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„Was ist Twitter?“ Inspiration durch die SocialBar in Essen im Unperfekthaus

Twitter ist in aller Munde – durch die Protestbewegungen in diktatorischen Ländern wird der „Web-Flurfunk“ zur wirksamen Waffe, über die Live-Berichte, Fotos und Filme in alle Welt gehen können. Doch was bedeutet Twitter hier in Deutschland, wer kann es sinnvoll nutzen, wer will es nutzen, und welche Möglichkeiten gibt es?

Ich war gestern Abend Gast eines SocialBar-Treffens  in Essen im Unperfekthaus. 23 zumeist junge Menschen waren zusammen gekommen, um Möglichkeiten des Web 2.0 (des Mitmach-Netzes) zu diskutieren. SocialBars sind offen für jeden, sind zurzeit nur in Großstädten lebendig – die größten haben Teilnehmerzahlen bis zu 100.

Hier wird diskutiert, Vorträge werden gehalten, man lernt gemeinsam an Beispielen, mit Brainstorming, diskutiert Trends und ist sich einig, dass über Web 2.0 die Welt ein bisschen besser werden könnte… Teilnehmer von SocialBar-Treffs kommen mit den verschiedensten Interessen, und jeder ist eingeladen, seine Fragen und/ oder Überzeugungen einzubringen.

Viele der Teilnehmer hatten Netbooks bei, mit denen sie live vom Treffen berichten - und twittern konnten

Viele der Teilnehmer hatten Netbooks bei, mit denen sie live vom Treffen berichten - und twittern konnten

Das erste Thema war ein Vortrag über die Historie von SocialBars. Es gibt diese Form der offenen Diskussion bei regelmäßigen abendlichen Treffen erst seit 2008. Doch die Teilnehmerzahlen wachsen zunehmend. Denn Web 2.0 ohne Austausch im „real life“ bleibt blutleer und anonym. Jede Aktivität im Netz braucht eine Ergänzung im erfahrbaren Leben, um sich kreativ und fruchtbar weiterzuentwickeln.

Zweites Thema war eine angeregte Diskussion über eine Kampagne im Web: Wie kann ich möglichst viele Eltern von behinderten Kindern darüber informieren, dass sie per Unterschrift ihrem Willen Ausdruck geben können, dass alle Kinder gemeinsam an den selben Schulen unterrichtet werden?

Also Thema „virales Marketing“ – auch für mich spannend, da sich die Ergebnisse natürlich auf alle viralen Aktionen übertragen lassen:

  • griffige kurze Texte, über Gefühle und Sympathie ansprechen
  • Multiplikatoren im Web finden und einsetzen
  • „Cross-Media“: Aktionen vor Ort verbinden mit dem Aufruf im Web. Alternativen anbieten, um die Web-Affinität nicht zur Bedingung zu machen.
  • Die „Usability“ so einfach und unkompliziert wie möglich halten.
  • Die Zielgruppe so weit wie möglich fassen – auch Sympathisanten mit einbeziehen
  • Mehrere Medien im Web verbinden: Videos, Fotos, Social Networks

Dann (natürlich) das Thema Twitter: mir war aufgefallen, dass etwa jeder dritte TN ein Netbook bei sich hatte (freundlicherweise gibt es im Unperfekthaus freien Internetzugang) und immer wieder etwas tippte. Die Diskussion begann so, dass sich eine Teilnehmerin etwas beklagte, dass sie diese ständige Tipperei unhöflich fänd.

Die Betroffenen erklärten daraufhin bereitwillig, was Twittern bedeutet und warum es nicht unhöflich – sondern ein aktives Mitgestalten bedeutet, was sie dort tun!

Über Sinn und Unsinn von Twitter entwickelte sich eine anregende Diskussion

Über Sinn und Unsinn von Twitter entwickelte sich eine anregende Diskussion

Ein erfahrener Web 2.0’er brachte es so auf den Punkt: „Twittern ist wie Flurfunk. In Echtzeit werden neuste Infos an Gleichgesinnte gegeben, an die jeweilige Community. So ist man immer direkt am Geschehen“.

Ein anderer: „ich habe mehrere Twitter-Accounts, einen für meine SocialBar und SocialCamp-Freunde, einen für meine politischen Freunde, einen für privat. Ich twittere jeweils, was für die Community interessant sein könnte. So sind wir alle auf dem gleichen Stand. Jetzt gerade twittere ich den Berliner SocialBar-Freunden, was hier soeben diskutiert wird“

Eine Bloggerin (Naturtipps): vor einigen Tagen konnte ich über Twitter einer frustrierten Garten-Besitzerin so viel kurze Tipps twittern, wie sie ihre Einstellung zum Unkraut  – also zur ungezügelten Natur – optimieren kann – das war richtig wertvoll, wie sie mir bestätigte. Twitter geht schnell, macht wenig Arbeit, ist lebendig, spontan und kommunikativ.

Natürlich kam der Einwand, dass vor allem über „Klogänge“ getwittert würde, aber das wurde schnell als Vorurteil enttarnt. Grundsätzlich lässt sich dies zusammenfassen:

  • Twittern ist „der große Chat“, das „Echt-Zeit-Feedback“
  • Twittern bedeutet, das Geheimnis zu verstehen, den Richtigen zu folgen und möglichst die Richtigen zum Folgen zu bringen.
  • Twitter ist ein fantastisches virales Instrument – doch wenn man langweilt, wird man schnell wieder alle los, die einem folgen wollten
  • Twitter ist sehr geeignet für alle, die viel erleben und viele brandaktuelle News haben (z.B. Journalisten)
  • Twitter ist ein wunderbares Kommunikationsinstrument für alle, die im Web 2.0 Gleichgesinnte wissen, die sie persönlich kennen – also deren Interessen abschätzen können.
  • Für jedes Hobby, und sei es noch so selten, findet sich eine Community über Twitter – man muss nur die richtigen Suchbegriffe eingeben, um die Zielgruppe zu finden.
  • Twitter ist eine Suchmaschine, über die man zum Einen die erwünschten Infos filtern kann – zum Anderen selbst Infos an Interessierte weitergeben kann
  • Twitter ist ein Controlling-Instrument für Konzerne und größere Unternehmen, um zu verfolgen, wie über einen gesprochen wird – und um darauf reagieren zu können
  • Besonders beliebt bei Twitter sind Gewinnspiele!
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4 Comments

  1. Sophie sagt:

    Hallo Eva, danke für den schönen Bericht! Ich habe ihn sowohl im Socialbar-Wiki verlinkt http://socialbar.de/wiki/Press als auch natürlich (!!) getwittert http://twitter.com/socialbar 😉 Schönen Gruß aus Berlin. Sophie

  2. Eva Ihnenfeldt sagt:

    Danke! Ich werde mich nach Kräften bemühen, schnell in diese wunderbare neue Philosophie der Kommunikation und Akzeptanz einzusteigen. Ihr seid richtig klasse

  3. Eva Ihnenfeldt sagt:

    Und im Pottblog auch! Bin sicher, es werden jetzt immer mehr Teinehmer- in immer mehr Städten

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