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Studie: Schadet Social Media der Leistungsfähigkeit in der Schule? 1

Viele Eltern, Großeltern und Lehrer haben wenig eigene Erfahrungen mit sozialen Netzwerken. Zwar nutzen sehr viele den Facebook Messenger „WhatsApp“ – doch da die Nachrichten dort privat sind, wird WhatsApp von Laien nicht als Social Media Tool wahrgenommen – sondern als eine Weiterentwicklung der SMS. Facebook, Twitter, YouTube und Instagram hingegen begegnen viele Erziehungsbeauftragte mit Misstrauen. Die Sorge, dass Social Media den schulischen Noten schaden – und zu Unkonzentriertheit führen könne, belastet Eltern und Lehrer. Doch ist diese Angst berechtigt? Werden Schulnoten schlechter, wenn Kinder und Jugendliche soziale Netzwerke nutzen?

Forscher aus Bamberg und Würzburg haben 59 Publikationen ausgewertet, die sich mit dem Zusammenhang von Social Media und schulischen Leistungen beschäftigen. In der Fachzeitschrift „Educational Psychology Review“ kommen die Kommunikationswissenschaftler zu dem Ergebnis, dass Social Media Austausch sogar Schulnoten leicht verbessern kann – es kommt darauf an, wie Kinder und Jugendliche die neue Technologie nutzen.

Manche SchülerInnen nutzen soziale Netzwerke konstruktiv, um gemeinsam mit Freunden schulische Themen und Aufgaben zu diskutieren. Das kann dann zu leicht verbesserten Noten führen. Andere lassen sich bei den Hausaufgaben ablenken und haben Erfahrung damit, neben den Hausaufgaben ständig auch soziale Medien zu checken – hier kann es zu geringfügig schlechteren Noten kommen.

Überraschend ist auch das Ergebnis, dass die jungen Leute offenbar nicht weniger lernen, wenn sie intensiv ihr Handy bzw. Smartphone nutzen. Die Forscher vermuten, dass die Jugend von heute weniger Fernsehen konsumiert und Social Media das klassische Fernsehen ganz einfach ersetzt.

Meine Meinung:

Ich denke, dass die schulischen Leistungen vor Allem davon abhängig sind, wie Eltern Schule bewerten und wie Eltern selbst arbeiten und sich weiterbilden. Viele Eltern empfinden Schule als Zwangsmaßnahme und hängen der autoritären Lehre nach, dass „Spaß“ beim Lernen nichts zu suchen habe. Wenn Kinder wahrnehmen, dass ihre Eltern total glücklich sind, wenn sie Neues lernen und neue Möglichkeiten ausprobieren können, werden auch die Kinder Freude an der Schule haben können (es sei denn, sie haben richtig Pech mit Lehrern bzw. Klassenkameraden).

Wenn Eltern sich selbst in die digitale Welt einarbeiten und womöglich ihren Kindern mit Rat und Tat über Social Media Kanäle  zur Verfügung stehen, wird das nicht ohne Auswirkungen bleiben. Meine Studenten nutzen in ihren Projekten sehr viel WhatsApp, um sich auch in ihren Freizeit über ihre Themen auszutauschen. Im Vergleich zu früher sind die Ergebnisse tatsächlich (noch) besser, weil die Zeit nicht so begrenzt ist. Es ist leicht möglich, sich auch außerhalb des Unterrichts mit Erkenntnissen und Ideen einzubringen.

Wenn Eltern hingegen die Nutzung sozialer Netzwerke als „schlechte Angewohnheit“ aburteilen, überträgt sich diese Wertung auf die Kinder und Jugendlichen. Das kann zu einer Art ungesunder „Sucht“ führen, da man permanent ein schlechtes Gewissen hat bei Instagram, YouTube, Snapchat und Co. Liebe Eltern, zeigt Euren Kindern, wie herrlich Lernen sein kann und wie bereichernd es ist, immer mehr zu wissen und zu verstehen. Seid stolz auf Eure Kinder und ermutigt sie.

Lernt selbst den Gebrauch der sozialen Netzwerke kennen und nutzt Social Media für Eure persönliche Weiterentwicklung und den Austausch mit interessanten Menschen. Lernt mit Euren Kindern Latein, Mathe und Englisch, indem Ihr ab und zu mal googlet, was es denn da noch für Zusatzmaterial zum Schulbuch gibt. Gestaltet Schulwissen wie einen Dschungel-Trip und lernt selbst fleißig mit. Dann werdet Ihr es bereichernd finden, mit Euren Kindern zu lernen – denn lernen können wir alle viel – es muss eben nur SPASS machen 🙂

Quelle: SPIEGELOnline vom 25.2.18

Über Eva Ihnenfeldt

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