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Social Media ohne „Likes“? Werden Likes bei Instagram und Twitter verschwinden? 1

Auf der jährlichen Entwicklerkonferenz F8 wurde von Facebook angekündigt, dass eventuell die Like-Angaben für Bilder und Videos bei Instagram aus dem öffentlichen Blick verschwinden. Zwar werden die Accounts selbst in ihren Statistiken sehen können, wie viele „Gefällt mir“ sie für ihren Content erhalten haben, doch von außen soll es nicht mehr einsehbar sein. Zunächst startet die Testphase zur Erprobung der Neuerung in Kanada. Ob Instagram danach tatsächlich ernst macht mit dem Verbergen von Likes, wird man sehen. Instagram ohne Likes? Futurebiz erklärt

Auch Twitter überlegt, sich von den Messwerten Likes und Followerzahlen zu verabschieden. Bei einer TED-Gesprächsrunde mit Twitter-Chef Jack Dorsey erklärte dieser, dass er – würde er heute Twitter neu gründen – auf die Angabe von Likes verzichten würde. Die vielen Hass-, Schmäh- und Faketweets, die sich über Likes und Retweets rasend schnell verbreiten können, passen nicht zur Philosophie von Twitter: Er wünscht sich, dass Twitter-User die Plattform jedes Mal nach Nutzung mit dem Gefühl verlassen, etwas gelernt zu haben. Nicht emotionale „Rauschzustände“ sollen zum Teilen von Inhalten führen, sondern Klugheit und eine tragfähige Community rund um Themen und Debatten.

Wie sieht eine Social Media Welt ohne Likes aus?

Man stelle sich vor: Wir sind bei Instagram und scrollen durch unsere unzähligen Bilder und Kurzvideos. Ähnlich wie in den Instagram-Stories sehen wir zwar den Content – doch wie viele Menschen diesen Content geliked haben, weiß nur der Urheber selbst. Würde das mehr Harmonie zu Instagram bringen?

Ich selbst sehe „Likes“ in sozialen Netzwerken an wie Rezensionen in einem Online-Shop. Natürlich gibt es viele Posts bei Instagram und/ oder Twitter, die mich abstoßen. Sehe ich auf diesen belanglosen oder meinem Wertesystem widersprechenden Accounts Posts mit vielen Likes und Retweets, bewirkt das in mir, dass ich abschätze, wie viele Menschen für Überflüssiges, Hass oder Fakenews empfänglich zu sein scheinen. Ebenso bewirken „attraktive“ Posts bei Facebook, Instagram und Twitter bei mir, dass mein Vertrauen steigt, wenn die Posts viel Zuspruch finden.

Wären alle Posts in den sozialen Netzwerken „nackt“, würde mir etwas fehlen in meinem Orientierungsgefühl. Likes und emotionale Reaktionen bei Facebook geben mir Richtungen vor wie bei einem Kompass. Doch ich kann verstehen, dass Instagram davon weg will. Es wird sehr viel betrogen mit „Likes“, Kommentaren und Followerzahlen bei Instagram, und anscheinend hat der Konzern Facebook Schwierigkeiten damit, die betrügerischen Aktivitäten zu entlarven.

Werden die Engagement-Belohnungen nicht mehr angezeigt, entfällt der Grund, sich diese beliebten Messgrößen einzukaufen. Vielleicht können zukünftig auch nur noch Business-Accounts bei Instagram die Likes sehen – das würde ein guter Schritt sein, um sich Werbekunden heranzuziehen 😉

Jack Dorsay erklärt im TED-Talk von April 2019, warum er das Belohnungssystem bei Twitter für schädlich hält. Er wünscht sich, dass die Twitter-User nach den Inhalten gehen und nicht danach, ob sie Profit aus Followerzuwachs, Likes und Retweets schlagen können.

Zwar gibt es noch keine deutschen Untertitel für den 26-minütigen TED-Talk, doch mit den englischen Untertiteln ist der Sinn auch für Ungeübte sehr gut verständlich. Absolute Sehempfehlung! Vielleicht wirklich eine gute Idee: Hört auf, Euch mit Lob zu belohnen bzw. belohnen zu lassen – und findet so Euren eigenen Geschmack. Einfach mal darüber nachdenken!

Über Eva Ihnenfeldt

Als Expertin für Social Media Marketing berät und begleitet Eva Ihnenfeldt Unternehmen und Organisationen bei der Entwicklung von Social Media Strategien - und übernimmt als Dozentin Lehraufträge für Hochschulen, Kammern und andere Bildungsträger. Eva Ihnenfeldt - Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: e.ihnenfeldt@gmail.com

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