Gestern habe ich mit einem betagten Pensionär darüber spekuliert, wie viel er wohl aus seiner Pension und seinem Vermögen an monatlichem Eigenanteil zahlen muss, falls er pflegebedürftig wird und auf eine stationäre Pflegestation wechseln muss. Als Beamter im höheren Dienst erhält er zwar eine gute Altersversorgung – doch kann diese ausreichen, um nicht auf Sozialhilfe angewiesen zu sein? Ich habe recherchiert und eine sehr gute Übersicht vom Sozialverband Deutschland gefunden, die ich im Folgenden kurz zusammenfasse – und selbstverständlich als Quelle unter dem Beitrag verlinke.
Das Wichtigste vorweg:
Laut VdK-Beitrag (unten verlinkt) betrug im Januar 2024 der durchschnittliche Eigenanteil bei der stationären Pflege monatlich 2.576 Euro.
Wie setzen sich die Kosten der stationären Pflege zusammen?
Die Heimkosten setzen sich aus folgenden Faktoren zusammen:
– Kosten für Pflege und Betreuung
– Kosten für Unterkunft und Verpflegung
– Investitionskosten und eventuell
– Ausbildungskosten, falls der Träger selbst Altenpfleger/Innen ausbildet.
Kosten für Pflege und Betreuung
Die Kosten für Pflege und Betreuung wurden im Jahr 2024 von der Pflegekasse steigend nach Pflegegrad mit folgenden Beträgen übernommen
– Pflegegrad 1: 125 Euro
– Pflegegrad 2: 770 Euro
– Pflegegrad 3: 1262 Euro,
– Pflegegrad 4: 1.775 Euro
– Pflegegrad 5; 2005 Euro.
Hinzu kommt der einrichtungseinheitliche Eigenanteil” (EEE), der von den Bewohnerinnen und Bewohnern des Pflegeheimes selbst getragen werden muss. Im ersten Jahr des Pflegeheim-Aufenthalts lag der EEE 2024 bundesweit bei 1.377 Euro – nach 36 Monaten aufgrund des Leistungszuschlags bei 344 Euro monatlich.
Leistungszuschlag: Je länger die Aufenthaltsdauer eines Pflegebedürftigen in einem Pflegeheim dauert, desto günstiger wird der monatliche Betrag für Pflege und Betreuung, da sich die Pflegeversicherung mit einem Leistungszuschlag steigend an den Pflegekosten beteiligt. Nach 36 Monaten beträgt der Zuschlag für die Pflegekosten 75 Prozent. Dies wurde 2022 eingeführt, um eventuelle Höherstufungen finanziell abzufedern.
Unterkunft und Verpflegung
Im Jahr 2024 betrugen die durchschnittlichen Kosten für Unterkunft und Verpflegung bundesweit 921 Euro. Diese Kosten sind vom Bewohner ausschließlich selbst zu tragen. Am teuersten sind die Unterkunftskosten in NRW – am günstigsten in Sachsen-Anhalt.
Investitionskosten
Investitionskosten sind die Aufwendungen, die der Heimträger für den Betrieb der Einrichtung aufwenden muss. Im Bundesdurchschnitt lagen die Investitionskosten im Jahr 2024 bei 485 Euro monatlich. In NRW sind es 587 Euro, in Sachsen-Anhalt 314 Euro monatlich.
Ausbildungskosten
Bildet der Träger Altenpfleger/Innen aus, erhöhen sich die Heimkosten um weitere 30 bis 60 Euro.
Eigenanteil
Aus diesen 4 Bereichen setzt sich der durchschnittlich zu leistende Eigenanteil von monatlich 2.576 Euro bei der stationären Pflege zusammen.
Wenn der Eigenanteil nicht gezahlt werden kann

Was ist, wenn dieser Eigenanteil von über 2.500 Euro monatlich aus Alterseinkünften, privaten Zusatzversicherungen und vorhandenem Vermögen nicht mehr bestritten werden kann?
- Wenn der Sozialhilfeträger (das Sozialamt) die Kosten für den stationären Heimaufenthalt aufstocken muss, verbleibt den Heimbewohnern (Stand 2025) ein Barbetrag in Höhe von 152,01 Euro monatlich.
- Das Schonvermögen liegt bei 10.000 Euro für Alleinstehende; bei Ehepaaren sind es insgesamt 20.000 Euro (auch wenn nur einer der Ehepartner stationär gepflegt werden muss).
- Beträge, die für Begräbnis und Grabpflege angespart wurden, bleiben, wenn man es richtig macht, unangetastet (zum Beispiel bei einer Sterbegeldversicherung). Ebenfalls unangetastet können Familien- und Erbstücke bleiben, falls die Veräußerung eine besondere Härte bedeuten würde.
Verbraucherzentrale: Sozialhilfe – Wann sich das Sozialamt an Pflegekosten beteiligt
Unterhaltspflicht
Erwachsene Kinder sind seit dem 1. Januar 2020 nur dann unterhaltsverpflichtet, wenn ihr Jahresbruttoeinkommen 100.000 Euro oder mehr beträgt. Vorhandenes Vermögen wird nicht angerechnet. Auch das Einkommen des Partners bleibt unberücksichtigt.
Achtung: Auch wenn Eltern und Kinder in keinem Kontakt zueinanderstehen, sind die Kinder grundsätzlich nach dem Gesetz unterhaltsverpflichtet. Ausnahmen bestehen nur in Härtefällen bei „schwerwiegenden Verfehlungen der Elternpflicht“.
Quelle: Sozialverband Deutschland – Wie setzen sich die Pflegeheimkosten zusammen



