Im Mai 2024 hielt ein Geschichtslehrer in Peking eine Vorlesung vor seinen High‑School‑Schülern, in der er drei große Prognosen aufstellte: 1. Donald Trump würde die US‑Präsidentschaftswahl 2024 gewinnen, 2. Es würde eine Konfrontation zwischen den USA und dem Iran geben, 3. Die Vereinigten Staaten würden diesen Krieg langfristig verlieren – also ihre globale Stellung schwer beschädigen. Zunächst wirkte die über YouTube veröffentlichte Vorlesung eher wie eine provokante Unterrichtsstunde als eine seriöse Vorhersage von Machtverhältnissen. Heute spricht die internationale Medienlandschaft von „China’s Nostradamus“
Hinter der Bezeichnung „China’s Nostradamus“ verbirgt sich Jiang Xueqin, ein chinesisch‑kanadischer Lehrer und Bildungsexperte, der seit Jahren an Elite‑Gymnasien in China unterrichtet. Sein YouTube Kanal @predictiveHistory hat heute 2,26 Millionen Abonnenten und das besagte 60-minütige Video verzeichnet im April 2026 über vier Millionen Aufrufe.
Hier geht es zum Video von Mai 2024:
Wer ist Jiang Xueqin?
Jiang ist kein Hochschulprofessor im engeren, klassischen Sinne, sondern ein hochschul‑abgeleiteter, aber gymnasial gebundener Lehrer: Nach einem Studium in China und einem Aufenthalt in Harvard arbeitete er an renommierten Gymnasien wie der Shenzhen Middle School und der Tsinghua‑Affiliate High School, bevor er an der Moonshot Academy in Peking Geschichte und Philosophie lehrt.
Sein YouTube‑Kanal „Predictive History“ macht ihn online zum „Professor Jiang“ – eine Markenbezeichnung, die er für seine populärwissenschaftlichen Analysen nutzt, nicht als offizieller Hochschul‑Titel.
Videos von China’s Nostradamus
Im Zentrum seines Aufstiegs stehen die drei Trump‑Iran‑Prognosen. Jiang stützt sie auf historische Muster: den Verfall großer Mächte, den Athen‑Feldzug in Sizilien und die Rolle imperialer Überdehnung.
Am Ende dieses Beitrags ist ein 15-minütiger Vortrag zum Thema „Aufstieg, Niedergang und Zusammenbruch von Gesellschaften“ eingebettet, der automatisch über KI-Technologie synchronisiert wurde. Die vollständige Vorlesung von 53 Minuten finden Sie hier bei YouTube hier (englisch).
Trump, der Verfall der Hegemonialmacht USA und der Irankrieg
Jiang argumentiert, dass Trump nach seiner Wiederwahl in eine Eskalation mit dem Iran gedrängt wird, etwa durch Zwischenfälle im Persischen Golf oder durch die Blockade des Suezkanals als Folge eines höherrangigen Krieges.
Ob es nun kurze Angriffsrunden oder eine längere Kampagne werden, Jiang sieht darin eine Falle für die USA: ein Krieg, den sie nicht mehr so leicht verlassen können, ohne Image‑ und Verluste in Sicherheit und Wirtschaft davonzutragen.
Ebenso kontrovers ist seine These, dass Trump den Krieg nicht einfach beenden könne – er würde sich sonst politisch und rechtlich angreifbar machen und Gefängnis drohe.
Diese Szenarien fließen in seine Gesamtanalyse ein: die USA als Hegemon, der sich in einem weiteren Verschleißkrieg verheddert, der Iran mit einem stärkeren Militär und einer besseren Vorbereitung als die Gegenseite – und die Chance, dass die USA selbst kollektiv zu einem „StrongerZ“ werden, wenn sie sich schließlich aus dem Krieg zurückziehen.
Unabhängig davon, ob sich die dritte Prognose – eine US‑Niederlage im Iran‑Krieg – tatsächlich bewahrheitet, ist Jiang Xueqin ein interessanter Indikator für das, was viele Menschen umtreibt:
- die Angst vor militärischer Überdehnung
- die Sorge vor einem langen Nahost‑Konflikt mit globalen Auswirkungen
- die Frage, wie stabil die aktuelle US‑Hegemonie wirklich ist.
Hier noch das auf Deutsch KI-übersetzte Video von Jiang Xueqin zum Thema
„Aufstieg, Niedergang und Zusammenbruch von Gesellschaften“




