkrankungen, wären die Zahlen wahrscheinlich noch alamierender. Immerhin ist die Suizidrate bei Menschen über 60 so hoch wie in keiner anderen Altersgruppe.

Ich bin der Auffassung, dass wir Menschen vor einem Durchbruch stehen, den wir uns selbst erschaffen haben mit unserer Technologie, unserem Freiheitsanspruch und unserem Wertewandel. Auch die Raupe muss erst Puppe werden und sich verspinnen, um als Schmetterling zu schlüpfen. Es ist wahrlich nicht leicht, durch Einsamkeit und Düsternis zu wandern, und zeitweise sein Vertrauen in sich und die Welt zu verlieren. Doch vielleicht ist es eine notwendige Stufe – und vielleicht gehen uns die vielen Depressiven und Ausgebrannten einen Schritt voraus und ebnen die Pfade für eine neue Welt mit ihrer geänderten Sicht- und Lebensweise.

Ich bin auf jeden Fall diesen durch Schmerz geläuterten Menschen, die sich umorientieren und ihre Erfahrungen an Andere weitergeben, sehr dankbar. Ob mit oder ohne Social Media – lasst uns kommunizieren und uns gegenseitig unterstützen auf dem Weg in eine neue Bedeutung von „Mensch“. Wir sind keine Versager, wenn wir scheitern – wir sind Pioniere einer veränderten Welt.

Über Eva Ihnenfeldt

Eva Ihnenfeldt leitet gemeinsam mit Dennis Arntjen das Unternehmensnetzwerk Kmu-digital.net - das Netzwerk von Unternehmen im digitalen Wandel. Als Expertin für Social Media Marketing berät und begleitet Eva Ihnenfeldt Unternehmen und Organisationen bei der Entwicklung von Social Media Strategien - und übernimmt als Dozentin Lehraufträge für Hochschulen, Kammern und andere Bildungsträger. Eva Ihnenfeldt - Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: e.ihnenfeldt@gmail.com

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