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„The dark side“ of Instagram: Rechtsextreme, Verschwörungsideologen, Pornos und mehr 0

Viel wird in den Medien gesprochen über die Hater, Verschwörungsideologien und Fake-News-Verbreiter auf Facebook. Doch die Facebook-Tochter Instagram entwickelt zunehmend ebenfalls eine „Dark Side“. Da Facebook, YouTube und Twitter zunehmend radikale Inhalte und Accounts sperren, wird Instagram als App der visuellen Inhalte attraktiver: Algorithmen können in Bildern und Videos Botschaften weitaus schwerer identifizieren als in Texten – und da viele sehr junge Menschen Instagram lieben, sind sie begehrte „Beute“ für (Rechts)-Radikale, Verschwörungsideologen und andere Profiteure. Auch die Porno-Industrie hat Instagram für sich optimiert.

Jugend auf Instagram

Bild von Dante D’Oria auf Pixabay 

Jeder dritte Nutzer von Instagram ist jünger als 25. Kein Wunder, dass Instagram darum so attraktiv ist für Menschenfänger. Denn Jugendliche sind als Zielgruppe für alle Arten von Anbietern hochinteressant. In der Jugend werden Vorlieben und Überzeugungen geprägt.

Emotional Berührendes wird von Jugendlichen besonders leidenschaftlich angenommen. Radikal ausgerichtete Politiker haben schon immer gewusst, wie machtvoll die Anhängerschaft junger Menschen ist. Sie sind idealistisch, leicht aktivierbar, vertrauensvoll, unerfahren und gruppenorientiert. Die Loslösung von Autoritäten wie Eltern und Lehrern hat noch nicht stattgefunden. Jugend ist gläubig.

Instagram und die „dunklen Ecken des Internets“

Radikale Politik, Verschwörungstheorien, Pornografie, Drogen… es gibt viele Motive, gerade über Instagram zu arbeiten, wenn man sich vor staatlichen Eingriffen, Reichweitenreduzierungen und Sperrungen der jeweiligen Netzwerke schützen will und muss. Die Staaten stellen immer höhere Anforderungen an Netzwerk-Betreiber, und die Betreiber selbst versuchen, der Flut an rechtlich bedenklichen Inhalten Herr zu werden, indem man diese automatisch erkennt und gegebenenfalls sperrt.

Bei Instagram ist die Identifizierung von bedenklichen Accounts und Inhalten sehr viel schwerer, da die Algorithmen bedenkliche Botschaften in Bildern und Videos viel schwerer erkennen als in Texten.

Hinzu kommt, dass die Verbreiter von unerwünschten Inhalten häufig gut vernetzt sind, agil auf Veränderungen reagieren und ihre Chancen gerade in sozialen Netzwerken kennen. Da lohnt es sich, Kreativität, Tricks und technische Möglichkeiten in allen erdenklichen Variationen anzuwenden. So kann man Accounts pushen, indem man (legal) Follower, Kommentare und Likes kauft, um den Account aufzuwerten.

Influencer, Hashtags, Stories und Empfehlungen

Gerade jugendliche, weibliche Nutzer von Instagram werden gern gezielt angesprochen über Ästhetik, Beauty-Vorbilder und Lifestyle-Content. In der rechten Szene werden gern Mädchen als Influencer gepusht, die über Hashtags, Story-Botschaften und Seiten-Empfehlungen neue Anhänger gewinnen sollen. Sicher gibt es auch Überzeugungstäterinnen mit eigenen politischen Aussagen – doch gerade in der rechten Szene sind die Männer doch sehr dominant und Frauen eher Beiwerk und „Lockmittel“.

Radikale Influencer und Influencerinnen führen über ihre Instagram-Profil auf andere Accounts und Seiten. Sie leiten zu Chatrooms wie bei Telegram, empfehlen YouTube-Kanäle. Problematische Inhalte sind häufig in Stories versteckt. Praktisch sind sprachliche Botschaften in Stories, die ja nach 24 Stunden verschwinden. Da sind rechtzeitige Identifizierungen und Sperrungen kaum zu befürchten.

Spezielle „Erkennung-Hashtags“ die unverdächtig aussehen, erschweren die Identifizierung der „Dark Accounts“. Da man bei Instagram sehr viele Hashtags in die Posts einbauen kann, können trichterförmig Mainstream-Hashtags mit individuellen Hashtags so kombiniert werden, dass neue Nutzer auf den Inhalten landen – und bestenfalls danach den Erkennungs-Hashtag weiter nutzen.

Wird von Facebook/ Instagram ein auffälliger Hashtag gesperrt, wird vom Accountinhaber rasch ein neuer Begriff kreiert, der noch unauffälliger, emotionaler und positiver klingt. Gut sind immer Hashtags, die auf „Liebe“ zielen. Gut sind auch Bilder, die mit Babys oder anderen emotional berührenden Motiven spielen.

Für Männer gilt natürlich wie immer: „Sex sells“. Auch wenn nackte Haut nur eingeschränkt gezeigt werden kann auf Instagram, gibt es genügend Möglichkeiten, Erotik und sexuelle Lust einzusetzen, um politische Botschaften zu transportieren.

Pornografie, Drogen und mehr…

Nicht nur (Rechts)-Radikale, auch Händler aus der Pornografie, des Drogenhandels und anderer illegaler Geschäftsfelder wissen, wie man bei Instagram potentielle Kunden anlockt oder Nachwuchs rekrutiert.

Der Versuch, Kommunikation zu kontrollieren, ist für die großen Plattform-Betreiber Facebook, Google, Twitter, Microsoft und Co nur schwer umzusetzen, so lange es noch Persönlichkeitsschutz gibt in den verschiedenen Kulturen und politischen Systemen.

Abgesehen davon haben die Digital-Giganten vor Allem ein Interesse: Nutzer so lange wie möglich bei sich auf der Plattform zu halten. Jede Sekunde zählt, da der Preis der Werbeeinnahmen über die Nutzungsdauer, die persönlichen Interessen und das aktive Verhalten der Nutzer bestimmt wird. Hier geht es um knallharte Geschäftsinteressen der Plattform-Betreiber. Sie tun alles, um Nutzer an sich zu binden und um immer weiter zu wachsen.

Google, Facebook und Co schneiden sich also ins eigene Fleisch, wenn sie radikale Accounts in ihrer Reichweite beschneiden oder sogar sperren. Telegram profitiert von diesen Sperrungen, und auch andere Chat-Räume, Seiten und Social Media Kanäle profitieren von der ständigen Bewegung im Netz. Ob es überhaupt möglich ist, digitale Kommunikation zu kontrollieren? OK, in China schon 😉

Zeitonline vom 12. Oktober 2020: Die dunkle Seite von Instagram

Über Eva Ihnenfeldt

Als Expertin für Social Media Marketing berät und begleitet Eva Ihnenfeldt Unternehmen und Organisationen bei der Entwicklung von Social Media Strategien - und übernimmt als Dozentin Lehraufträge für Hochschulen, Kammern und andere Bildungsträger. Eva Ihnenfeldt - Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: e.ihnenfeldt@gmail.com

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