Apfelbäumchen pflanzen…

Was wäre, wenn nun wirklich das Schlimmste vom Schlimmsten bevorstände? Wenn sich ein Flächenbrand entwickeln würde, der uns alle in schlimmstes Elend stürzt? Zurzeit ist es gut möglich, in sich selbst hineinzuhorchen und zu überprüfen, was an Hoffnung bleibt, wenn wir uns in diese „Endzeitstimmung“ wagen. Heute morgen habe ich mit Blick auf die Nachrichten aus der Ukraine einen Hauch dieser Endzeitstimmung am eigenen Leib gespürt. Und kurz fühlte ich diese Hoffnungslosigkeit, die ich mit den Opfern des Holocausts verbinde: Egal wie schlimm es ist, es wird noch schlimmer. Es gibt keinen Ausweg. Es gibt keine Hoffnung.

Bild von Peter H auf Pixabay 

Mein erster Coachingtermin war dann der mit einem Coachee, der sehr stark von seinem christlichen Glauben geleitet wird und der überzeugt davon ist, dass wir in der Zeit der Offenbarung leben. Ich habe in den letzten Jahren lernen dürfen, keinen inneren Widerstand aufzubauen bei apokalyptischen Visionen. Ich habe als angehende systemische Sozialtherapeutin ein wenig gelernt, die Erfahrungswelten und Wahrheiten der mir Anvertrauten zu respektieren, ohne dass diese mich herunterziehen, so grausam die Schicksale und Erklärungen auch manchmal sind.

Krieg ist immer schlimm, doch was würde ich tun wollen, wenn ich in Kiew leben würde und die Menschen um mich herum nach und nach begreifen, dass sie nur Kanonenfutter sind in dem Spiel der „Großen“? Wenn ich ansehen und selbst erleiden müsste, wie Hunger, Obdachlosigkeit, Gewalt, Tod und Einsamkeit sich ausbreiten? Wie soll ich weiter Mut machen, wenn die Aussicht auf Frieden, Sicherheit und die Versorgung mit dem Notwendigen in weite Ferne gerückt ist?

OK, so weit ist es bei uns noch lange nicht, aber ich bin überzeugt davon, dass in der nächsten Zeit Panik und Hoffnungslosigkeit in meiner Umgebung und meiner Arbeit rasant zunehmen werden. Mein Job ist es, den mir Anvertrauten Mut zu machen, sie in ihrer Handlungsautonomie zu stärken, ihnen ihren Glauben an sich selbst finden zu lassen und ihre Augen leuchten zu sehen.

Voraussetzung ist, dass ich selbst voller Optimismus bin, dass meine eigenen Augen leuchten, dass ich der Welt da draußen ins Gesicht lachen kann voller Übermut und Liebe. Evas Job ist es, in allen Lagen und Schwierigkeiten Apfelbäumchen zu pflanzen. Egal was passiert, ich sehe das Gute darin und tanze…

Apfelbäumchen pflanzen

Natürlich ist es kein Kinderspiel, im Angesicht von Elend, Depression und Einsamkeit Apfelbäumchen zu pflanzen. Aber es geht. Es geht immer. Ich werde mit meinen Leuten verstärkt Paradiese basteln. Wir werden über unsere künstlerischen Adern Welten bauen, die lebenswert sind, barmherzig, gütig, schillernd und schön. Diese Vorstellungs-Welten werden uns die Kraft geben, angemessen zu handeln – so wie es jetzt gerade die Zeit erfordert.

Wir bauen Paradiese, und wir werden immer anspruchsvoller. Jeder von uns hat das Recht auf ein erfülltes Leben. Und wer Liebe geben kann, wird Liebe erhalten, ist so. Selbst im Krieg, selbst im Gulag. OK, dann geh ich mal wieder Apfelbäumchen pflanzen. Und diesen Krieg schau ich mir nicht länger in den Medien an – das macht mich nur dumm im Kopf. Ich kann ja sowieso nur eines tun: Spenden für die Opfer – helfen.

Auf alle Apfelbäumchen! Auf alle Paradiese dieser Welt! Lasst uns anspruchsvoll sein in unserem Glauben an Liebe, Erfüllung, Güte und Barmherzigkeit. Und zwar für jeden Menschen, weil es kein „besser“ und kein „schlechter“ gibt. Es kütt wie es kütt – und wir sind dabei.

Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

steadynews.de

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